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Social Media Marketing
Perfekte Facebook Strategie: So generiert der National Geographic enorme Reichweite

Perfekte Facebook Strategie: So generiert der National Geographic enorme Reichweite

Anton Priebe | 24.05.18

Weniger Reichweite auf Facebook? Nicht beim National Geographic. Das Konzept hinter Safari Live passt perfekt auf die Plattform.

Während sich Publisher allerorts Gedanken darüber machen, wie sie Reichweite für ihre Inhalte bekommen könnten, scheint der National Geographic ein Patentrezept gefunden zu haben. Das Format „Safari Live“ funktioniert auf Facebook besser als in allen anderen Kanälen.

Safari Live erlaubt es Zuschauern direkt nach Afrika zu reisen

Mark Zuckerberg sorgte mit seiner Ankündigung Anfang des Jahres für Furore. Unternehmen verlieren auf der Plattform an Einfluss, die Beziehungen der Menschen im Netzwerk stehen künftig im Vordergrund. Der Facebook-Chef sprach von „bedeutsamen sozialen Interaktionen“, die ab jetzt stärker gefördert werden sollen, damit die Plattform seinem ursprünglichen Ziel wieder näher kommt: User zusammenzubringen und ihnen eine gute Zeit zu ermöglichen. Forrester Analyst Nick Barber ist davon überzeugt, dass der National Geographic mit seinem Safari Live-Content genau das leisten kann. Doch wie kommt der Forscher darauf?

Mit Safari Live sendet der National Geographic regelmäßig Videostreams aus Kenias Maasai Mara und Südafrikas Kruger-Nationalpark. Die Zuschauer begleiten Leoparden bei ihrer Jagd, sehen Elefanten beim Baden zu oder beobachten Gnus, wie sie Flüsse überqueren. Die Episoden dauern zwischen 10 Minuten und mehreren Stunden, je nachdem, ob und was passiert. Manchmal geschieht eben auch nichts in der Wildnis, was sich zu zeigen lohnt.

Die meiste Zeit zieht der Stream jedoch die Zuschauer in seinen Bann. Die Hosts kommentieren das Geschehen und geben spannende Fakten zum Besten. Die Teilnehmer an einer solchen Session sind dazu eingeladen, sich mit den Safarileitern zu unterhalten und diese Chance wird gerne genutzt. Geoff Daniels, ‎EVP und General Manager von Nat Geo WILD, spricht AdAge gegenüber von einer starken Community, die sich regelmäßig bei der Show wiedertrifft. Darin liegt auch das Geheimnis des Erfolgs auf Facebook.

Die außergewöhnliche Gemeinschaft im Facebook-Kanal

Seit drei Jahren baut der Sender das Format langsam auf. Mit einem Broadcast Experiment in TV 2015 begonnen, hat sich Safari Live dann auf YouTube verlagert und geht mittlerweile zusätzlich zweimal täglich aus Afrika live auf Facebook.

Derzeit verzeichnet das Format rund 140.000 Zuschauer im Schnitt und begeistert 260.000 Fans auf Facebook Watch. Letzteres dient dabei als Archiv für Highlight-Videos, abseits der Live-Inhalte. Safari Live kommt auf insgesamt 100 Millionen Views seit 2016. Allein die Geburt eines Gnus brachte es auf 10 Millionen Views in nur drei Tagen. Bis einschließlich Oktober vergangenen Jahres registrierten die Macher 187.000 Shares ihrer Inhalte.

Der Hauptgrund dafür, dass die Show die Menschen begeistert, ist der direkte Draht der Zuschauer zu den Moderatoren und den Tieren. Die Parkbewohner werden zu festen Charakteren der Show, die von den Zuschauern wiedererkannt und bejubelt werden. Allen voran „Scarface“. Der einäugige Löwe gilt als Publikumsliebling.

Auch wenn Forresters Nick Barber sagt, dass die Moderatoren noch mehr Engagement fördern könnten, ist der National Geographic damit bereits beachtlich erfolgreich. Man kennt sich im Channel, Safari Live verzeichnet einen hohen Anteil an wiederkehrenden Besuchern. Zwei ältere Stammgäste haben sogar im Laufe der Zeit geheiratet. Der Facebook-Kanal als Begegnungsstätte – das ist genau das, wovon Zuckerberg spricht.

Der National Geographic möchte jetzt Werbekunden mit an Bord holen

Jonathan Hunt, SVP Audience Development and Digital Strategy vom National Geographic, gibt Garret Sloane von AdAge Einblicke in die weitere Strategie:

We’ve spent a lot of time rethinking our distribution and engagement strategy from something that started out as a broadcast first initiative then became twice a day on Facebook, to something that lives across all the platforms. Now we’re focusing on figuring out the monetization strategy.

Der National Geographic ist auf der Suche nach Sponsoren. Dabei soll ein Livestream direkt im Anschluss an den Super Bowl und eine Woche Live Safari im klassischen TV helfen. Hunt weiß, dass er dabei vorsichtig vorgehen muss, um das liebevoll aufgebaute Publikum nicht zu verschrecken. Man sei in Gesprächen mit Twitter, um einen ähnlichen Livestream einzurichten. Die Highlight-Videos, die in anderen Kanälen wie Twitter schon länger verbreitet werden, finden guten Anklang. Das Interesse an einer Weiterentwicklung ist entsprechend groß.

Auch eine App steht zur Diskussion, um unabhängig von Plattformen wie Twitter, Facebook oder YouTube zu sein. In einem solchen Umfeld könnten Partner sogar noch interessierter sein zu werben. Bis es soweit ist, dauert es aber noch eine Zeit lang. Die App sei Teil einer breiteren Strategie, um sich einen eigenen Raum auf mobilen Geräten zu verschaffen, so Hunt.

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