Video Marketing

Google überzeugt mit filmreifer Ad bei den Oscars

Während die Oscars die besten Filme ehrten, zeigte Google mit einer Ad für den Assistant ein Händchen für die große Bühne.

© Google

Im Rampenlicht stehen bei den Oscars normalerweise die Siegerinnen, die besten Filme oder der beste Regisseur. Neben Alfonso Cuarón, The Green Book, Rami Malek oder Olivia Colman glänzte vergangene Nacht jedoch auch Google mit einem ganz besonderen Werbeclip. Dieser zeigt, dass einige Helden in Filmen – von Odyssee im Weltraum über Jerry Maguire bis hin zu Hangover – mit dem Google Assistant als Co-Star weit weniger Ärger gehabt hätten.

Googles Werbung während der Oscars sorgt für Furore

Die Hashtags #HeyGoogle und #Oscars geben in Googles Tweet bereits die Richtung vor. Der Google Assistant wird im Kontext der Oscars 2019, einer unglaublich medienwirksamen Veranstaltung, wie schon zu Weihnachten oder beim Super Bowl massiv beworben. Der Clou diesmal: Google setzt auf berühmte Filmszenen, gibt den Protagonisten jedoch den Google Assistant an die Hand, wodurch sie ihre Probleme direkt beheben können. Ein Beispiel: Stu aus Hangover (Ed Helms) gibt der Assistenz den Auftrag, ihm die Fotos der vergangenen Nacht in Las Vegas zu zeigen. Das dürfte den Freunden eine Menge Ärger erspart haben. Oder als der Football Star Rod Tidwell (Cuba Gooding Jr.) in Jerry Maguire bekanntermaßen „Show me the money“ ins Telefon brüllt, da erhält er auf seinem Google Home Hub plötzlich eine konkrete Anzeige zu seinem Vertragswert. Außerdem werden Filme wie Scream oder Lady Bird verarbeitet.

Auch die finale Sequenz mit einem Cameo von Deadpool wird zahlreiche Fans begeistern. Der Marketing-Zug Googles kommt gut an – und das Unternehmen gibt an, dass man viel Zeit mit Filmen verbracht habe.

Der Google Assistant soll in diesem Jahr bereits auf einer Milliarde Geräten verfügbar sein. Darüber hinaus gibt Google selbst an, dass noch 2019 über 100 Millionen Geräte mit einem Button extra für den Assistant auf den Markt kommen sollen. Damit wird die Vormachtstellung im Bereich der Sprachassistenz weiter ausgebaut. Und solch starke Werbung trägt nur weiter dazu bei.

Spotify setzte schon 2018 auf die Kraft der Filme: A Star Is Born

Streamingdienst Spotify brachte schon zum Release des Films A Star Is Born im Herbst 2018 Innovatives zuwege. Eine Video Ad stellt Bradley Coopers Werk zusammen mit Warner Bros. in den Mittelpunkt. Da aber hierin die Musik noch mehr Kraft hat als die Bilder, wurde erstmals ein 3D Sound verwendet. Dieser, so berichtete Kristina Monllos bei Ad Week, soll dem Viewer beziehungsweise Zuhörer ein Gefühl vermitteln, als säße er im Kino oder einem Konzertsaal. Damit wollte man aus der Masse der Video Ads hervorstechen.

We used a specialized audio production technique that delivers audio to the Spotify user so that their ears and brain interpret the sounds as being omnidirectional. This allows placement of sound not just left and right, but above, behind, and in front of the listener in a seemingly 3D space,

erklärte Andi Frieder, Head of Sales, Entertainment Industry bei Spotify, seinerzeit. Auf populäre Filme zu setzen, um das eigene Tech-Produkt im Markt noch prominenter zu platzieren, kann also durchaus von Erfolg gekrönt sein. Advertiser könnten sich daher mit künftigen Filmveröffentlichungen und möglichen Marketingpotentialen im Kontext dieser beschäftigen. Dass sich aber auch bestehendes Filmmaterial für eine gute Werbung eignet, zeigte Burger Kings Super Bowl Ad mit Andy Warhol in der Hauptrolle.

Auch Googles Reinszenierung von Kevin – Allein zu Haus war bereits ein Erfolg. Auf die Inszenierung kommt es an. Das können Advertiser von Filmen lernen; und Google hat in diesem Jahr wieder eine gute Figur gemacht.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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