Social Media Marketing

FB-Werbung: Erkenntnisse eines Fake-Tests

Die BBC hat für einen Test des Facebook-Advertisements eine fiktive Firma aus dem Boden gestampft. Und erhielt interessante Ergebnisse.

Big Business: VirtualBagel

Wie verläuft eine Werbekampagne über Facebook, die spottbillig ist und schlechtes Targeting aufweist? Die BBC wollte anfang der Woche genau das wissen und hat ein Experiment unternommen.

Der Versuchsaufbau ist schnell erklärt. Man nehme eine fiktive Firma mit Namen VirtualBagel, versehen mit nichts außer einem Bagel als „Firmenfoto“ und einigen wenigen Angaben zu Standort und Öffnungszeiten. Man bewerbe sein neues Business mit einer aufwendigen Facebook-Kampagne, basierend auf einem Werbebudget von 10 Dollar. Das Targeting der Ads fällt entsprechend zielgerichtet aus, potenziell 112 Millionen Kunden fallen unter die Kriterien. Das erstaunliche Ergebnis: innerhalb von 24 Stunden erhielt VirtualBagel 1.600 Likes. Besonders aus Ägypten, Indonesien und den Philippinen kam positives Feedback, dagegen kaum aus dem UK und den USA, eher als „Bagelländer“ bekannt.

Wie sich herausstellte, stammen die Likes denn auch kaum von arabischen und asiatischen Bagelfans, sondern von Fake-Profilen, die auch wahllos andere Seiten, marken und Unternehmen „geliked“ haben. Die BBC fragte Facebook darum einmal, ob der Unternehmenswert von 100 Milliarden US$ angesichts dieser Fülle an falschen Accounts und der offensichtlich weit verbreiteten Praktik des Astroturfings, also des falschen oder erkauften Supports gerechtfertigt ist.

We’ve not seen evidence of a significant problem. Neither has it been raised by the many advertisers who are enjoying positive results from using Facebook…. Looking at the test case you flagged – the person has, for some reason, taken a scatter-gun approach to distributing their ads, sending them to multiple countries with little or no demographic targeting.

Facebook verwies auch auf die Maßnahmen, die das Unternehmen treffe, um solche Praktiken zu unterbinden und das überaus schlechte Targeting der Testkampagne. Zusätzlich wies es die BBC an, den Test doch mal bei GoogleAdSense hinsichtlich Bad Clicks durchzuführen.

Tatsächlich mag ein solcher Test ähnliche Ergebnisse erbringen. Und ungeachtet dieser Prognosen hat Facebook gegenüber falschen Klickern einen großen Vorteil: die Herkunft von Likes und die Identifikation seiner Urheber kann im Biotop Facebook sehr gut nachverfolgt und bestimmt werden. Besser, als im beispielsweise im AdSense-Kosmos, wie auch Techcrunch kommentiert.

Und so bleibt unterm Strich neben dem Allgemeinplatz, dass es auf Facebook falsche Accounts und Likes gibt, die, dass billige Kampagnen und schlechtes Ad-Targeting ihr Geld einfach nicht wert sind.

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