SEA - Suchmaschinenwerbung

FTC mahnt Suchmaschinenindustrie: Werbeanzeigen müssen gekennzeichnet werden

In einem Brief an mehr als 20 bedeutende Suchmaschinenanbieter reagiert die Federal Trade Commission auf die verschwimmenden Grenzen zwischen Anzeigen und organischen Ergebnissen.

Die Federal Trade Commission mahnt die Suchmaschinenindustrie in einer öffentlichen Publikation und durch Briefe an mehr als 20 Suchmaschinenanbieter, Suchergebnisse stärker von Werbeanzeigen abzuheben. Dahinter steht die immer unschärfer werdende Grenze zwischen bezahlten und organischen Inhalten.

Bereits im Juni 2002 folgte auf diese Entwicklung eine erste Warnung, denn:

ohne eine klare und deutliche Kennzeichnung kann eine solche Verschleierung die Nutzer der Suchmaschinen dazu verleiten, zu glauben, es handle sich bei den Suchergebnissen um relevante Inhalte, nicht Marketingstrategien.

Der erste Brief an die Anbieter zitiert unter anderem die Ergebnisse einer Studie, laut der 60% der Internetnutzer damals keine Kenntnis von der Existenz bezahlter Suchergebnisse hatten. Hinter der Mahnung steht Abschnitt 5 des Federal Trade Commission Act, der “unlautere und irreführende Handlungen und Praktiken im Handelsverkehr oder diesen betreffend” verbietet.

Die aktuelle Warnung stützt sich auf die selben Prinzipien und betont die Erfordernis von “Hinweisen, Kennzeichnungen oder anderer Techniken, die Anzeigen ausreichend hervorheben, um Konsumenten nicht in die Irre zu führen.” Zu den Empfängern zählen allgemeine Suchmaschinen wie AOL, Ask, Bing, Google, Blekko, DuckDuckGo und Yahoo! sowie 17 bedeutende Spezialsuchmaschinen aus den Bereichen “shopping, travel, and local business”, die Werbeplätze anbieten.

Als Wettbewerbsbehörde mit einem Augenmerk auf den Verbraucherschutz kann die Federal Trade Commission betroffene Suchmaschinenanbieter zwar nicht selbst abstrafen, dafür aber vor den Bundesgerichten bürgerrechtliche Strafen und Entschädigungen für von unlauterem Wettbewerb geschädigte Konsumenten fordern. Im letzten Jahrzehnt widmete sich die FTC vermehrt dem E-Commerce und generell Internetaktivitäten betreffenden Themen.

Hier der komplette Brief.

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