Suchmaschinenmarketing

FBI schlägt zu: eBay Affiliate-Betrüger gefasst

Zwei von eBays Top Affiliates wird vorgeworfen, sich durch Cookie Stuffing illegal bereichert zu haben. Ihnen drohen lange Haftstrafen.

Brian Dunning, Google+

Morgens um 07.03 Uhr stand das FBI zeitgleich vor den Türen von Shawn Hogan und Brian Dunning. Hogan, CEO der Online Marketing Firma Digital Point Solutions wurde in seiner Wohnung von 9 Agenten überrascht und verhört, seine komplette Computer-Ausrüstung beschlagnahmt.

Hogan und Dunning kassierten in eBays Affiliate-Programm zusammen stolze 35 Millionen USD. Der Anteil Shawn Hogans allein belief sich bis zur Anklage auf 15% der jährlichen Affiliate Budgets. 26.000 Affiliates teilen sich diese 70 Millionen und nehmen so durchschnittlich 2,700$ ein. Hogan ist seit 1999 am Programm beteiligt, Dunning seit 2000. Wirklich erfolgreich wurden die beiden aber erst im Jahre 2006.

Shawn Hogan, Wikipedia

Shawn Hogan, Wikipedia

Dunning stellte zu dieser Zeit “WhoLinked” fertig, eine Blog-Erweiterung, die Betreiber über Backlinks informiert. Hogan entwickelte “Geo Visitors”, eine ähnliche Erweiterung zur Lokalisierung der Besucher. Diese Widgets kamen mit Tracking-Cookies aus eBays Affiliate-Programm, im Fall von Geo Visitors 650.000. Der dadurch aufgezeichnete Traffic und eventuelle Kaufabschlüsse wurden durch die normale Provision vergütet, obwohl gar kein Zusammenhang zwischen den Affiliates und den späteren Aktionen der Besucher besteht.

Seit dem enormen Traffic-Anstieg im Jahre 2006 versuchte eBay selbst, das Geheimnis hinter dem Erfolg der beiden Marketer zu lüften. Mit einer Falle, genannt “Trip-Wire” kam man ihnen am Ende auf die Schliche. Ein .GIF auf der Homepage filterte Visitors, bei denen Cookies von Hogans und Dunnings Widgets installiert waren. Das Ergebnis: Etwa 99% des aufgezeichneten Traffics kam ohne Lead der beiden Affiliates zustande.

Im Jahr 2009 wandte sich eBay dann an das FBI, das schließlich mit einem Durchsuchungsbefehl zuschlug. Shawn Hogan und Brian Dunning drohen bis zu 20 Jahre Haft, beide bekennen sich des Betruges schuldig.

Ein sehr ausführlicher Bericht findet sich auf Business Insider.

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