Mobile Marketing

Mobile-Branche wächst langsamer als erwartet

Eine Studie zur mobilen Internetnutzung macht deutlich: die vermeintliche Boom-Branche Mobile steckt noch in den Kinderschuhen.

K. Bregulla / pixelio.de

Mobile wächst, aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Eine von ARD und ZDF durchgeführte OnlineStudie zur mobilen Internetnutzung, die unter anderem das Wachstum der Mobile-Branche mit dem der Internetnutzung seit 1997 vergleicht, kommt zu dem Schluss, dass die Marktrelevanz der blutjungen Branche noch sehr gering ist.

Obwohl von einer Mobile-Blase keine Rede sein kann, fällt das Wachstum doch geringer aus, als der allgemeine Tenor vermuten lässt. So zeigen die Ergebnisse, dass die Entwicklung der Nutzung des mobilen Internets mit 23%  heute noch gut 5 Prozentpunkte unter dem Niveau von 28,6% liegt, welches die Internetnutzung 2000 erreicht hatte. Und auch fürs kommende Jahr prognostiziert die Studie nur bei günstigem Verlauf das Erreichen der fast 29 Prozent “Sättigung” aus dem stationären Internetbereich des Jahres 2000.

Der weniger dynamische Entwicklungsverlauf gegenüber des rasanten Internetwachstums Ende der Neunziger Jahre dürfte nach Einschätzung der Macher der Studie zudem erst nach 2015 dafür sorgen, dass der Bereich für den E-Commerce zwingende Relevanz bekommt. Hierzu seien 50 Prozent oder mehr notwendig, dies werde frühestens 2015, wahrscheinlich aber noch später erreicht werden.

Auch das heimliche Zugpferd der Branche, die Tablet PCs, scheinen nicht ganz die Pferdestärken aufzubringen, die ihnen bisweilen nachgesagt werden. Die deutschlandweite Nutzung liegt zurzeit bei lediglich 4 Prozent der Internetnutzer.

Es wird also nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Obwohl die Marktzahlen ein stetiges Wachstum und erhebliches Potenzial in der Mobile-Branche erkennen lassen, scheint es zurzeit für Unternehmen noch vielversprechender zu sein, Brachland der ganz anderen Sorte zu erschließen. Wie auch ExcitingCommerce aus der Studie zitiert, gibt es noch immer viele Internet-User, die dem E-Commerce nicht viel abgewinnen können. Junge Hyperaktive, junge Flaneure und Randnutzer machen offenbar mehr als 50 Prozent der deutschen Internetgemeinden aus. Die Erschließung neuer konsumfreudiger Bevölkerungsschichten des Netzes ist noch immer eine wichtige Aufgabe.

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