Social Media Marketing

Mini Social Networks: Der neue Hype oder ein alter Hut?

Revolution oder doch ein alter Hut? The Backplane plant den Bau sogenannter “Mini Social Web Communities”.

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Nur auf Einladung: Lady Gagas Community

Lady Gaga – gefeierter Popstar, über 20,5 Millionen Follower auf Twitter, 50 Millionen Facebook Fans. Die Zahlen sprechen für sich. Zusammen mit ihrem Manager Troy Carter gründet die Pop-Diva nun ein eigenes Sociales Netzwerk auf: LittleMonsters.com.

Hinter LittleMonsters.com steht die Firma The Backplane, welche von Gagas Manager Tory Carter gegründet wurde. Die Idee von The Backplane ist simpel: Personenbezogene Web-Communities an den Start bringen. Ob und wie viele User diesen Trend gehen werden, sei erst einmal in den Raum gestellt.

Bisher steht LittleMonsters.com nur einem sehr begrenzten User Kreis offen. In die momentan laufende Beta Phase gelangt man nur über eine Einladung. Auf der Website selbst gibt es die Möglichkeit sich mit seiner E-Mail Adresse für einen der mittlerweile begehrten Plätze zu registrieren. 10.000 sogenannten “Superfans” wird der Zugang gewährt. Rechnet man sämtliche Fans zusammen, stehen die Chancen merklich schlecht. Der Economist berichtetet über den Ansturm auf LittleMonsters.com, bei der die “Superfans” nach der Beta “belohnt” werden sollen. Das Portal erfasst anhang des Nutzerverhaltens Meinungsführer, die innerhalb der Community eine entscheidende Rolle einnehmen sollen. Laut Statement von Tory Carter, gegenüber dem Economist, wiegen die Äußerungen von Fan-Meinungsführern manchmal mehr, als die des Stars selber.

Doch bietet LittleMonsters.com dem User wirklich einen Mehrwert? – Durchaus!
So können User direkt auf dem Portal Tickets für Shows von Lady Gaga erwerben, ebenso wird es möglich sein, die Musik des Stars digital zu kaufen. Hinzu kommt reichlich exklusiver Bild und AV-Content, welcher unter Umständen exklusiv auf dem Portal zur Verfügung stehen wird. Und auch die Stars können, nach Lust und Laune, selbst virtuell Kontakt mit ihren Fans pflegen.
Weitere Social Widgets sind ebenfalls in Planung: Fans können direkt sehen, wer beim Konzert neben ihnen sitzt und mit diesen direkt via Chat in Kontakt treten. Alternativ besteht die Möglichkeit Sitzplätze direkt neben Freunden und Bekannten aus der Community zu buchen.
Das ganze trägt die passende Bezeichnung “Social Ticketing”.

LittleMonsters.com ist nur der Anfang, es sollen weitere Künstlerbezogene Web-Communites entstehen, die auf kurz oder lang User binden sollen. Was sich The Backplane davon erhofft liegt auf der Hand: Umsatz, Mehrwert & Publicity.
Doch was sind die Nachteile der Web-Communities? Braucht der User wirklich noch weitere Social Networks?

Meiner Meinung nach wird sich das Prinzip der “Mini Social Communities” auf kurz oder lang nicht durchsetzen. Die Userbindung findet nach wie vor auf Facebook und Twitter statt. Google+ gewinnt weiterhin User und MySpace wird wie ein sinkendes Schiff verlassen. LittleMonsters.com zeigt parallelen zu MySpace. War MySpace doch einst als Anlaufpunkt für Musiker und deren Fans gedacht. Jeder hatte sein eigenes Profil, User konnten sich untereinander austauschen, Bands konnten Musik anbieten, User informieren und dadurch einen Mehrwert generieren.
Es bleibt abzuwarten ob die einzelnen Web-Communities von The Backplane untereinander verlinkt sein werden. Denn man stelle sich vor neben Lady Gaga bauen Rihannes, Eminem und weitere Künstler solche Communities auf. Wo wird der User sich dann primär aufhalten und ist er wirklich bereit mehrere dieser “Mini Social Mediawebs” täglich aufzurufen?

Ähnlich verhält es sich mit der erwerbbaren Musik und den Tickets: Ist ein User bereit sich auf bspw. vier dieser Communities zu registrieren nur um dort jeweils ein Ticket für ein Konzert zu kaufen? – Vermutlich nicht. Er wird gezielt die großen Ticketbörsen im Netz ansteurn, um dort seine Tickets zu erwerben. Er wird auch die großen Online Stores ansteuern um sich dort Musik zu kaufen. Somit wird es The Backplane schwer haben, User auf lange Sicht und vor allem Dauerhaft zu binden.

Firmengründer Tory Carter plauderte unterdessen aus, dass weitere Konzerne außerhalb der Musikbranche bereits eigene Portale in Auftrag gegeben haben. U.a. der Sportartikelhersteller Nike und der Ölkonzern Exxon Mobile.

Wir behalten die Entwicklung im Auge und werden weiterhin für euch berichten.

Über Florian Franck

Online-Marketeer aus Leidenschaft, begeisterter Gamer und Early Adopter neuer Technologien. Redaktionelle Schwerpunkte: SEO sowie Trends und Neuigkeiten aus der OM-Szene.

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