E-Commerce

AdWords Update: Googles neue Tools machen Online Shopper zu Ladenkunden

Google hat neue Tools veröffentlicht, die Retailern helfen kaufinteressierte Nutzer auch offline zur Conversion zu bewegen – wo noch immer viel Geld steckt.

Neue Tools von Google zur Kundengewinnung, © Google

Im Einzelhandel haben stationäre Läden trotz der schier unbegrenzten Möglichkeiten des Online Shoppings noch immer einen hohen Stellenwert. Daher sind Retailer daran interessiert, auch die potentiellen Käufer, die online nach Produkten suchen, in ihre Läden zu locken. Einige neue Tools von Google unterstützen sie dabei; und könnten Nutzer noch schneller zu Kunden machen.

Neue Tools von Google: Den ,Weg‘ zur Conversion bereiten

Konsumenten und potentielle Kunden sind nicht zuletzt dank der Entwicklung im E-Commerce und der digitalen Auswahlverfahren bei der Produktrecherche anspruchsvoller und bei den Anforderungen konkreter geworden. Häufig werden stationäre Läden aufgesucht, wenn die Kunden bereits wissen, was sie dort erwartet – und wie sich Preise und Angebote zur Konkurrenz verhalten. Die Information zu den Produkten läuft längst online ab, mitunter auch direkt im Store.

Dabei kaufen noch immer sehr viele Menschen offline Waren. Einer Googlestudie zufolge gehen 80 Prozent der US-Amerikaner ins Geschäft, wenn sie unmittelbar ein Produkt haben wollen. Obwohl sich dieser Wert künftig weiter verringern dürfte, kann die Relevanz der Umsätze aus dem stationären Handel für die Retailer nicht ausgeblendet werden. Doch diese müssen auf die Produktsuchoptionen, Angebote und weitere Entwicklungen im Online Shopping reagieren (können), um wettbewerbsfähig zu sein. Hierbei sollte ebenfalls darauf geachtet werden, wo die Nutzer ihre Suche starten und wo sie letztlich etwas kaufen.

Google hat aufgrund dieser unweigerlichen Verbindung von Offline- und Online-Handel neue Tools herausgegeben, die den Nutzern eine reibungslose Produktinformation im Kontext beider Bereiche bieten sollen. Das geht aus dem Blogpost von Surojit Chatterjee, Googles Product Management Director, hervor. Darin werden Neuerungen vorgestellt, dank derer dem Nutzer die Conversion – online und im Laden – nähergebracht werden soll.

Die Innovationen zur Kundengewinnung

Zunächst erweitert Google die Affiliate Location Extensions, welche Nutzern lokale Geschäfte im Rahmen von Werbeanzeigen präsentieren. Neben Display und Search können die Angaben zu nahegelegenen Stores nun auch im Kontext von Video Ads bei YouTube eingebaut werden.

Affiliate Location Extensions sind jetzt auch bei Video Ads bei YouTube verfügbar (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Google

Damit soll künftig noch mehr Publikum für die Läden gewonnen werden. Was bei der Relevanz von Videos durchaus möglich ist. Laut Chatterjee sind solche Tools etwa für Automobilhändler von Vorteil, die im Kontext von Autowerbung bei YouTube den nächstgelegenen Händler für dieses Modell angeben könnten. Nach YouTubes Angaben können die Affiliate Location Extensions bei TrueView – In-Stream – oder Bumper Ads zu einem 15-prozentigen Zuwachs bei der Click-Through-Rate führen.

Als weitere Option sollen Retailern bald Catalog Ads zur Verfügung stehen. Diese zeigen den Nutzern, was auch in den Stores offline verkauft wird. Gerade die Produktsuche über das Smartphone, das Tablet oder den PC und die dabei erfahrene Inspiration regt viele Nutzer zum Kauf an. Das zeigen Entwicklungen bei Pinterest oder Instagram ebenso. Wenn den Nutzern also Produktübersichten zur Verfügung stehen, die einfach zu durchschauen sind, hilft das bei dieser Inspirationsfindung. Die neuen Ads bieten zusätzlich Standardinformationen zur Verfügbarkeit und zum Preis in einem lokalen Store. In diesem Format sollen traditionelle Printkampagnen auch digital zur Entfaltung kommen können. Der französische Retailer Boulanger hat die Werbeanzeigen getestet.

