Mobile Marketing

Google setzt Benchmark: So schnell laden mobile E-Commerce & Travel Websites in Deutschland

Die Mobile Marketing Association und Google zeigen mit den Mobile Speed Leaderboards, wie schnell mobile Seiten sind, wie schnell sie sein sollten und warum.

© LinkedIn Sales Navigator - Unsplash

Die mobile Ladegeschwindigkeit ist für viele User ein entscheidender Faktor bei der Wahl der genutzten Website. Für Onlinehändler, Vergleichsportale und Co. Grund genug, sich an den Leaderboards der MMA Germany und Google zu orientieren. Im Fokus: die Optimierung der User Experience.

Kooperation zur Optimierung von Mobile Pagespeed

Bei thinkwithGoogle wurde bekannt gegeben, dass das Unternehmen zusammen mit der Mobile Marketing Association Germany daran arbeitet, den Mobile Speed hierzulande auf Vordermann zu bringen. Dazu sollen von nun an in jedem Quartal Leaderboards veröffentlicht werden, die im Vergleich den mobilen Pagespeed bekannter Anbieter darstellen.

Aber warum ist die Ladegeschwindigkeit so elementar? Was sich aus simpler Überlegung ergibt, kann Google mit Zahlen unterfüttern. Einer Studie aus dem vergangenen Herbst zufolge werden 53 Prozent aller Websiteaufrufe abgebrochen, sobald die Seite mehr als drei Sekunden zum Laden braucht. Während auch für 46 Prozent der Befragten das Warten auf das Laden von Websites als größtes Ärgernis beim mobilen Surfen galt, wurde die Grenze von drei Sekunden als Nutzererwartung für die nun veröffentlichten Leaderboards eingeführt.

Bei den Leaderboards hat man diesmal die Reisebranche sowie der Einzelhandel unter die Lupe genommen. Hierzu wurden Daten der GfK (Gesellschaft für Konsumgüter) zu Rate gezogen, um die meistbesuchten Seiten dieser Bereiche auszumachen.

bonprix ist mobil am schnellsten für dich da

In nur 2,7 Sekunden lädt die mobile Seite von bonprix.de. Damit unterschreitet sie sogar die Usererwartung (drei Sekunden) und setzt die Benchmark zumindest für Bekleidungshändler. Allerdings braucht es bis zur ersten Interaktion immerhin 17,5 Sekunden. Der Zweitplatzierte im Bereich Bekleidung ist die Seite kleiderkreisel.de, die jedoch schon 4,5 Sekunden Ladezeit aufweist. Pagespeed ist in der Grafik blau dargestellt, First Interactive orange. Die Linie zeigt die Ladezeit im Kontext der Nutzererwartung an.

Mobile Speed bei Bekleidungshändlern (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Grafik), © Google

Karsten Uhlig, Vice President E-Commerce & Business Intelligence bei bonprix, meint:

Schon 0,1 Sekunden mehr Speed bewirken eine signifikante Umsatzsteigerung. Wir sind stolz, dass der bonprix Mobileshop die schnellsten Ladezeiten unter allen Retailern in Deutschland erreicht. Das Ergebnis des Google Ranking bestätigt unsere Strategie, von Beginn an und konsequent in die Performance unseres Shops zu investieren.

Als Unterkategorien für den Einzelhandel wurden unter anderem ebenso Online-Versandhändler und der Lebensmitteleinzelhandel untersucht. In Kategorie eins schnitt buecher.de mit nur 2,8 Sekunden Ladezeit am besten ab; noch vor amazon.de (3,2 Sekunden).

Mobile Speed bei Versandhändlern (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Google

Bei den Lebensmitteln musst du fast fünf Sekunden warten, ehe du Edekas Seite geladen hast. Dagegen erscheint gourmondo.de schon nach 3,7 Sekunden. Gernot Knefz, Marketingleiter dort, gibt an:

Unsere Kunden kaufen in der Regel mehrere Produkte in einer Bestellung und rufen daher auch zahlreiche Kategorie-, Suchergebnis und Produktdetailseiten in ihrer Session auf. Da wirken sich Verbesserungen der Ladezeiten sehr stark auf die Conversion-Rate aus.

Mobile Speed beim Lebensmitteleinzelhandel (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Google

Doch wie sieht es im Bereich der Reisebranche aus?

A-Rosa toppt sie alle

In der Unterkategorie Pauschalreisen- und Kreuzfahrtanbieter nimm a-rosa.de den ersten Platz ein, weil die Seite mobil lediglich 2,2 Sekunden zum Laden braucht und damit insgesamt am besten fährt.

Mobile Speed bei Pauschalreisen- und Kreuzfahrtanbietern (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Google

Überzeugend schnell sind ebenfalls die Websites von Bereitstellern von Transportmitteln. So braucht hvv.de nur 2,7 Sekunden. Aber bahn.de ist mit 3,1 Sekunden Ladezeit nicht viel langsamer.

Mobile Speed bei Seiten von Verkehrsmittelanbietern (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Google

Die Online-Reisebüros werden in Sachen Mobile Page Speed von flug24.de angeführt. 2,6 Sekunden Ladedauer sprechen hier für sich. Ähnlich stark sind casamundo.de (3,2 Sekunden) und hotel.de (3,3 Sekunden).

Mobile Speed bei Online-Reisebüros (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Google

Die bereitgestellte Übersicht offenbart, das einige Unternehmen die Optimierung von mobilem Pagespeed schon sehr ernst genommen haben. Sie setzen Benchmarks, denen andere Unternehmen folgen müssen. Immerhin gibt es noch viel Luft nach oben, erläutert Dominik Wöber, Head of Performance Sales für Mitteleuropa bei Google:

Es reicht heute nicht mehr aus, sich als Unternehmen nur mit dem direkten Branchenwettbewerb zu vergleichen, sondern die allgemeine Nutzererwartung von einer dreisekündigen Ladezeit zu übertreffen. Der Großteil der deutschen Unternehmen hinkt mit sieben bis elf Sekunden Ladezeit des visuellen Teils noch deutlich hinter der Nutzererwartung von drei Sekunden hinterher.

Und die Ergebnisse, die im Blogpost in aller Ausführlichkeit betrachtet werden können, sind nur eine Momentaufnahme. Denn die User sind bereits an so schnell ladende Seiten gewöhnt, dass sie künftig wohl noch weniger Toleranz gegenüber zu langen Ladezeiten aufbringen dürften. Das gilt es sich zu vergegenwärtigen; wo doch der mobile Zugriff auch für Retailer und Dienstleister immer wichtiger wird. Für sie kann das Sprichwort „Zeit ist Geld“ eine neue Bedeutung gewinnen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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