Social Media Marketing

Instagram will Hashtags von Impfgegnern blocken

Damit reagiert das Unternehmen auf anhaltende Kritik zur Verbreitung von Falschinformationen auf den Facebook-Plattformen.

© James Mathurin - Unsplash

Der Facebook-Konzern, zu dem auch Instagram gehört, befindet sich derzeit in einem PR-Feldzug für ein (selbst proklamiertes) besseres Erlebnis auf seinen Plattformen. Nachdem jüngst neue Regelungen für mehr Sicherheit auf Instagram bekannt gegeben wurden, deren Inhalte jedoch nicht bekannt sind, sind jetzt Hashtags an der Reihe, die Falschinformationen zum Thema Impfen verbreiten.

Instagram will nicht die Bewegung, sondern lediglich Falschinformationen eindämmen

Hashtags, die wiederkehrend Desinformation verbreiten, sollen künftig zensiert werden, wie Casey Newton auf The Verge berichtet. Wie Instagram am Donnerstag auf einer Presseveranstaltung in San Francisco mitteilte, sollen die Suchergebnisse zu den betroffenen Hashtags künftig verborgen werden: “If the hashtag was #vaccines1234, if it contained a high proportion of known vaccine misinformation, we would block that hashtag entirely”, so Karina Newton, Global Head of Public Policy bei Instagram.

Die Blockierung soll Beiträge betreffen, die von anerkannten Organisationen wie der WHO oder dem Center for Disease Control als Falschinformationen in Bezug auf das Impfen geflaggt wurden. Postings mit Hashtags, die reine Ansichten widerspiegeln, deren Wahrheitsgehalt von den Organisationen aber weder als richtig noch als falsch deklariert wurde, sollen weiterhin durchgehen.

Nachdem Facebook bereits im März wegen der Verbreitung von Desinformation vonseiten der Impfgegner-Bewegung in starke Kritik geraten ist, kündigte der Konzern an plattformübergreifend gegen die Hoaxes vorgehen zu wollen. Passiert ist bisher: wenig. Wie Journalisten berichten, finden sich noch immer zuhauf falsche Informationen zu Impfungen, deren Verbreitung auf den sozialen Netzwerken keineswegs eingeschränkt zu sein scheint. So war etwa nach Informationen von CNN Business bis vor kurzem der Hashtag #VaccinesKill verfügbar. Zwar erscheint er am heutigen Tage tatsächlich nicht mehr. Doch gibt die Suche danach noch immer ausreichend Ergebnisse von Impfgegnern aus. Der Grund dafür ist laut Instagram-Sprecher der, dass das aktuelle Bestreben sich auf tatsächliche Misinformation fokussiert, nicht aber auf die Anti-Impf-Bewegung. Zudem beanspruche die Entwicklung entsprechender Tools Zeit, so Karina Newton.

Facebook muss sich seiner gesellschaftlichen Relevanz bewusst werden

Über die Hashtag-Blockierungen hinaus will Instagram Nutzern, die Suchanfragen zum Thema Impfen stellen, mittels Popup seriöse und hochwertige Informationen zur Verfügung stellen. Zusätzlich sollen Nutzer die Gelegenheit bekommen, gelöschte Posts noch einmal durch einen anderen Mitarbeiter prüfen zu lassen. Sollte dieser im zweiten Durchgang ein anderes Urteil fällen, soll der Beitrag wieder hergestellt werden können. Instagram will das Prüfungstool künftig dann unter anderem auch für Inhalte, die Nacktheit betreffen zur Verfügung stellen.

Der Konzern Facebook hat regelmäßig mit starker Kritik zu kämpfen. Die Netzwerke der sogenannten App Family (Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger) haben inzwischen eine massive gesellschaftliche Relevanz erhalten und sind nicht nur wegen der Manipulation von Wahlen und der fehlenden Unterbindung des Anfachens von Genoziden kritisch zu betrachten. Auch der besorgniserregende Erfolg politisch extremistischer Parteien wie der AFD ist zum Teil dem Algorithmus geschuldet. Jüngst werden zusätzlich Stimmen (unter anderem von Insidern) lauter, die sich für eine Zerschlagung des Monopols aussprechen. Doch auch hierfür hat Facebook passende Gegenargumente parat. Nur wird es langsam Zeit, dass sich der Konzern seines sozialen Einflusses tatsächlich bewusst wird und nicht lediglich die PR-Maschinerie laufen lässt, um die Öffentlichkeit ruhig zu stellen.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 bei OnlineMarketing.de, seit 2019 Senior Content Manager.

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