Social Media Marketing

Facebook möchte bis zu 30 Prozent der Einnahmen über Fan-Abonnements – und Lizenzen für die Inhalte

Fan-Abonnements sollen Produzenten Monetarisierungsoptionen auf Facebook liefern. Dafür müssten sie jedoch Rechte und fast ein Drittel der Einnahmen abtreten.

Fan-Abonnements bei Facebook, Quelle: TechCrunch

Das Soziale Netzwerk möchte den Produzenten auf seiner Plattform nicht nur Raum zur Entfaltung bieten, sondern ebenso eine Alternative, um den eigenen Content zu monetarisieren. Dafür wurden die Fan-Abonnements eingeführt, die die finanzielle Unterstützung der Fans für ihre favorisierten Produzenten vorantreiben sollen. Das Feature wird nun für mehr Nutzer verfügbar gemacht, ist allerdings an große Forderungen geknüpft.

Fan-Abonnements als Monetarisierungspotential mit Vorsicht zu genießen

Bereits im letzten Jahr stellte Facebook seine Abos für Fans vor, die Produzenten nutzen können, um Geld von den treuesten Followern zu erhalten. Exklusiver Content, Live Videos und ein Unterstützer-Badge winken den Fans, wenn sie monatlich eine Gebühr entrichten, um einen Channel zu fördern.

Mit den Fan-Abos können Produzenten ihre Inhalte monetarisieren, © Facebook

Im bisherigen Testprogramm konnten die Produzenten 100 Prozent der Einnahmen (abzüglich Gebühren) für sich behalten. Während das Soziale Netzwerk das Programm nun weiteren Creators anbietet, werden allerdings bis zu 30 Prozent der Einkünfte über die Abos von Facebook eingefordert. Das berichtet etwa Josh Constine bei TechCrunch. Mit dieser Größenordnung reiht man sich bei anderen Anbietern wie YouTube (ebenfalls 30 Prozent Anteil) ein; doch der Konkurrent Patreon fordert vergleichsweise geringe fünf Prozent. Daher ist auch Matt Saincome, der Gründer von Hard Drive, von dem Angebot, das Facebook ihm gemacht hat, nicht überzeugt.

In dem von ihm zitierten Angebot heißt es vonseiten Facebooks, dass sich das Unternehmen vorbehält, von Zeit zu Zeit gratis Trials für Fans anzubieten, um sie für die Abonnements zu animieren. Obwohl die Fan-Abonnements nun selbst mit der Aussicht bis zu 30 Prozent der Einnahmen abtreten zu müssen für einige Produzenten ein lukratives Feature darstellen dürften, haben sie noch einen durchaus bedeutenderen Haken.

Die Inhaltsrechte könnten langfristig mehr Wert sein als die Abo-Einnahmen

Inzwischen können auch Nutzer in Deutschland, Portugal, Spanien und Großbritannien ihre favorisierten Produzenten über Fan-Abonnements unterstützen. Dazu zahlen sie 4,99 US-Dollar im Monat für die exklusiven Features, die sie vom Creator erhalten. Öffentlich sind die Nutzungsbedingungen nicht einsehbar, das ist Produzenten vorbehalten, die Zugang zum Programm haben.

Allerdings können wir dank verschiedener Quellen einsehen, was Facebook fordert, damit die Fan-Abos genutzt werden dürfen. Und dabei ist neben den nunmehr aufkommenden Abzügen bei den Einkünften vor allem der Bezug zur Lizenz für die Inhalte der Produzenten von Belang. Denn, wie auch Matt Saincome darstellt:

Damit erhält Facebook ein Recht auf die Inhalte der Creators, was grundsätzlich nicht untypisch für derlei Programme ist. Dass dieses Recht aber weiter besteht, auch wenn die Produzenten die Fan-Abonnements nicht mehr nutzen, ist ein erstaunliches Zugeständnis, was von ihnen gefordert wird. Deshalb sollten diese Produzenten sich genau überlegen, ob die Monetarisierungspotentiale durch die Abos auf Facebook den Aspekt der Rechteverlagerung überwiegen. Gegenüber TechCrunch erklärte ein Facebook-Sprecher, dass „Supplemental Data“ tatsächlich alle Inhalte meint, die der Creator im Kontext der Fan-Abos bereitstellt. Zudem seien die Bedingungen hinsichtlich dieser Daten ähnlich gelagert wie die Nutzungsbedingungen bei Facebook überhaupt. Darin heißt es allerdings:

Du kannst diese Lizenz jederzeit beenden, indem du deine Inhalte oder dein Konto löschst.

Die Einladung, die Matt Saincome und Hard Drive für das Programm der Fan-Abonnements erhalten hatten, wurde inzwischen – vermutlich ob der negativen Berichterstattung seinerseits – widerrufen.

TechCrunch stellt nun die vollständigen Bedingungen für die Fan-Abos bereit. Das Feature ist letztendlich eine Alternative für die rasche Monetarisierung von Inhalten. Doch der Preis, den Produzenten dafür zahlen, ist mit den bis zu 30 Prozent Anteil für Facebook noch nicht einmal beglichen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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