E-Commerce

Ganz persönlich: Amazon kleidet Kunden individuell ein

Mit dem Personal Shopper möchte Amazon den Fashion-Markt erobern. Dabei werden wertvolle Daten gesammelt.

© Amazon

Stilvoll eingekleidet von Kopf bis Fuß, individuell abgestimmt auf jeden Kunden: Ein neuer Service von Amazon versucht sich als persönlicher Stilberater und ist an Prime-Mitglieder gerichtet, welche die Android oder iOS-App des Unternehmens nutzen. Damit schleicht sich der Internetriese wieder in das Fashion-Geschäft, das eher von Händlern wie Zalando dominiert wird. In dem Bereich individuell zusammengestellter Kleidungsboxen macht Amazon so Anbietern wie Stitch Fix oder Fabletics Konkurrenz.

Ein Personal Shopper für Prime-Mitglieder

Der heute angekündigte neue Service ist aktuell nur für Frauenklamotten bis Größe 3XL und innerhalb der USA verfügbar. Bald soll er auf andere Länder und das Herrensortiment ausgeweitet werden. Basierend auf dem Style der Kunden und einem festgelegten Budget, stellen Stylisten ein komplettes Outfit zusammen und versenden es zu jedem Kunden nach Hause.

After learning more about your broad preferences including style, fit, and budget, our stylists will curate inspirational pieces for everyday or help find that perfect look for work, vacation, or a night out.

Angriff auf die Fashion-Branche

Vor dem Versand können die Kunden den Inhalt ihrer Box begutachten. Gezahlt wird nur für die Kleidung, die behalten wird, zusätzlich zu den 4,99 US-Dollar monatlich. Damit bietet Amazon den Service günstiger an als beispielsweise Stitch Fix. Das Unternehmen wird mittlerweile auf zwei Milliarden US-Dollar geschätzt und konnte schon mehrere Millionen Kunden anlocken. Das ist jedoch nichts im Vergleich zu den 100 Millionen Prime-Mitgliedern von Amazon. Schon mit der Einführung von StyleSnap, einem KI-basierten Tool, das Nutzern Kleidungsstücke anzeigt, die ähnlich denen auf hochgeladenen Bildern oder Screenshots sind, wagte Amazon einen Vorstoß in das eher nicht mit dem Unternehmen assoziierte Terrain und damit einen Angriff auf die bestehende Fashion-Branche. Auch die geplante Einführung von 3D Körperscans weist in die selbe Richtung.

Ein Paradebeispiel für Individualisierung

Kunden wollen nicht das sehen, was alle anderen sehen. Mittlerweile kreiert sich jeder sein eigenes Fernsehprogramm, erwartet in Newslettern oder nach Online-Bestellungen persönlich angesprochen zu werden und möchte Anzeigen sehen, die relevant für ihn sind. Da ist der Ansatz, Kunden ein individuelles Outfit zu erstellen, sehr gelungen, um Kunden nachhaltig an sich zu binden. Dass nebenbei relevante und vor allem detaillierte Daten über die Kunden gesammelt werden, kann dem Internet-Giganten nur recht sein, schließlich lassen sich diese auch auf alle anderen Bereiche anwenden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.