Social Media Marketing

Facebooks Welt: Rekordeinnahmen trotz anhaltender Kritik

Derweil arbeitet die Plattform gegen die größten Kritikpunkte Dark Posts und Revenge Porn an, damit der anhaltende Zulauf erhalten bleibt. Ist das genug?

Screenshot YouTube, © Facebook

Die andauernde Kritik am Sozialen Netzwerk – etwa in Bezug auf die Affäre bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 – scheint die User nicht besonders abzuschrecken. Obwohl Dark Posts, Revenge Porn und Co. für Furore gesorgt haben, sind nun knapp 1,4 Milliarden User täglich auf Facebook. Und das Unternehmen steuert seinen Mängeln entgegen.

47 Prozent Wachstum bei den Einkünften: Die Quartalszahlen Facebooks  

Nach Abschluss des dritten Quartals 2017 zeigt sich, dass Facebook sich im Hinblick auf User und Einkünfte keine Sorgen zu machen braucht. 2,1 Milliarden monatliche und 1,37 Milliarden tägliche Nutzer sind Gründe dafür, dass das Unternehmen bei seinen Einkünften über 10 Milliarden US-Dollar liegt. Das entspricht einem Zuwachs von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem haben auch die Facebook-Töchter Instagram und WhatsApp die 300 Millionen-Marke bei den täglich aktiven Nutzern geknackt.

Angesichts solcher Zahlen fällt es auch leichter, sich auf seine moralisch-gesellschaftliche Verantwortung zu besinnen. Das tut Mark Zuckerberg, der meint:

But none of that matters if our services are used in ways that don’t bring people closer together. We’re serious about preventing abuse on our platforms. We’re investing so much in security that it will impact our profitability. Protecting our community is more important than maximizing our profits.

Obgleich die Profite sicherlich eine größere Rolle spielen, als hier suggeriert, sind diese Worte doch mit Taten verbunden. Denn Facebook arbeitet weiter akribisch daran, Kritikern an der Plattform künftig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dazu sollen unter anderem die bisherigen 10.000 internen Sicherheitsbeauftragten auf 20.000 aufgestockt werden. Doch es gibt auch konkrete Pläne für mehr Transparenz und weniger Hass auf der Plattform.

Dark Posts sollen der Vergangenheit angehören

Vor allem bezüglich der potentiellen Einflussnahme von Russland-basierten Ads, die bei Facebook bestimmten Zielgruppen ausgespielt worden waren, auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 war Facebook in die Kritik geraten. Dabei waren auch Ads inauthentischer Pages aufgetaucht, die vermutlich aus Russland stammten.

Inzwischen reagiert Facebook mit Bestrebungen, mehr Transparenz in die Werbelandschaft auf der Plattform zu bringen. Immerhin 6 Millionen aktive Advertiser hat das Unternehmen zu verzeichnen. Einerseits setzt Facebook den sogenannten Dark Posts ein Ende, Ads, die nur bestimmten Gruppen von Usern angezeigt werden, ohne jedoch als Post im Kontext der Marke etc. aufzutauchen. Davon berichtet Garett Sloane bei Ad Age. Dabei dürfen die Ads weiterhin ausgespielt werden, allerdings werden sie für alle sichtbar sein. Weiterhin soll ersichtlich werden, welche Gruppen oder Unternehmen für die Ads bezahlt haben.

Diese Bekanntmachung folgt auf die Einführung des Buttons für den Artikelkontext, der User besser gegen Fake News wappnen soll.

Artikelkontext per Button bei Facebook einsehen, © Facebook

Die User sollen Ads besser verorten können; und auch anderweitig geschützt werden

Advertising macht Facebooks Einkünfte zum allergrößten Teil aus. Daher muss das Unternehmen den Drahtseilakt gehen, den Advertisern gute Konditionen zu bieten, aber die User nicht zu sehr der Willkür der Ads auszusetzen. Die Kosten pro Ad sind im dritten Quartal 2017 im Schnitt um 35 Prozent gestiegen, doch Zuckerberg betont, dass auch das Targeting bei Facebook inzwischen deutlich optimiert sei.

Für Advertiser selbst kann die zunehmende Transparenz hinsichtlich der Ads eine Herausforderung sein, für die User ist sie nur allzu nötig.

Doch auch in anderen Bereichen möchte Facebook seine Nutzer umfassender schützen. Etwa beim Thema Revenge Porn. Oft werden über das Soziale Netzwerk intime Bilder von Verflossenen ohne deren Zustimmung verbreitet – aus Rache. Was ohnehin der untersten Schublade menschlicher Niedertracht entspringt, dem möchte Facebook nun aktiv einen Riegel vorschieben. Wie Shannon Connellan bei Mashable berichtet, wird zunächst in Australien ein Programm dazu getestet. Dabei können User schon einen Verdacht zum Anlass nehmen, um bestimmte Bilder an das sogenannte eSafety-Büro des Landes zu schicken, von denen man annimmt, sie könnten bei Facebook auftauchen. Dieses Büro soll Facebook davon unterrichten, sodass dieses Foto in keiner Weise auf der Plattform verbreitet werden kann.

Ob das System funktioniert, wird der Test zeigen, der später auch in den USA, Kanada etc. laufen soll. Problematisch ist, dass die potentiell Betroffenen sich selbst minutiös um ihren Schutz kümmern müssen. Dabei gilt es vielmehr die Strafen für die Verursacher solcher Unzumutbarkeiten konsequent durchzusetzen.

Und trotz der guten Ansätze, die Facebook bereits zeigt, bleibt – und das ist bei seinen 2,1 Milliarden monatlich aktiven Usern nur nachvollziehbar – noch Arbeit, um die immer wieder auftauchenden unangemessenen Inhalte weiter einzudämmen. Mit Umsätzen, wie Facebook sie zu verzeichnen hat, dürfen die User auch in Zukunft neue Lösungen erwarten. Mark Zuckerberg macht jedenfalls Mut, was die Investitionen in Sicherheit und Integrität angeht:

We’re doing a lot here with investments in people and technology. Some of this is focused on finding bad actors and bad behavior. Some is focused on removing false news, hate speech, bullying, and other problematic content that we don’t want in our community.

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