SEA - Suchmaschinenwerbung

Google könnte Werbekennzeichnung in den SERPs wieder deutlicher machen

Nach dem Roll-out des neuen Designs der Google-Suche für Desktop kam Kritik an der Werbekennzeichnung auf. Daher experimentiert Google nun mit Alternativen.

Google Neon Sign

© Mitchell Luo - Unsplash

Schon 2019 führte Google auf Mobile ein neues Design für die eigene Suche ein. Vor gut zwei Wochen wurde dieses Design inklusive Favicons und einem weniger deutlichen Ad Label auf Desktop ausgerollt. Das sorgte jedoch erneut für Unmut, da einige User die Unterscheidung zwischen werblichen und organischen Listings als nicht hinreichend bezeichneten. Daher reagiert Google und möchte mit dem Design in der Desktop-Ansicht weiter experimentieren.

Zunächst keine Favicons mehr auf Desktop?

Bereits beim Launch des neuen Designs für Mobile wurde von einigen Webmastern beklagt, dass eine Unterscheidung zwischen Werbung und organischen Ergebnissen in Googles SERPs erschwert würde. Der Grund: Das ehemalige grüne Ad Label, das zusätzlich umrandet war, wurde durch ein schwarzes ersetzt. Dieses ist zwar gefettet, könnte allerdings eine Unterscheidung von Angaben bei organischen Listings schwieriger machen. In Deutschland sehen User statt dem schwarzen „Ad“ die Angabe „Anzeige“.

SERP-Design bei Google (Mobile) alt vs. neu
Das neue und das alte Design der Google-Suche (mobil), © Google

Mit dem Roll-out dieses Designs für Desktop wurden wiederum Stimmen laut, die die Werbekennzeichnung für Ads in dieser Version für nicht zureichend halten. Insbesondere, wenn man einen Blick auf die Entwicklung der Ad Labels bei Google wirft. Das hat etwa Twitter User @Thomasbcn getan.

Google reagiert nun auf das Feedback und verspricht weitere Experimente mit dem Layout für Desktop. Dabei werden vor allem Favicons für viele nicht zu sehen sein; während einige sie in anderen Positionen sehen dürften.

Google im Zwiespalt zwischen Werbeeinkünften und User-Zufriedenheit?

Schaut man sich die Entwicklung der Werbekenneichnung in den SERPs an, liegt die Unterstellung nahe, dass die Suchmaschine eine möglichst klare Unterscheidung von Ads und organischen Listings unterwandern wollen könnte. Immerhin profitiert Google von hochperformanten Werbeanzeigen letztlich. Die Zufriedenheit der User und ein positives Image sind jedoch Aspekte, die nicht vernachlässigt werden wollen. Darauf deutet die rasche Reaktion nach dem Roll-out für Desktop hin.

Allerdings gibt Google nur eine Experimentierphase bekannt, ohne konkrete Änderungen festzulegen. Und es ist auch keine Rede davon, das mitunter kritisierte schwarze Ad Label auszutauschen oder zu verändern. Ob also eine deutlichere Werbekennzeichnung aus der Experimentierphase hervorgeht, ist noch gar nicht abzusehen. Während dieser kann man Google aber nicht mehr uneingeschränkt vorwerfen, dieses Problem nicht anzugehen. Google gibt sich kooperativ. Werbetreibende in Googles Werbekosmos könnten durch das neue Design dennoch profitieren.

Einer Verantwortung für die Entwicklung der Werbewahrnehmung im Suchmaschinenkontext kann sich Google aufgrund der eigenen Vormachtstellung nicht entziehen. Und ob die Experimente Kritiker besänftigen können, darf zumindest bezweifelt werden. Eine Kompromisslösung ist wahrscheinlicher als ein klares Bekenntnis zur Advertiser- oder User-Perspektive. Das ist im Digitalraum, in dem die User kostenfreie Angebote in Anspruch nehmen möchten, allerdings oft eine logische Konsequenz. Obwohl viele User sich inzwischen über die Werbeplatzierung bei Google im Klaren sind, sollte die Suchmaschine eine explizite und sehr deutliche Werbekennzeichnung in den SERPs als Anspruch ansetzen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.

Ein Gedanke zu „Google könnte Werbekennzeichnung in den SERPs wieder deutlicher machen

  1. Marketingmensch

    Ich bin Mal so frei und gebe Mal folgendes zu Kenntnis, wenn wir aus dem Marketing den User im Fokus halten und legen sollen, dann sollte die größte Suchmaschine der Welt mit guten Beispiel ebenfalls vorraus gehen!

    Sehr guter Content. Lese immer wieder gerne hier :)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.