Social Media Marketing

Ist Storytelling auf Facebook wirklich sinnvoll?

Das Storytelling ist wichtiger Bestandteil einer gelungenen Content Strategie. Doch wie viele Nutzer lesen die „Geschichte(n)“ wirklich?

Social Media Club Hamburg

Beim Storytelling geht es darum, durch „persönliche“ Geschichten eine Bindung zum Kunden zu schaffen. Doch wie viel Bindung verträgt der durchschnittliche Kunde überhaupt? Möchte ich wirklich wissen, wie die Lagerräume eines Unternehmens vor 50 Jahren aussahen? Wann das Management mal wieder einen Führungswechsel durchmachte, oder welche Mitarbeiter kürzlich ihr 40-jähriges Dienstjubiläum feierten?

Storytelling um jeden Preis verfehlt einfach komplett das Ziel und hat außer den Kosten für die Content-Erstellung kaum etwas zu bieten. Natürlich ist es insbesondere im Bereich Social Media wichtig, Nähe zu schaffen und eine umfassende Content Strategie zu verfolgen. Doch in vielen Fällen wird im aktuellen Facebook-Wahn einfach der Kosten-Nutzen-Faktor übersehen. Dass Marketing und Kommunikation via Social Media wirkt und durchaus positiven Einfluss auf Markenbekanntheit und Kundenbindung haben kann, ist inzwischen bewiesen. Doch insbesondere in der jetzigen Zeit, in der Social Media quasi zum Pflichtprogramm für Unternehmen geworden ist, sollte man sich dessen Einsatz genau überlegen.

In Bezug auf das Storytelling bedeutet das: manchmal ist weniger einfach mehr. Spannende Geschichte(n), die eine Marke erlebbar machen und im Gedächtnis bleiben, sind auf jeden Fall eine gute Sache. Und wenn ansprechende Bilder die Erzählung anschaulicher machen und untermalen, ist das auch toll. Doch in der Form, wie manche Unternehmen ihre Unternehmensgeschichte in der Timeline „erzählen“ und mit alten, vergilbten, nicht immer charmanten Bildern unterstreichen, geht der Nutzen gegen Null.

Selbst gut erzählte Geschichten, die sich irgendwo in der Chronik verbergen und mit Sicherheit einige Social Media affine Kreativagenturen bereichern, haben teilweise nur geringe Chancen, den Nutzer auch wirklich zu erreichen. Denn letztlich ist es nun mal so, dass im Facebook-Universum der Newsfeed sagt, wo es lang geht. Branchenschätzungen zufolge nimmt das Lesen des Newsfeeds etwa 65-90% der Nutzungszeit  in Anspruch. Somit ist es auch logisch, dass im Grunde allein der Neewsfeed entscheidet, was wahrgenommen wird und was nicht. Und wenn dann die Neuigkeiten aus dem Freundeskreis fertig gescanned sind, wird sich eventuell noch einmal um eine interessante Markengeschichte gekümmert. Und wenn diese wirklich gut gefällt, wird sie vielleicht auch mal geliked und wiederum im Newsfeed erscheinen …Aber wer hat schon Lust und vor allem die Zeit, sich durch eine seitenlange Chronik zu scrollen? Eine Auswertung von Futurebiz macht dies mal in Zahlen deutlich:

Eine Marken-Fanpage mit etwa 50.000 Fans erreicht:

  • eine Reichweite pro Post von etwa 50%, also 25.000 Usern
  • dadurch generierte Page-Aufrufe von etwa 5 %, also 1.250 Usern
  • etwa 2 % interessierte Nutzer, also 25 Personen, die tatsächlich für ca. 2 Minuten und mehr die Chronik „aufschlagen“

 

Der tatsächliche Nutzen der Chronik sollte also nicht überschätzt werden. Sicher ist es nach wie vor wichtig, diesen Bereich kreativ zu gestalten – doch eben immer mit Blick auf die Effizienz. Lieber also einige wenige wirklich gute Geschichten, die den Leser mit spannenden Bildern und Teasertexten im Newsfeed abholen und dadurch Reichweite generieren, als massenhaft gut gemeinte Stories, die den Leser aber vermutlich nie erreichen. Einige interessante Tipps zum Thema gibt eine Präsentation von Kommunikationsberaterin Doris Schuppe, die sie beim Social Media Club hamburg hielt.

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Ein Gedanke zu „Ist Storytelling auf Facebook wirklich sinnvoll?

  1. Ray

    Bedeutet Storytelling denn notwendigerweise, dass Corporate Stories erzählt werden (die natürlich nur wenige interessieren)? Welche Bedeutung hätte Storytelling, wenn – kurze – Geschichten rund um das Thema eines Unternehmens erzählt würden, angereichert durch Fotos etc.? Und welche Bedeutung hätte sie, wenn die Fans selber eingespannt würden in das Erzählen kurzer Geschichten – auf eine amüsante Art, kurzweilig? Vielleicht würde man einen solchen Einsatz anders bewerten.

    Antworten

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