Social Media Marketing

Fußball: Social Media als Geschäftsmodell

Lange Zeit haben die Clubs der Bundesliga die Social Networks nur zum Fan-Kontakt genutzt. Jetzt soll sich das Engagement langsam auszahlen.

Grafik: Gerd Altmann / pixelio.de

Wie die Online-Ausgabe des Handelsblatt berichtet, hat der 1. FC Köln jetzt seine Spielstätte, das Rhein-Energie-Stadion, beim Social Network Foursquare hinterlegt. Eine Win-win-Situation: Die Fans können über das Network erkennen, welcher ihrer Bekannten sich gerade im Stadion aufhält. Und die Verantwortlichen des FC sehen, wie oft welcher Anhänger ins Stadion kommt. Angeblich haben einige hundert Fans sich bereits für den Dienst angemeldet.

Damit sich noch mehr FC-Anhänger anmelden, sollen Angebote gemacht werden. Maurice Sonneveld, der beim FC für die Neuen Medien zuständig ist, erklärt: „Wir überlegen, für Foursquare-User ab der nächsten Saison Rabatte auf die Resttickets an der Tageskasse zu gewähren.“

Gleichzeitig wird den Erwartungen der zahlreichen Sponsoren des 1. FC Köln Rechnung getragen. „Unsere Sponsoren erwarten ein strategisches Marketing in den sozialen Netzwerken. Klubs, die das bieten, haben in den Verhandlungen mit Geldgebern bessere Karten“, so Sonneveld.

Das, was der 1. FC Köln macht, ist beispielhaft für das Verhalten vieler Vereine der Fußballbundesliga. Nachdem die Social Networks bisher nur für den Kontakt mit den Fans genutzt wurden, soll jetzt auch der Rubel rollen. Dabei helfen natürlich die Daten, die die Vereine bislang bekommen haben.

„FCB Alert“ für Barca-Fans

Erst kürzlich hat der spanische Spitzenclub seine Anwendung „FCB Alert“ freigeschaltet. Die User dieser App erhalten bestimmte Informationen, die nach Targeting-Gesichtspunkten ausgewählt werden.

Das Handelsblatt nennt ein Beispiel: So würden in Norditalien lebende Barca-Fans in ihrer Sprache mit Details über das Auswärtsspiel der Katalanen beim AC Mailand informiert. Alle anderen Facebook-Fans von Barca würden diese Infos nicht bekommen.

Karl-Heinz Land, der Leiter der Geschäftsentwicklung soziale Netzwerke bei Microstrategy, erwartet, dass diese Anwendung auch für Bundesliga-Clubs kommen wird. Sein Unternehmen hat die App für den FC Barcelona programmiert. Land sagt: „’FCB-Alert‘ erlaubt es uns, Informationen nur dort an den Kunden heranzutragen, wo sie gewünscht sind. Herkömmliche Werbung ist oft lästig und der Streuverlust ist größer.“

Bayern bauen eigenes Network

Der FC Bayern München hat sich gleich sein eigenes Social Network gebaut – myfcb heißt das und ist in gewisser Weise Facebook nur für Bayern-Fans. Hier gibt es keinen „Gefällt mir“-Daumen, sondern einen „Guad“-Button.

Lorenz Beringer, der Projektleiter für Social Media beim FC Bayern, hofft natürlich, dass die Bayern-Fans hier viel Zeit verbringen. Doch auch auf der Facebook-Präsenz des Rekordmeisters soll ordentlich geklickt werden. Laut Beringer bietet der Klub hier exklusiv Merchandising-Artikel an. Und die bringen dem Verein das gewünschte Geld.

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