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Google: Künstliche Intelligenz soll nicht für den Waffenbau missbraucht werden

Google gibt dem Militär einen Korb. Der Konzern möchte seine künstliche Intelligenz nicht für die Entwicklung von Waffen oder Überwachungssystemen nutzen. Doch ist das wirklich so einfach?

© UX Gun - Unsplash

Google hat einen Satz Richtlinien veröffentlicht, die den Umgang mit künstlicher Intelligenz eingrenzen sollen. In einem Blogeintrag erklärt Chief Executive Sundar Pichai, dass die KI keine Voreingenommenheit schaffen, sondern Vorteile für die Gemeinschaft bringen soll.

Keine Forschung in Richtung Waffenbau und Überwachung

Besonders wichtig sei Google der Schutz von Menschenrechten. Deswegen weigert der Konzern sich, seine KI für die Entwicklung von Waffen herzugeben. Das Gleiche gilt für die unrechtmäßige Überwachung der Bevölkerung. Trotz dessen will Google aber weiterhin mit dem Militär und Regierungen zusammenarbeiten. Besonders die Ziele Internetsicherheit, Ausbildung und Rekrutierungen fürs Militär stehen dabei im Fokus. Pichai selbst schreibt:

We recognize that such powerful technology raises equally powerful questions about its use. How A.I. is developed and used will have a significant impact on society for many years to come.

Proteste der Mitarbeiter machten Google Druck

Auslöser für die Erstellung der Richtlinien war Googles Beteiligung am Maven-Programm des Pentagons. Dieses will KI nutzen, um Videomaterial zu interpretieren und gezielt für Drohnenangriffe zu nutzen. Über 4.000 Mitarbeiter des Internetriesen unterschrieben daraufhin eine Petition gegen die Zusammenarbeit. Und Google gab klein bei. Kurz darauf wurde verkündet, dass man die Kooperation nach Ende der Vertragslaufzeit nicht mehr verlängern würde. In seinem Blogeintrag äußerte sich Pichai übrigens nicht zu der Mitarbeiterbewegung. Lediglich wurde immer wieder betont, dass die Zusammenarbeit mit dem Pentagon nie zur militärischen Offensive diente.

KI ist Googles Zukunft

Das Unternehmen baut auf KI, trotz einiger herber Rückschläge. So wurden beispielsweise Extremistenvideos auf Youtube empfohlen und bei der Bilderkennung Personen mit dunkler Hautfarbe als Gorillas eingeordnet. Die nun veröffentlichten Richtlinien im Umgang mit KI sind nicht außergewöhnlich. Jedoch sticht eine Regel heraus:

We will reserve the right to prevent or stop uses of our technology if we become aware of uses that are inconsistent with these principles.

Heißt, Google stoppt die Weiterentwicklung der KI, wenn deren Nutzung nicht mit den Richtlinien übereinstimmt. Ob dieser Schritt aber wirklich machtvoll ist, wenn KI bereits in die falschen Hände gelangt ist, bleibt fraglich. Zudem können die veröffentlichten Forschungsberichte zu Googles KI ebenso von Militär und Regierungen genutzt werden, um eigene Programme ins Leben zu rufen. Dass die Richtlinien also wirklich verhindern, dass neue KI-basierte Waffen in Kriegsgebieten zum Einsatz kommen, ist unwahrscheinlich.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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