Technologie

Google Chrome Canary verzichtet auf die URL

Eine URL ist weder schön, noch praktisch. Canary, ein Build für Google Chrome, wagt deshalb den mutigen Schritt und verzichtet auf die URL.

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Open Source Version Canary Build ab sofort ohne URL unterwegs

Auch, wenn sich die Google Chrome Version Canary eigentlich eher an Developer und „early adopter“ richtet und, wie Google schreibt, auch gerne mal abstürzen kann, ist das Canary Build ein gutes Orakel, die neusten Trends und Features in der Welt der Webbrowser vorherzusagen. Eine dieser möglichen Entwicklungen ist seit kurzem im Google Chrome Canary Build verfügbar: Der Browser entfernt die URL aus der guten, alten Adresszeile.

Allen Pike Chrome Firefox Vergleich Screenshot

Canary im Vergleich mit Firefox – Quelle: allenpike.com

 

Für Allen Pike ist dieser Schritt schon lange mehr als notwendig:

I realize that URLs are ugly to look at, hard to remember, and a nightmare for security. Still, they are the entire point of the web.

Schritt zur Enttechnisierung von Browsern

Auf der anderen Seite ist die URL ein elementarer und eindeutiger Bestandteil des Internet, weil sie die verschiedenen Seiten miteinander verbindet:

The web has always been a nebulous concept, but at its center is the idea that everything can be linked.

Für die Macher von Webbrowsern war deshalb auch immer klar, dass die URL einen ganz wesentlichen Bestandteil des User Interface ausmacht. http://www. steht eigentlich überall standardmäßig oben mittig.

Doch ist die URL nicht eigentlich nur ein kompliziertes Relikt aus vergangenen Tagen? Schließlich erlauben Chrome und Firefox die Suche per Eingabe der gewünschten Begriffe in die Adresszeile schon seit vielen Jahren und machen damit immerhin die Ansteuerung einer Suchmaschine durch die aufwändige Eingabe der entsprechenden URL schon mal überflüssig.

Gerade ältere Nutzer könnten profitieren

Nun streicht Google Chrome (wenn auch zunächst nur im Canary Build) die komplizierte und unübersichtliche URL sogar komplett und passt damit, wenn auch nicht ohne Eigennutzen, seinen Browser an das Verhalten der Nutzer an. Die nutzen Google wohl ohnehin als Startseite und tippen auch sonst nie URLs ein, sondern googlen viel lieber oder nutzen die Favoriten-Listen.

Möglich ist sogar, dass gerade weniger internetaffine Nutzer in bestimmten Szenarien von der Neuerung profitieren. Allen Pike führt dazu die URL www.murica-bank.biz/bankofamerica.com/securelogin.asp an, welche in Canary wohl nur als murica-bank.biz (in einem grauen Kasten, siehe Abbildung oben) dargestellt würde. Potenzielle Opfer von Phishing Mails hätten so eine gute Chance, doch noch rechtzeitig zu erkennen, dass sie sich bei der Murica Bank, nicht aber bei ihrer eigentlich Bank, der Bank of America, befinden.

Ist die Anzeige der URL überhaupt noch zeitgemäß? Wie nutzt ihr euren Browser? Tippt ihr URLs oder nutzt ihr Favoriten, Google und Co.?

Über Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe

Fokusthemen auf OnlineMarketing.de: CRM, (Web) Analytics & E-Mail Marketing. Studium: B. A. in Business Administration, M. Sc. in E-Commerce. Mitglied der Digital Analytics Association Germany. Schnittstelle zwischen Marketing & IT mit einem Herz für Analytics. Derzeit tätig im Digital Push Marketing bei OTTO (GmbH & Co KG). Vorher im Solution Consulting der netnomics GmbH.

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