Technologie

Google Stadia auf der Gamescom im Test: Was kann die Gaming Cloud?

Auf der Gamescom konnten Besucher erstmalig Google Stadia testen. Nach eigenem Ausprobieren stellt sich nun die Frage: Überzeugt die Gaming-Neuerung?

© Toni Gau - Google Stadia, Gamescom

Mit Google Stadia möchte der Big Player nun auch im Gaming einsteigen. Die Funktionsweise ist dabei so einfach wie genial: Statt auf die üblichen Konsolen zurückzugreifen, bedient Google Stadia sich der Internetverbindung. Das Spiel wird nämlich über YouTube Gaming gestreamt und ist somit auf jedem Bildschirm abrufbar. Mit einem Controller ausgestattet, ist es dem Spieler so möglich zu spielen. Die eigene Hardware ist plötzlich irrelevant, nur das Internet zählt – das Motto der Gaming Cloud dementsprechend: „Spend less time waiting, more time playing“. Gestreamt wird dabei in Auflösungen von 720p bis 4K, wobei Google zufolge auch eine Steigerung auf 8K möglich sein sollte. Das einzige Manko scheint die bisher relativ begrenzte Auswahl an Spielen – doch sind darunter bereits Toptitel wie Cyberpunk 2077 oder auch Doom Eternal, worauf viele Gamer bereits warteten.

Und die Aussichten sind gut, dass der Internetriese sich bald gegen die Konkurrenz behauptet. Mit dem Cloud Gaming-Dienst möchte Google eine Milliardenkundschaft ansprechen. „Die meisten Plattformen erreichen ihr Maximum bei 100 bis 150 Millionen Nutzer. Wir schauen auf Milliarden“, sagte Google Manager Jack Buser am vergangenen Mittwoch auf der Videospielemesse Gamescom. Doch alles Reden bringt wenig, wenn die Performance nicht überzeugt, deswegen teste ich Google Stadia auf der Gamescom einmal selbst.

Ein erster Erfahrungsbericht: Wie vielversprechend ist Google Stadia?

Nach 40 Minuten Wartezeit stand es mir frei, Google Stadia einmal ausprobieren zu dürfen. Gespielt wurde die Demo von Doom Eternal. Zunächst wurde mir dabei das physische Kernstück überreicht: Der Controller. In seiner Gestaltung erinnert er stark an den Pro-Controller der Nintendo Switch und liegt beinahe genauso gut in der Hand. Die Handhabung ist dabei so unfassbar ähnlich, dass es mir stellenweise beinahe wie ein Imitat erschien, doch selbst wenn, wäre das zwar eine fragliche, jedoch verständliche Vorgehensweise, da das Original von Nintendo aktuell eines der besten Modelle auf dem Gaming-Markt ist. Nichtsdestoweniger hat die Google Stadia-Variante ein ansprechendes Design, ist hochwertig verarbeitet und insgesamt ein guter Controller – wie wichtig das ist, wird jeder wissen, der selbst aktiv mit diesen spielt. Das bisschen Hardware, welches vorliegt, überzeugt also dementsprechend.

Das Spiel „Doom Eternal“ wurde getestet. © Toni Gau

Als nächstes sollte der Hauptteil der Erfahrung starten, das Spielen von Doom Eternal. Der Loading Screen lädt, ist bei 42% – und bleibt dort auch stehen. Dazu muss man relativieren und sagen, dass ich scheinbar der Einzige war, bei dem dieses Missgeschick passiert ist. Fünf Minuten meiner zwanzigminütigen Spielzeit verbrachte ich allerdings damit, darauf zu warten, dass die Mitarbeiter die mir vorgelegte Demo mir wieder betreibsbereit machten. Ob der Fehler von Stadia oder der Demo ausging, ist nicht ganz klar, ersteres scheint meinem Verständnis jedoch wahrscheinlicher. Natürlich stellt das kein großes Problem dar – Neustart und dann geht es wieder. Nach 40 Minuten Wartezeit empfand ich das natürlich dennoch als leicht nervig, doch passieren derartige Fehler vielmals auch bei normalen Konsolen und wie gesagt, schien ich die Ausnahme zu sein.

Das Spielen selbst verlief daraufhin in etwa 720p und das tatsächlich auch flüssig. Keinerlei Diskrepanz zwischen dem Input, welchen ich über den Controller gab, und dem Geschehen im Spiel; es reagierte wie erhofft in Echtzeit und das auch über die 15 Minuten hinweg. Spielerisch konnte ich keine großen Unterschiede festmachen zu Heimkonsolen, jedoch weiß ich auch nicht, wie stark das mir vorgelegte Internet war. Natürlich besteht die Gefahr, dass bei schwächeren Leitungen die Spielerfahrung weniger angenehm verläuft. Da eine Präsentation natürlich überzeugen soll, bleibe ich weiterhin skeptisch. Den Faux Pas der abgestürzten Demo verzeihe ich gerne anhand der Spieler um mich herum und auch vor mir, die keinerlei derartige Probleme hatten.

Eine gute Investition?

Würde ich meine Skepsis beiseite legen, wäre ich tatsächlich von Stadia überzeugt – natürlich lässt sich aber, da diese doch vorhanden ist, kein endgültiges Urteil fällen. Für 129€ – der aktuelle Preis beim Vorbestellen – scheint mir die Gaming Cloud eine wirklich rentable Investition zu sein, jedoch würde ich empfehlen abzuwarten, bis Google Stadia tatsächlich verfügbar ist  und dementsprechend auch Heimrezensionen erfolgen. Denn wie die Cloud außerhalb der Gamescom läuft und vor allem mit einer aktiven Spielerschaft, welche die Server auslastet, ist der entscheidende Punkt für den Erfolg. Wenn die Cloud auch dann funktioniert, wie bei der Präsentation, sollte Stadia auf eine überaus positive Bilanz stoßen, denn hierbei handelt es sich in dem Fall um ein absolutes Schnäppchen für jeden Gamer – und in der dazugehörigen Branche sollte Google gehörig aufzumischen wissen. Die nächste Alternative zu Stadia wäre aktuell wohl der Steam Link – und dieser stellt für Googles Gaming-Einstieg absolut keine Konkurrenz dar. Der Durchbruch von Google Stadia scheint mir daher nur eine Frage der Zeit, denn die Grundidee dahinter ist so überzeugend, dass diese automatisch auf Erfolg stößt – sofern funktionstüchtig. Mein erster Eindruck war also durchaus positiver Natur und ich bin gespannt zu sehen, wie die Gerätschaft sich schlagen wird, sobald sie allgemein erhältlich ist. Besucher der Gamescom hatten zumindest viel Spaß am Google Stadia und YouTube Gaming-Stand – mich eingeschlossen.

Über Toni Gau

Toni Gau

Toni Gau ist freischaffender Blogger, wobei sein Augenmerk auf Popkultur, Literatur und Storytelling liegt, mit eigens geschriebenen Geschichten zwischendrin. Nach dazugehörigem Studium setzt er hier nun seine Arbeit fort und schreibt seit März 2019 für OnlineMarketing.de

3 Gedanken zu „Google Stadia auf der Gamescom im Test: Was kann die Gaming Cloud?

  1. Chris

    na ja finde es nict gut, dass alles diese ami groß konzerne übernehmen wollen

    deswegen bin ich skeptisch dem gegenüber

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  2. Basti

    Du bist nicht der einzige bei dem es abgestürzt ist. Bei mir ist etwas nach 10Minuten das Spiel ebenfalls zusammen gebrochen.

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