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Social Media Marketing
Instagram limitiert Anzahl von API-Aufrufen für Drittanbieter-Apps

Instagram limitiert Anzahl von API-Aufrufen für Drittanbieter-Apps

Tina Bauer | 03.04.18

Entwickler zeigen sich verärgert über die Limitierung der Schnittstelle, die ohne Vorwarnung und wohl im Zuge des Cambridge Analytica-Datenskandals veranlasst wurde.

Der Datenskandal zieht anscheinend weiter seine Kreise. Zwar war es absehbar, dass auch auf Instagram mit Änderungen und Einschränkungen für Werbetreibende zu rechnen ist. Doch kam die Limitierung der möglichen API-Aufrufe für Entwickler ohne Ankündung und somit ziemlich überraschend über das Osterwochenende.

API-Aufrufe massiv beschränkt

Die Plattform limitierte bereits am vergangenen Freitag die Anzahl der API-Aufrufe für die meisten inoffiziellen Drittanbieter-Apps von ehemals 5.000 auf lediglich 200 pro Stunde, wie TechCrunch berichtet. Einige Anbieter haben jedoch überhaupt keinen Zugriff mehr auf die API. Mittels der Aufrufe ziehen sich die App-Anbieter aktuelle Daten von der Plattform. Eine Limitierung kann dazu führen, dass nicht rechtzeitig auf Kundenanfragen oder Beschwerden reagiert werden kann, da die relevanten Daten nicht mehr übermittelt werden können.

Aufgefallen ist die Änderung erst, nachdem sich Kunden über die geringe Anzahl generierter Daten bei den verantwortlichen Anbietern beschwert hatten. Entwickler stießen bereits am vergangenen Samstag auf die Einschränkung, wie eine Konversation auf der Developer-Plattform Stack Overflow zeigt. Dass eine Änderung der API ohne Vorwarnung durchgeführt wird, ist dabei ungewöhnlich. Normalerweise werden derlei Schritte auf dem Developers Blog frühzeitig angekündigt.

Gegenüber TechCrunch äußerten sich Entwickler über die Änderungen zwar verärgert, doch ergeben sie letzten Endes Sinn. Der Datenskandal hat dazu geführt, dass Facebook die Services, mit denen die beiden Dienste (und weitere Facebook-Ableger) Daten austauschen, nun genauer in Augenschein nehmen will. Dabei ist allerdings nicht zu vergessen, dass die Daten in erster Linie gar nicht an Cambridge Analytica geflossen sind, sondern an einen Professoren der Cambridge Universität, der sie unerlaubt weitergegeben hat. Natürlich ist demnach ein Fortschritt, Drittanbieter einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Doch trägt Facebook aufgrund einer schlampigen Prüfung nach Bekanntwerden – was genauer bereits 2015 der Fall war – mindestens Mitschuld am Skandal.

Datenskandal führt zu frühzeitigen Änderungen

Eine Nachfrage von TechCrunch zur unangekündigten Limitierung der API-Aufrufe blieb bis dato unkommentiert. Jedoch bestätigte die Plattform, dass vorerst keine neuen Drittanbieter-Apps mehr zugelassen werden. Das Netzwerk kündigte bereits zu einem früheren Zeitpunkt an, die Plattform API einzuschränken, doch war dabei die Rede von einem Beginn im Sommer. Cambridge Analytica hat im Zuckerberg-Imperium wohl Einiges durcheinander geworfen.

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