Unternehmen

Kampf den Fake News: Google bringt Faktencheck für Search und News

Als Reaktion auf immer mehr News und darunter auch mehr Fake News hat Google nun einen unabhängigen Faktencheck für die Search und News Rubrik eingeführt.

© Flickr / hotrodnz, CC BY 2.0

Der Aufschrei um Fake News war groß, ihre Brisanz ist ungebrochen. Google, das im Zuge einiger Fehlmeldungen auch in die Kritik geriet, reagiert nun mit einem Faktencheck für den News- wie auch den Search Bereich. Somit soll das Ziel der qualitativen Informationsweitergabe mit einer externen Einschätzung zur Autorität der Meldung verknüpft werden.

Faktencheck als Reaktion auf wucherndes News-Netzwerk

Lang vorbei sind die Zeiten als einige wenige Leitmedien die Meinungsbildung beherrschten. Mit dem Aufstieg von Social Media ist die Distribution von News – und zwar in jedweder Form und Qualität – zu einem Sprint geworden. Es gibt unzählige Online Publisher und diese produzieren News von unterschiedlicher Relevanz, aber auch Qualität. Darüber hinaus werden mitunter auch Falschmeldungen in Umlauf gebracht. So tauchten nach der US-Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr bei Google falsche Zahlen zur Popular Vote auf, wie der Business Insider berichtete. Solche Erscheinungen sind für User und auch Advertiser ein Ärgernis. Mit Add Ons bei Chrome etwa, die einen einfachen Weg bieten Fake News zu melden, versuchen sich die Medien zu wehren.

Vor allem aber Google versucht nun Abhilfe zu schaffen. Als Ausgangspunkt umfassender Informationsverteilung ist die Problematik von Fake News dem Suchmaschinenbetreiber ein besonderer Dorn im Auge. Daher gibt es nun den Faktencheck, wie letzte Woche im Blogpost von Justin Kosslyn und Cong Yu mitgeteilt wurde.

Wie der Faktencheck aussieht

Im Oktober letzten Jahres testete Google bereits in einigen Ländern den Faktencheck. So konnten einige Publisher bei Google News ihren Meldungen den Tag „Fact Check“ hinzufügen. Damit konnte verdeutlicht werden, dass Informationen in diesem Artikel von anderen als Autorität eingestuften Publishern oder Faktencheck Organisationen auf ihre Richtigkeit geprüft worden sind.

Nach positivem Feedback zum Test wird der Faktencheck nunmehr weltweit und in allen Sprachen eingeführt. Bei Ergebnissen in Google Search oder News können in einem Snippet Einschätzungen zu bestimmten Behauptungen mitgelesen werden.

Faktencheck bei Google zur Aussage 27 Millionen Menschen seien in moderner Sklaverei gefangen, © Google

Während man liest, wer welche Behauptung aufgestellt hat, kann man auch sehen, wer einen Faktencheck vorgenommen hat; und wie dieser ausfällt. Dabei sind diese Faktenchecks nicht für jedes Suchergebnis vorhanden. Zudem können verschiedene Prüfer auch zu unterschiedlichen Einschätzungen einer Meldung/Behauptung gelangen. Allerdings steht gerade diese Differenzierung ja im Zeichen der freien, aber fundierten Meinungsbildung.

Wer die Fakten prüft und wie Publisher sich dafür qualifizieren

Die Faktenchecks basieren natürlich auf viel Recherchearbeit. Diese wird von bis dato 115 Organisationen ausgeführt, welche sich mit der Autorität der Meldungen befassen.

Lokalisation von Organisationen in Europa, die zum Faktencheck Googles beitragen, Screenshot Reporter’s Lab

Da in Deutschland bislang noch keine solche Organisation, die auch bei Googles Community dabei ist, auftaucht, dürften auch Faktenchecks zu deutschen Publishern erst nach und nach anlaufen.

Um als Publisher für den Faktencheck infrage zu kommen, muss das ClaimReview Markup von Schema.org genutzt werden. Aber auch das Share the Facts Widget von von Jigsaw und Duke Reporter’s Lab ist eine Option.

Google gibt weiterhin an, dass nur Publisher, die per Algorithmus als Autorität eingestuft werden, sich für die Rolle als Faktenprüfer qualifizieren. Dass Inhalte stets den verschiedenen Google Richtlinien zu folgen haben, ist in diesem Zusammenhang selbstredend. Da die Faktenchecks nicht von Google selbst stammen, soll noch mehr Transparenz geboten werden.

These fact checks are not Google’s and are presented so people can make more informed judgements. Even though differing conclusions may be presented, we think it’s still helpful for people to understand the degree of consensus around a particular claim and have clear information on which sources agree.

Auch Facebook hat zuletzt, so der Guardian, ein Tool eingeführt, das Fake News bekämpfen soll. Ähnlich wie bei Google werden hier von Dritten Fakten überprüft. Dazu müsse eine Story aber im Vorhinein von genug Facebook Usern als Fake gemeldet werden, heißt es.

Fazit

Mit diesen Neuerungen gehen Facebook und Google noch weiter, als etwaige Fake News bloß von Werbeeinnahmen auszuschließen. Auch mit diesem Ansatz hatte man sich bereits gegen Falschmeldungen zu wehren versucht, erklärt der Guardian. Allerdings ist die Verbreitung von Fake News viel weniger zeitintensiv als eine mögliche Prüfung. Dennoch ist der Faktencheck ein guter Schritt in Richtung qualitativer Information im digitalen Zeitalter.

Setzen auch Advertiser noch mehr darauf, bei Google und Co. im Umfeld zuverlässiger News zu werben, könnte der Druck auf die Portale noch größer werden, die Fake News möglichst gering zu halten. Denn die Einnahmen aus der Werbung sind für Facebook und Google zentral. Eine Kontrolle wie Google sie mit diesem Update anschlägt, scheint – auch mit noch möglichen Optimierungen – für viele Interessen im Netz von Nutzen zu sein.

Quelle: Google Blogs

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.