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„Im Jahr 2015 wird aus Real Time Advertising wirkliches Data Driven Advertising“ – Joachim Schneidmadl, virtual minds

Joachim Schneidmadl, Vorstand der virtual minds AG, spricht im Interview über Trends im RTA und den vorherrschenden Kampf in der Ad-Tech-Landschaft.

Joachim Schneidmadl, Vorstand der virtual minds AG

Als Medienpartner der d3con im März 2015 in Hamburg stellen wir euch in den kommenden Wochen die Speaker der größten RTA-Veranstaltung Deutschlands vor. Auf dem Weg entlocken wir ihnen vorab schon viele interessante Aussagen über aktuelle Trends und Entwicklungen rund um das Thema Real-Time-Advertising.

Joachim Schneidmadl verantwortet als Vorstand der virtual minds AG den Geschäftsbereich Mediatechnologie des Unternehmens. Sein Fokus liegt dabei insbesondere auf Programmatic Advertising bei den Tochtergesellschaften und Beteiligungen ADITION, yieldlab und Active Agent. Der 44-Jährige ist außerdem als CEO der DSP Active Agent AG tätig. Vor seiner Zeit bei virtual minds bekleidete Schneidmal unter anderem leitende Positionen bei United Internet Media sowie Web.de und saß im Vorstand der IntelliShop AG.

Interview mit Joachim Schneidmadl, Vorstand der virtual minds AG

OnlineMarketing.de: Wo sehen Sie in Ihrem Geschäft die größten Chancen und Herausforderungen?

Joachim Schneidmadl: Der Markt wird künftig immer weniger nach Kanälen oder Endgeräten unterschieden, sondern den Konsumenten entlang der individuellen Customer Journey betrachten und entsprechend übergreifende Technologieplattformen nachfragen. Als einer der ganz wenigen breit aufgestellten Technologiespezialisten sehen wir uns sehr gut positioniert. Die Herausforderung, der wir uns als europäischer Player stellen, ist ein sehr gut finanziertes und marketingstarkes US-Konkurrenzumfeld.

Was bringt das Jahr 2015 für die RTA-Branche in Deutschland und Europa?

Im Jahr 2015 wird aus Real Time Advertising wirkliches Data Driven Advertising: Die Chancen der datengetriebenen kanal- und geräteübergreifenden Werbeaussteuerung treten in den Vordergrund, der reine Preisfindungsmechanismus in den Hintergrund. Die nutzerbezogene, teils sogar personenbezogene Werbeaussteuerung gewinnt mit inzwischen flächendeckenden Verbreitung von Real-Time-Technologien und der zunehmenden Verfügbarkeit von qualitativen Daten rasant an Bedeutung.

Die d3con 2014 in der Handelkammer Hamburg, © d3con

Die d3con 2014 in der Handelkammer Hamburg, © d3con

Als Vorstand von virtual minds haben Sie quasi seit Jahrzehnten die deutsche Ad-Tech-Landschaft mitverfolgt und natürlich auch mitentwickelt. Was ist Ihr Rezept gegen die Übermacht der internationalen Monopolisten in dem Markt?

Unser Erfolgsrezept basiert auf innovativen Produkten, einem exzellenten Service sowie großer Marktnähe und tiefer Marktkenntnis. Dennoch müssen wir erkennen, dass die Dominanz ausländischer Quasi-Monopolisten zunimmt und einen zunehmend wettbewerbsverzerrten Markt bewirkt. Das fängt bei ungleichen Steuerpraktiken und Datenschutzbestimmungen an und hört bei den teilweise existenziellen Abhängigkeiten unserer Kunden von diesen Monopolisten nicht auf. Auf dieser Ebene sind die Verbände und auch die Politik gefordert, für einen fairen Markt und Marktzugang zu sorgen.

Bei der d3con 2015 werden Sie auf dem „Vermarkter, Publisher, SSP Panel“ zu sehen sein. Wie sehen Sie die Trends in dem Bereich, wo haben beispielsweise die deutschen Publisher besonderen Nachholbedarf?

Von Nachholbedarf würde ich hier nicht sprechen. Der von den deutschen Premium-Vermarktern mit hochwertigen Platzierungen und großflächigen Werbeformaten sowie einem kontrollierten Zugang geprägte RTA-Weg erweist sich gerade als Exportschlager und wird von internationalen Anbietern und Publishern adaptiert. Je mehr sich RTA als Automatisierungsstandard (für datengetriebene Kampagnen) durchsetzt, desto mehr tritt bei den großen Marktpartnern (auf beiden Seiten) der offene Auktionsmechanismus in den Hintergrund. Auch im Bereich des Inventarangebotes verfolgen die deutschen Publisher einen richtungsweisenden Weg: Sie achten von vornherein sehr stark darauf, mit welchen anderen Inventarqualitäten sie auf einer Plattform in einen Topf geworfen werden. Daher findet zum Beispiel eine Integration von Inventar auf unserer Yieldlab-Plattform sehr selektiv statt, so dass Fraud-/ Bot-Traffic keine Rolle spielt. Wir sehen Deutschland in den Bereichen Automatisierung von Premium Advertising und Brand Safety in einer Führungsrolle, die in diesem Jahr weiter ausgebaut wird.

Vielen Dank für das Interview!


OnlineMarketing.de ist offizieller Medienpartner der d3con 2015. Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit den Event-Organisatoren entstanden. Interessierte können sich hier für die d3con anmelden. Außerdem organisiert OnlineMarketing.de die Aftershow-Veranstaltung des Events.

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