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Im Labor: Welche Faktoren stecken hinter Googles Mobile-Friendly Test?

Hast du deine Seite bereits mobil-optimiert? Es geht immer noch besser. Wir blicken hinter die Kulissen, wie Google mobile Websites bewertet.

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Ist deine Seite auf mobile Geräte ausgerichtet? Falls nicht, dann kann das seit neuestem einen negativen Einfluss auf dein Ranking bei Google haben. Adam Whittles, SEO Account Director bei Maxus Global, hat auf MOZ nun versucht, hinter die Fassade von Google zu schauen und zu prüfen, auf welche Eigenschaften einer mobilen Seite der Suchmaschinenriese besonders wert legt.

Googles Mobile-Friendly Test

Möglicherweise bist du bereits mit dem Test von Google vertraut. Er gibt dir einen groben Überblick, ob die Suchmaschine mit deinem mobilen Auftritt zufrieden ist oder nicht. Hinter dem Test steht ein Abgleich der folgenden Daten:

  • Der Mobile-Friendly Score als Prozentangabe
  • Der Rule Impact Score zeigt für jeden Bereich eine Prozentangabe an, inwieweit du mobil-optimiert bist
  • Die Zahl der erfolgreich aufgerufenen URLs
  • Die Anzahl der Fehler

Du kannst dir diese Daten nun mit dem „Mobile-Friendly Checker Chrome Erweiterung“ und dem „Bulk Mobile-Friendly Checker“ auf URLitor.com ansehen. Diese Tools sind zwar kostenlos, allerdings benötigst du einen API Key, um sie zu nutzen. Um die Daten für jede einzelne Seite schnell einsehen zu können, empfiehlt es sich, die Chrome-Erweiterung zu nutzen. Sie zeigt dir den Mobile Score an und eröffnet dir, wie der Googlebot deine Seite sieht. Insofern deine Seite für Mobile optimiert ist, wirst du grünes Licht bekommen, andernfalls erscheint ein rotes Symbol:

Quelle: Moz.com

Quelle: Moz.com

Der Bulk Checker ist hingegen etwas komplexer. Mit ihm kannst du mehrere Seiten gleichzeitig testen. Außerdem hast du die Möglichkeit, mit einem Klick alle Daten herunterzuladen:

Buld Checker

Quelle: Moz.com

Wie erreichst du einen Mobile-Friendly Score von 100 Prozent?

Um wirklich – aus Googles Sicht – eine perfekte mobile Optimierung aufzuweisen, musst du in folgenden Punkten die volle Punktzahl erzielen. Moz hat über 4.000 Seiten untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Minimum was du erreichen musst, um in den Augen von Google zu bestehen, 80 oder höher beträgt. Erstaunlicherweise haben 80 Prozent der Teilnehmer nur 58 bis 67 Punkte erreicht – fielen also durch und wurden automatisch schlechter gerankt.

Moz hat dies während den Untersuchungen entschlüsselt, welche Kategorien Google detailliert beleuchtet. Hier ein Überblick:

  1. Viewport Configuration
    Alle deine Darstellungsfelder müssen an verschiedene Geräte angepasst sein. Wenn dies nicht der Fall ist und du die Tags beispielsweise fehlerhaft eingefügt oder ganz und gar vergessen hast, dann wird Google das merken. Der Suchmaschinengigant vergibt für diesen Faktor Noten von 1 bis 10, wovon die Zehn das Beste ist, was du erreichen kannst.
  2. Font Legibility
    Ist deine Schriftart überall lesbar und nicht zu klein oder zu groß? Die Moz-Analyse hat ergeben: So gut wie alle Pages erreichten hierbei den maximalen Score von 40.
  3. Use of Incompatible Plugins
    Du darfst keine Plugins verwenden, die nicht kompatibel für Mobile sind. Dieser Faktor ist einer der härtesten. Die Studie von Moz zeigt, dass die meisten Seiten lediglich einen Score zwischen 3 und 3.9 erreicht haben. Die beste Seite – eine Pornoseite, die Moz nicht angeben wollte – erreichte einen Score von 178. Die meistgenutzten Plugins waren Zähler für Statistiken oder Hits sowie Flash Images, Logos und Slideshows. Du kannst im Allgemeinen immer herausfinden, an welcher Stelle sich deine fehlerhaften Plugins befinden, indem du entweder beobachtest, wie der Googlebot deine Seite durchleuchtet oder du kleine Performance-Nachforschungen mit deinen einzelnen Unterseiten betreibst.
  4. Content to Viewport
    Deine Schrift sollte nicht über die Darstellungsfelder hinausgehen. Der Nutzer muss beispielsweise so das Smartphone nicht horizontal halten, um alles lesen zu können. Genauso wie mit den Schriftgrößen gibts hier auch einen festgelegten Maximum-Score. Dieser liegt bei 50. Keine Seite erreichte in der Studie ein schlechteres Ergebnis als 3.
  5. Size and Proximity of Links
    Deine Buttons und Tabs dürfen nicht zu nahe aneinander liegen, sodass der User es schwer hat, alles genau auf dem Touchscreen mit seinen Fingern zu treffen. Die Seite vom mehrfachen englischen Fußballmeister Manchester United beispielsweise hat eine sehr gute Usability in dieser Hinsicht. Die Untersuchungen von Moz haben ergeben, dass die Seite einen Mobile-Friendly Score von 96 aufweist. Lediglich der Banner oberhalb der Seite, der mit einem Plugin versehen ist, machte etwas Probleme. Moz entfernte diesen testweise und schon stieg der Mobile-Friendly Score auf 100 an:

    Quelle: Moz.com

    Quelle: Moz.com

    Gleiches lässt sich auf den Faktor „Size and Proximity of Links“ anführen. Die Seite Ubuntu.com konnte zum Beispiel einen Mobile-Friendly Score von 99 vorweisen. Lediglich die Fußzeile war zu klein – sobald Moz diesen zum Testen entfernt hatte, rutschte der Score auf 100. Ihr seht, bei der Mobileoptimierung kommt es auch auf Kleinigkeiten an.

Wie zählen die einzelnen Faktoren zusammen?

Moz.com führt zur Berechnung des Mobile-Friendly Scores folgendes Beispiel an (bezogen auf die Associated Press Homepage):

  • Viewport Configuration = 10
  • Font Legibility = 40
  • Use of Incompatible Plugins = 0
  • Content to Viewport = 25.033371548814813
  • Size and Proximity of Links = 13.096301020408161

Das heißt: Der totale Rule Impact Score beläuft sich auf ca. 88, was einen Mobile-Friendly Score von 55 bedeutet.

Kein wirklich gutes Ergebnis. Sicher ist es schwer einen Score von 100 zu erreichen, 80 sollte für jeden Pageadmin aber das Ziel sein. Sobald dies erreicht ist, kann man weiter nach oben schauen, auch wenn Google sich mit weniger Punkten zufrieden gibt. Es empiehlt sich durchaus für jeden Seitenbetreiber, seine Pages analysieren zu lassen und anschließend entsprechend zu bearbeiten, denn der Test des Suchmaschinengiganten spiegelt die mobile Performance einer Website wider und sollte im Interesse der User nicht nur knapp bestanden werden.

Quelle: MOZ

Über Heiko Sellin

Heiko Sellin

Heiko Sellin hat an der Hochschule Mittweida seinen Bachelor in Sportjournalistik und -management absolviert. Bevor er zu OnlineMarketing.de gestoßen ist, war er für das Hamburger Abendblatt als freier Mitarbeiter tätig und hospitierte beim NDR-Fernsehen und Sport1.

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