Social Media Marketing

Facebook: Reaktionen lösen langsam den „Gefällt mir“-Button ab

Die fünf neueingeführten Reaktionsmöglichkeiten sind mittlerweile fest im Nutzerverhalten etabliert. Der Gebrauch des „Gefällt-mir“-Buttons geht zurück.

© Quintly - Screenshot

Vor zwei Jahren führte Facebook die neuen Reaktionsmöglichkeiten ein. So gesellten sich zu dem bereits bekannten und beliebten „Gefällt mir“-Button noch fünf weitere Optionen hinzu. Dabei handelte es sich größtenteils um emojiähnliche Gesichter, die verschiedene Emotionen zeigen: Wut, Trauer, Belustigung und Überraschung. Die fünfte Möglichkeit ist die Liebesreaktion, die durch ein weißes Herz mit roter Umrandung ausgestaltet wurde. Nach der zunächst verbliebenen Etablierung im Nutzerverhalten, scheinen die fünf Reaktionsmöglichkeiten immer mehr an Beliebtheit zu gewinnen.

Neue Reaktionen erreichten nach Einführung schleppend an Beliebtheit

Facebook führte die neuen Reaktionsmöglichkeiten Anfang 2016 ein, um den Nutzern eine breitere Möglichkeit zum Teilen ihrer Emotionen bezüglich anderer Beiträge zu bieten. Quintly analysierte seit Einführung der fünf neuen Reaktionsoptionen das Verhalten und den Umgang der Nutzer mit dieser Neuerung. So stellten sie im April fest, dass nur 2,4 Prozent aller Interaktionen von einem der neuen Möglichkeiten markiert wurden. Die User blieben zu diesem Zeitpunkt lieber bei dem altbewährten „Gefällt mir“.

Nun führte Quintly diese Untersuchung noch einmal durch und erhob neue Daten. Dabei zeigte sich, dass die fünf Reaktionsmöglichkeiten „Haha“, „Traurig“, „Wütend“, „Wow“ und „Love“ mittlerweile fest im Nutzerverhalten etabliert sind. Die Ergebnisse gehen auf eine aktuelle Studie von Quintly zurück, deren Daten dieses Jahr ab dem 1. Januar bis zum 30. April erhoben worden sind. Dabei wurden 44 Millionen Beiträge von 218.289 Marken aus jedem Land der Welt analysiert.

Der Gebrauch der Reaktionen steigt weiter an

Obwohl die neuen Reaktionen im April 2016 nur einen Bruchteil von 2,4 Prozent aller Interaktionen ausmachen konnten, belief sich dieser Wert im Juni desselben Jahres schon auf 5,8 Prozent. Nun nach zwei Jahren sind die neuen Reaktionen in ganzen 12,8 Prozent aller Interaktionen etabliert. Das zeigt, dass die Verwendung der fünf neuen Möglichkeiten stetig zunimmt.

Laut Quintly beläuft sich der Anstieg innerhalb von zwei Jahren auf 433 Prozent. Es ist naheliegend, dass Nutzer sich in diesem Zeitraum an die neuen Möglichkeiten gewöhnt haben und auch die Vorzüge der verschiedenen Reaktionsoptionen genießen.

© Quintly – Screenshot

Der Gebrauch des „Gefällt mir“-Buttons sinkt

Neben dem Logo hat Facebook auch durch den „Gefällt mir“-Knopf einen hohen Wiedererkennungswert. Dennoch verzeichnet Quintly einen Rückgang des Gebrauchs des ikonischen Facebooksymbols. Dies ist wohl neben Kommentaren und Shares dem wachsenden Einsatz der neuen Reaktionen zu verschulden.

Innerhalb der ersten Studie im April 2016 wurde der Like-Button in 76,4 Prozent der Fälle als Reaktionsmöglichkeit genutzt. Im Juni desselben Jahres stiegt dieser Wert minimal auf 76,5 Prozent.  Dieser geringe Anstieg ist dennoch überraschend, da sich der Gebrauch der neuen Interaktionsmöglichkeiten innerhalb dieses Zeitraums mehr als verdoppelt hat. Nun, zwei Jahre später, ist der Anteil der Likes auf 61,2 Prozent gesunken.

