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Feedbackfunktion für die Suche: So will Google Fake News verhindern

Google möchte in der Suche qualitativen Content hervorheben. Dazu soll eine einfache Feedback Funktion beitragen, die auch das Ranking beeinflusst.

© Pixabay | Pexels, CC0

Google reagiert mit umfassenden Änderungen auf die Verbreitung von anstößigem und „minderwertigem“ Content über die Suchmaschine. Dabei soll nicht nur die Funktionsweise der Google Suche klargestellt, sondern vor allem das Ranking verbessert werden. Hierzu führt das Unternehmen eine Feedback Funktion für die Suche ein, die die Algorithmen weiter optimieren soll.

Unzuverlässige Inhalte – die Feedback Funktion soll helfen

In einem offiziellen Blogpost gibt Ben Gomes, VP of Engineering bei Google Search, an:

Damit wir einen umfassenden und nachhaltigen Wandel bewirken können, werden wir die Google Suche weiteren strukturellen Änderungen unterziehen.

Dieser Wandel soll ein optimiertes Ranking bewirken. Denn Gomes’ Angaben zufolge sind 0,25 Prozent des täglichen Traffics bei Google Search „anstößige oder eindeutig irreführende Inhalte“. Als Reaktion sieht Google Änderungen vor, die das Suchranking betreffen. Diese Punkte sollen optimiert werden:

  • Qualitätsbewertung bei Suchergebnissen
  • Feedback Tools
  • Transparenz in Bezug auf Google Produkte

In einem Testlauf hat Google Feedback von Prüfern ausgewertet, um die Richtlinien für die Qualitätsbewertung von Suchergebnissen zu optimieren. An diese können sich User künftig halten, wollen sie falsche Nachrichten oder anstößige Ergebnisse melden. Dabei soll dieses Prinzip helfen, über die Algorithmen Inhalte „von geringer Qualität herabzustufen“. Denn auch die mannigfaltigen Faktoren, die ein Ranking bei Google bedingen (Aktualität des Inhalts, Übereinstimmung mit der Suchanfrage usw.), wurden angepasst. Sodass irreführende Inhalte oder solche von – wie Gomes schreibt – „minderer Qualität“ im Ranking herabgestuft werden. Die Tools für ein direktes Feedback bieten nun Usern die Möglichkeit, diesen Prozess zu unterstützen.

Wie das Feedback Tool auf das Ranking wirkt

Da Google die Suche für seine User möglichst einfach und schnell gestalten möchte, gibt es die bekannte automatische Vervollständigung bei der Suchanfrage. Weil diese aber auf Algorithmen und den Suchanfragen anderer User beruht, kann es auch bei dieser Vervollständigung zu anstößigen Vorschlägen kommen. Das folgende Beispiel widerspricht eigentlich Googles Richtlinien für die automatische Vervollständigung.

Eine unangebrachte automatische Vervollständigung der Suchanfrage bei Google Search, Screenshot Google

Deshalb hat Google nun eine Feedback Funktion eingebaut, die direkt unter der Suchanfrage aktiviert werden kann. Hier kann der User unpassende Inhalte ohne Umwege melden.

Auch für die Snippets in den Google SERPs gibt es diese simple Feedback Funktion. Hierbei kann ein User falsche Definitionen melden; etwa wenn er der Meinung ist, der Whopper müsse anders definiert sein. Kommentare oder Empfehlungen kann der User ebenso einbringen.

Feedback Option zum Google Snippet (nach Wikipedia) zum Whopper, Screenshot Google

Trotz der simplen Funktionen sollte immer ein Grund vorliegen, um etwas zu melden. Zwar heißt es bei Google: „Ihr Feedback wirkt sich nicht unmittelbar auf das Ranking einer einzelnen Seite aus“; doch die Frage, inwieweit auch unmotiviertes Melden von Inhalten Einfluss auf Googles Ranking Optimierung gewinnt, darf in den Raum gestellt werden.

Google spricht von Transparenz, doch werden falsche Fakes erkannt?

Der Post Googles bietet all jenen, die an der Funktionsweise von Search interessiert sind, die Möglichkeit sich über die aktualisierte How Search Works-Seite zu informieren. Die Beschreibung des Ranking Systems und Testberichte sind dort zu finden. Google möchte, auch mithilfe der User selbst, den Billionen von Suchanfragen möglichst hieb- und stichfeste sowie qualitativ hochwertige Informationen folgen lassen. Dieses Anliegen ist tatsächlich ehrenwert und kann in einer Zeit, da es unheimlich viel Content und diverse News- und Informationsseiten gibt, qualitativem Content zu einem besseren Ranking verhelfen. Und es kann womöglich dazu beitragen, anstößige Inhalte oder Falschmeldungen bei Google Search zu reduzieren. 

Dennoch stellt sich die Frage, ob nicht seriös wirkende, aber mutwillig falsche Bewertungen im Wettbewerbsstreit zu negativen Einstufungen für per se lautere Inhalte führen können. Allerdings gibt das Unternehmen auch an:

Doch geht es uns darum, das Vertrauen der Benutzer in uns zu wahren und unsere Produkte derart zu gestalten, dass sie für jedermann nützlich sind. Und genau dafür setzen wir uns ein – früher, heute und in Zukunft.

Kritik an Optimierungen ist immer möglich und häufig nötig. Trotzdem hat Google mit diesen Optimierungen – eventuell auch eine Reaktion auf den Werbeboykott bei YouTube und Google – einen Schritt zu mehr Qualität bei Search gemacht. Doch bleibt der leise Zweifel bestehen, dass einige Wettbewerber die Feedback Funktion für ihren eigenen Nutzen zu instrumentalisieren suchen.

Google kann jedoch mit qualitativeren Suchergebnissen nicht nur die UX verbessern, sondern auch das eigene, lukrative Werbegeschäft weiter ankurbeln. Ob und wie sich etwaiges Feedback wirklich auf das Ranking auswirkt, bleibt vorerst abzuwarten.

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