Social Media Marketing

Mountain Dew: Sag auf Twitter leise „Sorry“

Die Brand Mountain Dew hat sich via Twitter-Anzeige für ein unpassendes Video bei Usern entschuldigt. Aber: Ist das nur ein Marketing-Trick?

Mountain-Dew-Logo

Ein Werbevideo der Brand Mountain Dew schlug in den letzten Tagen hohe Wellen. Das Video wurde von vielen US-Amerikanern als rassistisch und/oder frauenfeindlich kritisiert. Das Video wurde inzwischen zurückgezogen; hier ist ein Beitrag darüber von ABC News zu sehen.

Wir wollen an dieser Stelle gar nicht auf das Video an sich eingehen, sondern eher auf die Reaktion von Mountain Dew. Die Verantwortlichen wollten nämlich nicht nur das Video zurückziehen, sondern gleichzeitig auch noch eine Entschuldigung veröffentlichen – und zwar mit einem Promoted Tweet auf Twitter. Darüber berichtet AdWeek. (Es geht um den obersten Tweet auf dem Screenshot.)

mountain-dew-promoted-hed-2013

Ist das jetzt eine ernstzunehmende Entschuldigung? Oder einfach nur ein cleverer Schachzug? AdWeek hat dazu einige Marketing-Verantwortliche befragt. Sabrina Horn, CEO der PR-Agentur Horn, erklärte zum Beispiel, mithilfe des Tweets würde Mountain Dew zeigen, dass das Unternehmen die Situation ernst nehmen würde. Der Fehler würde zugegeben und das sei das Wichtigste. Langes Zögern oder ein fehlendes Schuldeingeständnis wären in diesem Fall viel schlimmer.

Jason Stein von der Social-Media-Agentur Laundry Service sieht das ähnlich. Er sagte, dass die Aktion zeige, dass die Brand den Fehler eingestehe. Und dass sie im wahrsten Sinne des Wortes dafür bezahle.

Yuriy Boykiv, CEO von Gravity Media, kommt zu einem anderen Schluss. Er stellt die Frage, warum das Unternehmen Geld in etwas steckt, das dem Video und dem Drumherum noch mehr Aufmerksamkeit schenken wird. Also alles nur ein Marketing-Gag, um im Gespräch zu bleiben?

Die Frage, die sich meiner Ansicht nach stellt, ist, wo denn eine passende Entschuldigung angebracht wäre. Sicher auf der Homepage des Unternehmens, oder? Die Tatsache, dass sich Mountain Dew für einen Sponsored Tweet entschieden hat, mag befremdlich erscheinen. Nichtsdestotrotz kann dem Unternehmen hier oberflächlich niemand etwas vorwerfen: Es ist eine öffentliche Entschuldigung, die sogar etwas gekostet hat. Dass das Unternehmen mit der Aktion im Gespräch bleibt, ist sicherlich ein Nebeneffekt, der gern in Kauf genommen wird. Ob geplant oder nicht – darüber können wir nur spekulieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.