© Quintly – Screenshot

Beliebteste Reaktionen: „Love“ und „Haha“

Durch die Erhebungen erklärt Quintly, dass sich das weiße Herz im roten Rahmen lange Zeit mit Abstand als die beliebteste neue Reaktion zeigte. Im Juni 2016 bestand über die Hälfte der neuen Reaktionsmöglichkeiten aus dem „Love“-Button. Doch aktuell ist die „Haha“-Reaktion auf dem Vormarsch. Im Moment sind das Herz und das lachende Gesicht gleich auf. Mit jeweils 35,9 Prozent machen die beiden Möglichkeiten den Anteil aller Interaktionen aus.

Mexikaner nutzen neue Reaktionen besonders intensiv

Besonders in Mexiko werden die neuen Reaktionsmöglichkeit exzessiv benutzt. Durchschnittlich werden in dem Land 337 neue Reaktionen pro Post verwendet. Mit etwas Abstand belegt Großbritannien den zweiten Platz. Die Vereinigten Staaten finden sich auf dem dritten Treppchen. Deutschland ist in der Auflistung noch nicht zu finden.

© Quintly – Screenshot

„Wütend“: In Südkorea dominiert der Ärger

Auch wenn „Love“ und „Haha“ die meist genutzten Reaktionen sind, ist das nicht in allen Ländern der Fall. In Südkorea dominiert beispielsweise die Nutzung von der wütenden Reaktion. So sind viele Posts mit dem Emoji, der einen hochroten Kopf besitzt, versehen. Quintly führt die Tatsache der öffentlichen Empörung auf die Lage des Landes und die politische Situation vor Ort zurück. Gefolgt von Frankreich, benutzten die Schweden am dritthäufigsten die Möglichkeit der wütenden Reaktion.

Außerdem geben die Initiatoren der Studie zu bedenken, dass die Facebook-Reaktionen im Laufe der Zeit zu einer Messmethode für sensible Themen in der Gesellschaft werden könnten. So beobachten diese, dass Anfang diesen Jahres in Afghanistan die „Traurig“-Reaktion überwogen hat. Zu diesem Zeitpunkt gab es einen Anschlag auf einen Krankenwagen und viele andere tragische Ereignisse im Land fanden statt.

Deshalb betont Pritam Shah, Autor bei Quintly, dass es unabdingbar sei, bei der Analyse von Social-Media-Daten auf demographische Merkmale Rücksicht zu nehmen. Denn viele Faktoren müssen bedacht werden, um die Ergebnisse adäquat zu interpretieren.

© Quintly – Screenshot

Tier-Content löst die meisten neuen Reaktionen aus

Einfacher als die Reaktionen auf eine derzeitige eines Landes zurückzuführen, ist es, die Inhalte zu filtern, die das meiste Engagement mittels der neuen Reaktionsmöglichkeiten auslösen. Der eindeutig erste Platz geht dabei an jeglichen Content, in dem es um Tiere geht. Tierische Inhalte lösen also eine höhere Bereitschaft aus auf die neuen Reaktionsmöglichkeiten zurückzugreifen, anstatt es nur bei einem „Gefällt mir“ unter dem Beitrag zu belassen. Aber auch die Themenfelder rund um Wettbewerbe und Comedy zählen mit zu den Inhalten, die die meisten neuen Reaktionen hervorrufen.

© Quintly – Screenshot

Die neuen Reaktionen sind nicht mehr wegzudenken

Die neuen Reaktionen sind aus dem täglichen Gebrauch des Sozialen Netzwerks nicht mehr wegzudenken. Zwei Jahre nach der Einführung ist zu beobachten, dass diese sich immer mehr im Nutzerverhalten etablieren. Obwohl neue Optionen sich bei Facebook nicht immer halten, weisen die fünf Reaktionsoptionen eine Beständigkeit und einen stetigen Wachstum auf. Nutzern wird es erleichtert, ihre Gefühle im Newsfeed kundzutun, Marketern hingegen die Reaktionen auf ihren Content zu messen. Zwischen Katzenbildern und politischen Meldungen können User so ihre Emotionen in der Flut der Inhalte zum Ausdruck bringen. Und diese Option wird immer mehr angenommen.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Maja studiert an der Universität Hamburg Germanistik und schreibt seit 2017 für das OnlineMarketing.de Karriere Magazin. Sie behandelt Themen rund um den Büroalltag.

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