E-Commerce

Instant Pickup Points: Amazon liefert Bestellungen jetzt binnen 2 Minuten

Amazonkunden sollen via App gängige Produkte bestellen und binnen weniger Minuten am Automaten abholen können.

Lieferung binnen weniger Minuten: Amazon eröffnet Instant Pickup Points in den USA. © Amazon.com

Schnell, schneller, Amazon: In Sachen Lieferzeiten ist der Online-Retailer kaum zu schlagen. Nun versucht die Plattform mit ihren neuen Pickup Points die Lieferzeiten noch weiter zu verkürzen, nämlich von mehreren Stunden auf nur wenige Minuten.

Zügige Bereitstellung der bestellten Produkte in Automaten

Same-Day Delivery und Drohnenlieferung scheinen noch längst nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. So meldete Reuters gestern, Amazon beginne mit dem Rollout physischer “Instant Pickup Points” – fünf an der Zahl habe der Konzern bereits an US-amerikanischen Universitäten aufgestellt, darunter etwa an der University of California in Berkeley.

Nutzer der mobilen Amazon App können zwischen mehreren hundert gängigen Produkten wählen, die an den jeweiligen Instant Pickup Points zur Verfügung stehen. Sobald die Online-Bestellung aufgegeben ist, verstauen Amazon Mitarbeiter in einem Hinterzimmer die Produkte binnen weniger Minuten in den Automaten. Der Amazonkunde bekommt daraufhin einen Barcode zugeschickt, mit dem er sein Fach öffnen und die Bestellung entgegennehmen kann.

Amazon will Impulskäufer ansprechen

Mit den Instant Pickups möchte der E-Commerce-Riese Impulskäufer ansprechen. Ripley MacDonald, Amazons Director of Student Programs, sieht einen Markt in Lebensmitteln etwa, doch ist dieser online derzeit noch schwer zu bedienen. Mit den Automaten soll sich dies jedoch ändern.

I want to buy a can of coke because I’m thirsty. There’s no chance I’m going to order that on Amazon.com and wait however long it’s going to take for that to ship to me. I can provide that kind of service here.

Die Lieferzeiten auf ein Minimum zu reduzieren und damit den Offline-Einzelhändlern noch weiter das Wasser abgraben zu können, ist schon länger übergeordnetes Ziel des Konzerns. Bislang mussten Kunden sich mit einer Wartezeit von etwa einer Stunde bei Prime Now oder bei Lebensmitteleinkäufen im AmazonFresh Pickup-Programm begnügen. Mit den Instant Pickup Points verspricht Amazon den Kunden eine Lieferzeit von nur zwei Minuten.

Konkurrenz zu Snack- und Getränkeautomaten?

Mit den Instant Pickups stellt Amazon eine Konkurrenz zu den bislang unangefochtenen Automaten dar, die weite Verbreitung an öffentlichen Plätzen gefunden haben und kleine Snacks sowie Getränke anbieten, um ein kurzfristiges Bedürfnis zu stillen. Doch sieht Forrester Analyst Ananda Chakravarty keine Gefahr für die Snack- und Getränkeautomaten – allenfalls stellen die Instant Pickups eine sinnvolle Alternative für elektronische Kleingeräte, wie etwa Ladekabel, etc., dar: “This might work for some electronic gadgets that are not commonly available at vending machines. Two minutes is too long to wait for a soda can.”

Amazon hingegen wirbt auf der Instant Pickup-Webseite:

Get snacks, drinks and more in 2 minutes

Doch könnte Chakravarty recht behalten. Wer in diesem Moment durstig ist, der möchte nicht erst sein Smartphone bemühen, um eine Dose Cola auf Amazon zu bestellen und dann noch mehrere Minuten auf sein Getränk warten. Wer es nicht ganz so eilig hat, für den könnten die Instant Pickup Points durchaus nützlich sein.

Doch könnte die Eröffnung der Instant Pickups auch eine Verzahnung mit einem weiteren Schritt Amazons bedeuten: Die kürzliche Akquisition von Whole Foods Market Inc., Betreiber der weltweit größten Biosupermarktkette. Es wäre ein Leichtes für den E-Commerce-Riesen, die bereits vorhandenen physischen Stores der Kette mit Instant Pickup Points auszustatten und auch bieten die Läden ausreichend Raum zum Lagern der Produkte.

Neben Berkeley hat Amazon bereits Instant Pickups auf Campussen in Los Angeles, Atlanta, Columbus, Ohio sowie College Park, Maryland aufgestellt. Der Konzern plant noch in diesem Jahr weitere Instant Pickup Points einzurichten, will sich dabei aber vorerst auf den US-amerikanischen Markt beschränken.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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