Suchmaschinenmarketing

Millionen falscher Listings bei Google My Business? So reagiert das Unternehmen

Das Wall Street Journal berichtet von 11 Millionen Fake Listings bei Google My Business. Google wiederum weist auf Maßnahmen hin, die dem Einhalt gebieten sollen.

© Google Small Business

Google Maps ist gerade für die Auffindbarkeit lokaler Unternehmen ein extrem relevanter Faktor. Wer mobil vor Ort schnell gefunden werden möchte, muss sich über Google My Business registrieren. Doch wie sich nun herausstellt, sind Millionen von Einträgen für Google Maps Fake Listings. Wie Google dagegen vorgeht, wurde daher eigens hervorgehoben.

Gut 11 Millionen Fake Listings bei Google Maps

In einem ausführlichen Bericht hat das Wall Street Journal offengelegt, dass Google Maps zahlreiche Unternehmenseinträge beherbergt, die sich als Fakes herausgestellt haben. Die Rede ist von etwa elf Millionen Listings. Auch TechCrunch berichtet über die Entwicklung und es heißt, jeden Monat kommen hunderttausende solcher Einträge hinzu. Während derlei Fake Listings zunächst natürlich den Nutzern schaden, indem sie ihnen falsche Informationen über die Unternehmen darstellen, wird auch den Wettbewerbern geschadet. Und das wahrscheinlich bewusst. Denn, wer immer auch einen grundlegend falschen Unternehmenseintrag erstellt, wird sich davon erhoffen, der Konkurrenz bei Google somit Traffic abzuzweigen – online und letztlich ebenso offline.

Der Missbrauch von Seiten, Plattformen und Apps, die Unternehmen oder Marken für Nutzer präsentieren, ist keineswegs überraschend. Denn das Ranking für lokale Suchergebnisse lässt sich auch mit betrügerischer Absicht verbessern, zumindest kurzfristig. Google aber setzt umfassende Maßnahmen an, um sich dieses Problems zu erwehren. Diese wurden vom Product Director für Google Maps, Ethan Russell, im Zuge des Beitrags im Wall Street Journal noch einmal klar dargelegt.

Was Google gegen Fake Business Listings unternimmt

Nach Angaben im Blogpost wurden bei Google im vergangenen Jahr drei Millionen Fake-Profile entfernt, 90 Prozent davon, bevor ein User sie sehen konnte. Zieht man die kolportierte Zahl von elf Millionen in Betracht, die sich dennoch bei Maps befinden sollen, hat Google hier noch Aufholbedarf.

85 Prozent der Entfernungen konnten mithilfe der internen Systeme vollzogen werden. Dabei wurde insgesamt die relativ geringe Zahl von 250.000 Fake-Profilen von Nutzern gemeldet. Das deutet wiederum darauf hin, dass, selbst wenn sehr viele falsche Profile bei Google Maps auftauchen, diese von den Nutzern gar nicht gesehen werden. Oder aber sie werden nicht als falsch erkannt – und darin liegt die Gefahr, auch für die Wettbewerber. Weiterhin wurden von Google im letzten Jahr 150.000 User Accounts gesperrt. Russell weist auch darauf hin, dass Google inzwischen vermehrt rechtlich gegen jene vorgeht, die Google My Business für falsche Einträge missbrauchen.

Wer Fake Listings bei Google Maps erkennt, kann diese direkt an Google melden oder Änderungen vorschlagen. Und wer sichergehen möchte, dass das eigene Unternehmen bei Google My Business angemessen dargestellt wird, kann auf die Präsentationsrichtlinien zurückgreifen. Zusätzlich stellt Google noch einige Tipps bereit, mit denen Unternehmen das lokale Ranking bei der Suchmaschine auf legalem Wege optimieren können.

Jeden Tag wird Google Maps von mehr als einer Milliarde Menschen genutzt. Die Informationen sollten so akkurat wie möglich sein. Und je mehr Bad Actors, umso rigoroser muss Google bei diesen durchgreifen.

Google ermöglicht Unternehmen mehr Identität in Maps

Womöglich eher zufällig hat Google jüngst in einem weiteren Post angekündigt, dass Unternehmen für ihre Listings bei Google My Business mehr Optionen erhalten, um diese so unikal wie möglich zu gestalten. Außerdem sollen sie besser mit spezifischen Suchanfragen korrelieren.

Einige Features, die den Unternehmen dabei zugute kommen sollen, sind:

  • integrierte Firmenlogos im Profil
  • favorisierte Cover-Fotos
  • Captions für Bilder
  • Offline-Materialien
  • Willkommens-Angebote

Die besten fünf Prozent der Unternehmen, die in einer bestimmten Region angezeigt werden, sollen bei Maps künftig als „Local Favorite“ deklariert werden. Dazu können die neuen Möglichkeiten, um besonders deskriptiv zu sein, definitiv beitragen. Darüber hinaus werden von Google noch digitale sowie physische Ehren-Badges erstellt. Es gilt dann zu gewährleisten, dass diese ebenso wenig an Fake Listings verteilt werden wie das Tag „Local Favorite“.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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