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Facebook Algorithmus Update: Mehr Macht für lokale Publisher im Newsfeed

Mark Zuckerberg möchte den lokalen Zusammenhalt stärken und schraubt weiter am Newsfeed. Insbesondere Nischen-Publisher dürfen sich freuen.

© Mike Ackerman - Unsplash

Facebook legt in dem Bestreben den Newsfeed komplett umzukrempeln nach. Zuckerberg möchte ab jetzt Posts mit lokalem Bezug stärker gewichten. Somit bekommen lokale Publisher mehr Reichweite.

Lokale Publisher profitieren vom nächsten Update für den Newsfeed

Mark Zuckerberg begann das Jahr mit einem Paukenschlag. Die Plattform hat sich vorgenommen, die Reichweite von Unternehmen arg einzuschränken, um mehr Platz für soziale Beziehungen im Newsfeed zu schaffen. Kurz darauf kündigte der Facebook-Chef an, vertrauenswürdige Publisher identifizieren zu wollen, um weiter gegen Fake News vorzugehen. Jetzt geht Zuckerberg einen Schritt weiter und richtet seinen Fokus auf lokale Nachrichten.

Demnach sollten die Menschen seiner Meinung nach darüber informiert sein, was sich um sie herum abspielt. Vielleicht hilft es primär lokal zu denken als national, so Zuckerberg. Dies könnte dazu beitragen, dass sich die Mitglieder einer Gemeinschaft eher involviert fühlen und verstärkt lokal engagieren. Daher bevorzugt der Algorithmus ab heute News mit lokaler Relevanz:

Starting today, we’re going to show more stories from news sources in your local town or city. If you follow a local publisher or if someone shares a local story, it may show up higher in News Feed.

Technische Änderungen am Algorithmus

Im Facebook Newsroom erklären Alex Hardiman, Head of News Product, und Campbell Brown, Head of News Partnerships, wie von technischer Seite aus funktionieren soll:

We identify local publishers as those whose links are clicked on by readers in a tight geographic area. If a story is from a publisher in your area, and you either follow the publisher’s Page or your friend shares a story from that outlet, it might show up higher in News Feed.

Das ausschlaggebende Signal ist demzufolge die Geolocation. Dabei ist es egal, wie groß der Publisher ist. Es geht lediglich um das lokale Interesse eines Posts. Wobei die Entwickler einräumen, dass sich die Leserschaft von kleineren Publishern meist auf eine Region konzentriert. Somit stehen die Chancen von dem Update zu profitieren doch besser für Nischen-Publisher.

Infografik von Facebook zum Newsfeed Update für lokale Publisher, © Facebook

Der Rollout erfolgt zunächst in den USA und wird „noch innerhalb dieses Jahres“ auf andere Länder ausgeweitet.

Wohin entwickelt sich Facebook?

Wie bereits angedeutet, kommt das Update im Rahmen von Facebooks Newsfeed Offensive, damit weniger Fake News oder sensationsheischende Inhalte auf der Plattform zirkulieren. Auch Unternehmen sollen stärker in den Hintergrund treten. Das Wohlbefinden der User und der Beitrag für die Gemeinschaft stehen im Vordergrund. Das soziale Netzwerk soll seinem Namen wieder gerecht werden und dem selbst auferlegten Auftrag für die Gesellschaft nachkommen. So lautet jedenfalls die offizielle Version. Der Blick auf die Quartalszahlen sollte jedem klarmachen, dass der zentrale Hebel für Faceboooks Umsatzwachstum Werbung ist. Um die Anleger weiterhin glücklich zu machen, schafft Zuckerberg entweder mehr Werbeinventar oder erhöht die Preise für das vorhandene. Wenn das Angebot knapper wird, um die sozialen Beziehungen voran zu stellen, greift eben das alte Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Facebook stand in der Vergangenheit mehr als einmal öffentlich in der Kritik. Die Richtung, in die die Produktentwicklung gegangen ist, hat die Sache nicht gerade besser gemacht. Sie hat den eigentlichen Kern der Plattform – den Newsfeed – in eine Spielwiese für Unternehmen und Clickbait-Publisher verwandelt. Klicks und Likes entschieden bislang über Reichweite. Daran soll jetzt gedreht werden. Die derzeitigen Änderungen können somit auch als Reaktion auf externe Forderungen gelten. Man darf allerdings gespannt sein, wie die Priorisierung von lokalen Nachrichten fruchtet. Schließlich werden Stories ohne nationale oder internationale Relevanz nicht ohne Grund deutlich weniger geklickt. Meistens ist das Weltgeschehen eben spannender als der nächste Radfahrer, der ohne Licht gefahren ist.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

2 Gedanken zu „Facebook Algorithmus Update: Mehr Macht für lokale Publisher im Newsfeed

  1. Nadine Leisinger

    Ich möchte gerne das Abschlusswort aufgreifen,“Meistens ist das Weltgeschehen eben spannender als der nächste Radfahrer, der ohne Licht gefahren ist.“ – Ja einerseits und andererseits finde ich es auch extrem und zunehmend wichtig, wieder zu spüren und auch etwas davon mitzubekommen, WO man sich befindet. Nicht jeder liest die Tageszeitung oder versorgt sich mit Newsfeeds aus der Tagespresse, da ist facebook eine große Hilfe, insbesondere in unserer heutigen mobilen Zeit. Ich bin selbst viele Male umgezogen, hätte es zu den damaligen Zeiten schon facebook gegeben… denn alleine schon durch den neuen Arbeitsplatz und Kollegen mit denen man sich verbindet kann man so nicht nur digital sondern auch real schnell Anschluss gewinnen, weil man nicht nur über das örtliche Geschehen erfährt sondern auch, wo sich Menschen aus dem Umfeld treffen, welche Veranstaltungen es gibt etc… und kommt untertags viel schneller miteinander ins Gespräch, weil man mitbekommt was es Neues im Umkreis gibt. Oder geht es gar nicht mehr darum wirklich echten Kontakt zu haben? Ich denke die Entscheidung von Mark Zuckerberg hat was. Ob aus Kritik oder aus Besinnung entstanden. Machen wir das Beste draus.

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    1. Anton PriebeAnton Priebe Artikelautor

      Absolut richtiger Punkt, danke dafür! Die Frage, die ich damit aufwerfen wollte, ist nur, ob sich die Nutzer tatsächlich mit den lokalen Nachrichten beschäftigen werden oder nicht? Ich halte es eher für unwahrscheinlich, aber wir werden sehen.

      Grüße
      Anton

      Antworten

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