Dabei wurden dank der Kampagne 20.000 weitere Besuche in stationären Läden generiert.

Darüber hinaus bietet Google nun ein Local Feed Partnership-Programm. Hier können die Provider von Daten oder Points of Sales Daten an Google weitergeben, die sich auf das vorhandene Inventar bei Läden beziehen. Retailer selbst können in Googles Knowledge Panel im „See what’s in store“-Feature kostenlos ihre lokal verfügbaren Produkte anzeigen.

Preisvergleiche bei AdWords anzeigen

Da der Preis bei einem möglichen Kauf meist ausschlaggebend ist, bietet Google den Wettbewerbern nun auch die Möglichkeit bei AdWords Preisvergleiche anzuzeigen. Mit den sogenannten Price Benchmarks kann ein Produkt mit dem eigenen Angebot dem Preis bei anderen Anbietern gegenübergestellt werden.

Googles Price Benchmarks sollen Kunden zur Conversion führen, © Google

Wenn also ein bestimmtes Produkt deutlich günstiger angeboten wird als bei der Konkurrenz, kann es lohnen darauf bei AdWords per Price Benchmark zu werben. Damit kann ein bestimmtes Produkt schneller zum Seller werden; und die Kunden womöglich eher zur Conversion ermuntert. Sowohl online als auch offline.

Das Shopping Actions-Programm treibt Conversions und Klicks

Zu guter Letzt wird das erst kürzlich gelaunchte Shopping Actions-Programm noch einmal fokussiert. Für dieses konnten und können sich interessierte Retailer eintragen. Es soll die Suche direkt mit dem Produktkauf verbinden. Und dabei den Kauf für die Nutzer vereinfachen.

Googles Shopping Actions sorgt für die Verbindung von Produktsuche und schnellem Kauf (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Google

Derzeit sind über 70 Retailer live beim Programm dabei. Nach Daten von Google zeigt dieses bereits starke Resultate. Demnach liefert das Programm mehr Conversions und Klicks bei geringeren Costs-per-Click.

Dank der bestehenden und teils neuen Tools von Google haben Retailer künftig noch mehr Optionen, um ihren stationären Handel auf die Produktsuche online einzustellen und ihn damit zu verbinden. Das kann zu Erfolgen in beiden Bereichen führen.

Mit einer weiteren Konzentration des Einzelhandels auf Google geht jedoch auch eine gewisse Problematik einher. Denn so weiß Google bald noch deutlich mehr über das Kaufverhalten von Kunden. Das ist für Werbetreibende und Händler natürlich attraktiv. Für Nutzer auch, sofern sie passende Angebote suchen. Trotzdem hinterlässt jeder Weg zur Conversion Spuren bei Google und Co. Das kann sich positiv auswirken, wie Facebooks neues Beschwerdesystem zeigt. Und doch wird enorm viel preisgegeben. Damit erkauft sich der Kunde online auch ein Stück weit die günstigen Preise und das überbordende Angebot.

3 Gedanken zu „AdWords Update: Googles neue Tools machen Online Shopper zu Ladenkunden

  1. Reisig

    Netter Artikel.

    Mich würde interessieren, wie ich zu den Google Price Benchmark im AdWords komme? (bzw. zu den Preisvergleich)

    Ich kann weder im AdWords oder im Internet etwas dazu finden..

    Antworten
    1. Anton PriebeAnton Priebe

      Hallo Reisig,

      es dauert wahrscheinlich noch eine Weile, bis das Update ausgerollt ist. Für die US-Amerikaner heißt es „will be available soon“, der deutsche Markt hinkt wie immer etwas hinterher, also werden wir uns wohl ein wenig gedulden müssen. Eine Timeline gibt Google leider nicht.

      Beste Grüße
      Anton

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.