Technologie

Google erlaubt Publisher URL-Anzeige bei AMP Websites mit Signed Exchanges

Die Links zu AMP-Seiten wurden kritisiert, weil die URL nicht die der eigenen Domain widerspiegelt. Das ändert sich dank Googles Kooperation mit Cloudflare.

© The AMP Channel

Google arbeitet mit Cloudflare zusammen, um Publishern endlich die Möglichkeit zu geben, sogenannte AMP Real URLs zu nutzen. Kurz gesagt können diese dank Signed Exchanges bei ihrer eigenen Domain das unmittelbare Laden einer AMP-Seite ermöglichen. Bisher war die URL für AMP-Seiten stets mit Googles AMP URL-Struktur versehen; doch das ändert sich nun.

AMP Real URLs sind auf dem Weg

Das Projekt AMP von Google hat sich in unserer inzwischen Mobile-zentrierten digitalen Welt bereits bewährt. Es handelt sich dabei um ein Open Source HTML Framework, das beschleunigt ladende Inhalte im Mobile-Bereich hervorbringen kann. Dabei können Publisher, Werbetreibende und Co. sowohl Websites als auch Ads, Stories oder E-Mails über AMP erstellen. Im AMP Playground kann das direkt ausprobiert werden.

Ein Problem, das gerade Publisher mit AMP Websites haben, ist die Tatsache, dass die URL immerzu Googles https://google.com/amp/ enthält, da die Seite aus Googles Cache geliefert wird. Im offiziellen Blogpost von Cloudflare, das Google nun als Partner bei einer Lösung für das Problem hilft, wird dafür ein Beispiel gegeben.

AMP URL bei der BBC, Quelle: Cloudflare

Blickt der Nutzer auf die URL im Browser, scheint sie anzugeben, dass es sich um eine Google-Domain handelt. Allerdings soll sich genau das ändern, wie das AMP Project auf Twitter ankündigte.

Mit dem AMP Loading für die eigene Domain kann eine Verwirrung beim Nutzer aufgrund der URL ausgeschlossen werden. Dabei müssen jedoch technologische Hürden überwunden werden.

Das Problem mit der Cache-Auslieferung

Ein Problem, das sich für User darstellt, wenn sie eine über Googles Cache ausgespielte AMP Website und die URL mit Googles Struktur sehen, ist, dass das SSL-Zertifikat des eigentlichen Publishers nicht mehr nachvollzogen werden kann. Aber an diesem Problem wurde bereits Ende letzten Jahres gearbeitet. Dank Web Packaging können Seiten nun in einem AMP Cache gespeichert und von dort ausgeliefert werden, während zugleich die originale URL des Publishers im Browser angezeigt wird. Seit heute können alle Nutzer auf das als AMP Real URL bezeichnete Feature zurückgreifen.

Doch wie funktioniert das überhaupt? Googles AMP Crawler lädt den Content einer Seite herunter und speichert ihn mehrmals täglich im AMP Cache. Wenn diese Seite nun AMP Real URL als Feature hat, wird Cloudflare deren Inhalte digital „unterschreiben“, also kryptographisch absichern, dass es von dem entsprechenden Publisher bereitgestellt wird. Ein Browser (derzeit aber nur Chrome bei Android) kann dank dieser „Unterschrift“ die korrekte URL anzeigen, wenn ein Nutzer auf die AMP Website des Publishers zugreift.

Grafische Ansicht des Systems zur AMP Real URL, © Cloudflare

Mit dem beschriebenen System sollen Nutzer nun also nicht mehr Googles AMP URL-Struktur sehen, sondern nur die URL des Publishers. Trotzdem werden die Seiten noch immer von Googles AMP Cache ausgeliefert.

Was sind die Vorteile von AMP Real URL?

Cloudflare gibt an, dass das neue System beim Gebrauch von AMP Websites einige Vorteile bietet. Darunter eine unique Brand-Präsentation im Browser oder eine simplere Analytics-Einordnung. Ohne den grauen Balken der AMP URL-Struktur Googles gibt es zudem mehr Screen Space und die Bounce Rate soll ebenfalls reduziert werden. Schließlich bietet die „Unterschrift“ für die Inhalte noch eine Sicherheit, dass der Content nicht kompromittiert wurde.

AMP has played a key role in helping us to more effectively reach our audience and develop our online community, we’re keen to use AMP Real URL to better manage our online presence and keep our users engaged on the site,

sagt etwa Andrew Warner, CTO von Genius.

Auch bei Google ist das Feature ab heute verfügbar, zunächst für die Suchergebnisse. Bislang nur im Chrome Browser zu nutzen, sollte die Option der Signed Exchanges bald auch umfassender zur Verfügung stehen. AMP Real URL soll zudem nach Gesprächen mit Nutzern und Publishern nicht kostenpflichtig sein. Denn Cloudflare und Google meinen, dass die Integration von AMP Real URL das mobile Internet besser machen wird und daher von allen AMP-unterstützten Seiten eingeführt werden sollte.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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