Social Media Marketing

Facebook macht Daten-Sharing über Pixel und Offline Events transparent

Unternehmen, die über Facebooks Pixel oder Offline Events Daten mit anderen Parteien teilen, müssen künftig eine legitime Geschäftsbeziehung offenlegen.

Das Teilen von Pixel-Daten bei Facebook wird transparenter, © Facebook

Der Ruf eines machtvollen, aber undurchsichtigen Werbesystems eilt Facebook voraus. Um dem entgegenzuwirken, sich rechtlich abzusichern und mehr Transparenz zu gewährleisten, müssen Unternehmen beim Teilen von Daten über das Pixel oder Offline Events ihre Beziehung zu der Partei definieren, mit der sie die Daten teilen wollen. Außerdem gilt es, die Einhaltung der Richtlinien Facebooks sowie der geltenden Gesetze zu bestätigen.

Mehr Transparenz beim Teilen der Daten mit Dritten

Über die Einstellungen für das Facebook Pixel und Offline Events lassen sich Signale von Nutzern in Online- und Offline-Kanälen tracken. So helfen sie Unternehmen dabei zu verstehen, wie diese Nutzer mit ihren Kampagnen interagieren. Dank dieser Daten können effektivere, weil passendere Ads ausgespielt werden, wie im Facebook Business Blog erklärt wird.

Allerdings teilen einige Unternehmen die Daten, die sie über das Facebook-Pixel generieren, mit anderen Unternehmen, etwa Werbeagenturen, die für sie Kampagnen erstellen. Diesen Prozess möchte Facebook transparenter gestalten – auch damit man sich in rechtlichen Zweifelsfällen besser positionieren kann. Deshalb müssen Unternehmen nun, sobald sie über das Pixel und Offline Events generierte Daten teilen möchten, ihre Geschäftsbeziehung zum Partnerunternehmen offenlegen.  Zudem muss aktiv den Nutzungsbedingungen Facebooks zugestimmt sowie die Einhaltung geltender Gesetze bestätigt werden.

Ab November wird das Update nach und nach ausgerollt

Im Verlauf dieses Monats sollen zunächst zehn Prozent der neuen Daten-Shares von Unternehmen den transparenten Prozess durchlaufen, ehe ab dem 28. November alle Advertiser beim neuerlichen Teilen der Daten ihre Angaben machen müssen. Ab 2019 sollen dann alle im System dargestellten Shares dem Prozess unterzogen werden, inklusive Daten zu App Events.

Die Timeline für den Launch der Angaben (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Facebook

Zunächst müssen Unternehmen bei dem Prozess das Unternehmen, mit dem die entsprechenden Daten geteilt werden sollen, darstellen, deren Rolle und Unternehmens-ID angeben. Daraufhin muss die Art der Geschäftsbeziehung zum Unternehmen näher bestimmt werden. Dabei kann etwa angegeben werden, dass das betreffende Unternehmen als Werbeagentur für die eigene Firma fungiert.

Geschäftsbeziehung zwischen Unternehmen, die Daten des Facebook Pixels teilen, © Facebook

Im weiteren Verlauf muss das Unternehmen dann noch die Bedingungen für das Teilen der Daten akzeptieren. Mit dieser Akzeptanz erklärt man sich bereit, den Nutzungsbedingungen Facebooks zu entsprechen und geltende lokale Gesetze einzuhalten.

Akzeptanz von Bedingungen zum Teilen von Daten, die über das Facebook Pixel und Offline Events generiert wurden, © Facebook

Mit diesem Schritt reagiert Facebook zum Teil auch auf die DSGVO, die insbesondere in Artikel 26 fordert, dass gemeinsam für die Verarbeitung personenbezogener Daten Verantwortliche ihre Verantwortlichkeiten auch transparent machen.

Wurde der Prozess zur Angabe der Geschäftsbeziehungen durchlaufen, muss ein Administrator des Partnerunternehmens die Anfrage bestätigen und damit auch in die Nutzungsbedingungen Facebooks einwilligen. Erst dann können Dritte auf die geteilten Daten zugreifen.

Die Bestätigung des Partnerunternehmens ist obligatorisch, damit die Daten mit ihm geteilt werden können, © Facebook

Im Business Manager findet sich eine Sektion zu den geteilten Daten. Hier kann der Status ausgesendeter Anfragen an Partnerunternehmen eingesehen werden. Genauso tauchen bei Unternehmen wie Werbeagenturen die Anfragen in jenem Business Manager auf.

FAQs bei Facebook geben Aufschluss darüber, wie der Ablauf des Transparenzprozesses im Detail aussieht und welche Aspekte zu beachten sind. Auch wenn nicht klar ist, ob dieser Prozess schließlich zu weniger fragwürdigen Datenübermittlungen führen wird, so zeigt er doch, dass Facebook die Forderung nach mehr Transparenz ernst nimmt. Immerhin werden über das Pixel und Offline Events massenhaft konkrete Daten generiert; wenn deutlich ist, wer diese mit wem teilt und zu welchem Zweck, können zumindest die Verantwortlichkeiten und Absichten nachvollzogen werden. Das verleiht einem Werbeumfeld, in dem Profitdenken und ein Interesse am Nutzerverhalten nur natürlich sind, durchaus etwas mehr Integrität. Damit zieht Facebook allerdings auch clever die werbenden Unternehmen in die Verantwortung.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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