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Influencer Marketing: So setzen Deutsche Post, Fleurop und HejPix zum Muttertag auf Influencer

Rund um den Muttertag nutzen viele Marken die Wirkkraft von Influencern, um ihre Produkte und Services gekonnt in Szene zu setzen. Eine Kampagnen-Analyse.

Eigene Collage, © Instagram

Der Muttertag ist mittlerweile zu einem der umsatzstärksten Tage im Jahr für Blumenhändler, Juweliere und Schokoladenhersteller avanciert. Nicht zuletzt, weil viele Unternehmen ein wahres Marketingfeuerwerk zünden. Fehlen darf dabei natürlich auch nicht der Einsatz von Influencern. Wie aber sieht das in der Praxis genau aus? Drei aktuelle Instagram-Kampagnen zum Muttertag im Kampagnen-Check.

1. Deutsche Post: #MachMamaEineFreude

Die Idee

Um vermutlich der Flut an WhatsApp-Nachrichten etwas entgegen zu setzen, arbeitete die Deutsche Post zum diesjährigen Muttertag mit diversen Lifestyle und DIY-Influencerinnen wie Jette (45.700 Abonnenten), Giulia Groth (71.400 Abonnenten) und Ilona Nurow (69.900 Abonnenten) zusammen. In ihren Postings stellten die Bloggerinnen selbstgebastelte Karten vor und erklärten gleichzeitig, worin die Vorteile einer persönlichen Botschaft liegen. Teilweise verlinkten sie auch noch auf eigene Blogbeiträge oder YouTube-Videos mit Bastelanleitungen und Tipps. Verwiesen wurde zudem immer auf den offiziellen Account der Deutschen Post, Kampagnen-Hashtag war #MachMamaEineFreude.

© Instagram

Schlägt das Mutterherz höher?

Die insgesamt acht Beiträge kommen auf nahezu 40.000 Likes, knapp 200 Mal wurde kommentiert. Gute Werte. Ebenso überzeugend ist auch die Idee hinter der Aktion, weil es gelingt, eine Botschaft zu transportieren, ohne zu aufdringlich und platt zu sein – und die heißt: Persönlicher ist immer besser. Ob man bei der Auswahl der Testimonials wirklich auf die DIY-Influencer hätte setzen müssen, ist allerdings fraglich – bastelt deren Zielgruppe ja im Zweifel eh schon relativ viel in Eigenregie. Außerdem hätte der Aktion sicherlich auch der ein oder andere männliche Markenbotschafter gut zu Gesicht gestanden. Denn die haben schließlich auch Mütter.

2. Fleurop: #MütterVerdienenBlumen

Die Idee

Der Blumenhändler setzte zum Muttertag auf ein Gewinnspiel und lies dafür die drei Instagram-Sternchen Bahar Kizil (50.800 Abonnenten), Viviane Geppert (94.900 Abonnenten) und Riccardo Simonetti (139.000 Abonnenten) trommeln. Zudem knüpfte Fleurop an die türkische Herkunft von Bahar Kizil an, die gleichzeitig für eine Kooperation mit einem türkischen Floristenteam aus Berlin warb. Verbindender Hashtag war #MütterVerdienenBlumen. Darüber hinaus wurde der Instagram-Account von Fleurop in jedem Beitrag vertaggt.

Schlägt das Mutterherz höher?

Die drei Influencer-Postings erhielten mehr als 10.300 Likes und 400 Kommentare. Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Und auch sonst ist die Kampagne gelungen: So punktet der florale Onlineshop schon bei der Auswahl der Testimonials, die teils unterschiedliche und sich damit ergänzende Zielgruppen ansprechen. Die Aktion selbst ist zugegebenermaßen keine Neuerfindung des Rads, aber durch den Hinweis, dass Nutzer auch @fleurop.de folgen müssen, um am Gewinnspiel teilzunehmen, ist das Ganze nicht nur aus Imagegründen ein Gewinn für das Unternehmen. Das besondere i-Tüpfelchen setzt aber die Kooperation mit Bahar Kizil, da sie einerseits geschickt neue Zielgruppen aktiviert und andererseits ein starkes Zeichen für Diversität setzt. Prädikat: Mama ist stolz!

3. Hejpix: #HejMama

Die Idee

Auch das Foto-Start-up Hejpix nutzte den Muttertag 2018, um das hauseigene Fotobuch als passende Geschenkidee bewerben zu lassen. Zusammengearbeitet haben die Münchener dafür mit diversen Mikro-Influencerinnen wie DIY-Expertin Laetitia Delorme (18.300 Abonnenten), Mummy-Bloggerin Sandra Schauland (37.900 Abonnenten) und der selbsternannten Hygge-Botschafterin Larissa von laryloves ( 27.900 Abonnenten). Jede der Instagrammerinnen berichtete von ihren Eindrücken beim Gestalten des Fotobuches und verwies zusätzlich auf einen, für jedes Testimonial individualisierten Gutscheincode. Auch hier wurde wieder der offizielle Unternehmens-Account markiert. Kampagnen-Hashtag war #HejMama.

Schlägt das Mutterherz höher?

Das Ergebnis der Aktion: 11.180 Herzen und gerade einmal 89 Kommentare. Dabei muten die Beitragsbilder überwiegend ästhetisch an und auch die Idee von einigen der Testimonials, alte Kinderbilder von sich zu integrieren, um in diesem Kontext über ihre Mütter erzählen zu können, weiß zu überzeugen. Um das Engagement insgesamt zu steigern, hätte es vielleicht Sinn ergeben, genau an dieser Idee anzuknüpfen und die Follower aufzufordern, im Zuge eines Gewinnspiels ihre schönsten Kinderbilder in Verbindung mit dem Kampagnenhashtag zu teilen. So jedoch lautet das Gesamturteil: Schöne Idee mit Luft nach oben!

Über Christian Chyzyk

reachhero.de

Christian Chyzyk ist CEO, CTO und Gründer der Influencer-Marketing-Plattform ReachHero. Bevor Christian 2014 zusammen mit Philipp John und Aaron Troschke den ersten deutschen Marktplatz für Influencer-Marketing gegründet hat, verantwortete er als CTO der Axel Springer IdeAS Ventures GmbH die fachliche Führung des internationalen Entwickler-Teams in Deutschland und Polen. Zuvor war Christian Projektleiter bei der Gitit Software GmbH. Bereits als Teenager gründete er sein erstes Start-up im Software-Bereich. Christian ist Diplom-Informatiker und verfügt über 16 Jahre Erfahrung im Feld der Software-Entwicklung.

Ein Gedanke zu „Influencer Marketing: So setzen Deutsche Post, Fleurop und HejPix zum Muttertag auf Influencer

  1. Susanne

    Hallo Christian,
    mir gefällt die Influencer-Kampagne der Deutschen Post am besten, denn gerade in der heutigen „Digitalisierten Welt“ finde ich es gut, wenn auch wieder mehr auf Briefe/Karten gesetzt und dies auch noch mit jungen Influencern beworben wird. Eine selbst gebastelte, persönliche Karte klingt doch als Geschenk gleich viel besser als eine E-Mail oder WhatsApp-Message!
    Blumen sind relativ „erwartbare“ Geschenke. Das Fotobuch gefällt mir wieder besser :-)
    Liebe Grüße
    Susanne

    Antworten

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