E-Mail Marketing

Expertenbeitrag: Mit Videos die Klickrate von Mailings erhöhen

Es gibt auch Black Hat im Email-Marketing: Email-Marketing-Experte Nico Zorn steigert die Klickrate in Newslettern mit Fake Videoplayern

Email-Marketing-Experte Nico Zorn

Haben Sie schon Videos im E-Mail Marketing eingesetzt, um die Performance Ihrer Mailings zu erhöhen? Zugegeben: Der Vorschlag klingt zunächst unrealistisch, da die direkte Auslieferung von Videos in E-Mails nicht möglich ist: Flash, MPEG oder andere Videoformate werden aufgrund der Sicherheitseinstellungen in den gängigen E-Mail-Programmen nicht angezeigt.
Mit einem so genannten „Fake Player“ können Sie die Klickrate Ihrer Kampagnen trotz dieser technischen Einschränkungen signifikant erhöhen. Dabei wird ein Standbild des Videos inklusive der Bedienelemente (Playbutton, Lautstärkeregler, Fullscreen-Icon etc.) des Videoplayers als Grafik in die E-Mail integriert.

Fake-Player im Newsletter von Maxdome.de

Für den Empfänger entsteht der Eindruck, als könne er sich das Video direkt in der Mail anschauen. Tatsächlich öffnet sich nach einem Klick auf das Video das Browserfenster mit einer Website, auf der das eigentliche Video (zum Beispiel im Flash-Format) eingebunden ist und problemlos abgespielt werden kann.
Die Auswahl des richtigen Standbildes kann sich dabei erheblich auf die Klickrate auswirken. Achten Sie also darauf, ein „klickstarkes“ Standbild auszuwählen, das eine interessante oder spannende Situation des Clips zeigt. Darüber hinaus empfiehlt es sich, zusätzlich einen Textlink zu dem Video zu setzen, damit der Empfänger auch dann das Video aufrufen kann, wenn sein E-Mail-Programm keine Grafiken anzeigt.

In vielen Fällen macht es übrigens kaum Sinn, Videos aufwendig selber zu hosten. Zahlreiche Videoplattformen wie Youtube oder Sevenload nehmen einem diese Arbeit kostenlos ab und bieten weitere Vorteile: Sie ermöglichen den Usern, den Clip problemlos in die eigene Website oder in ein Blog zu integrieren und zeigen an, wie häufig das Video aufgerufen wurde. Darüber hinaus profitieren Sie von der Reichweite der entsprechenden Plattformen und können mit aussagekräftigen Titeln und Schlagwörtern (Tags) zusätzliche Aufrufe generieren.

Und es funktioniert doch: Bewegtbild in Ihren E-Mails!

Der Fake-Player ist eine hervorragende Möglichkeit, um die Aufmerksamkeit der Empfänger auf Produktvideos, Video-Interviews oder Imagefilme zu lenken – letztendlich sieht der Empfänger jedoch zunächst ein Standbild und kein Video.
Mit einem Trick gelingt es, „echtes“ Bewegtbild in E-Mails zu versenden. Hierfür wird das Video in eine animierte Gif-Grafiken umgewandelt, die von allen gängigen E-Mail-Programmen angezeigt wird. Eine Ausnahme bildet lediglich Microsoft Outlook 2007, das anstatt der Animation lediglich das erste Bild der Sequenz anzeigt.

Der Nahrungskonzern Kraft Foods setzt im E-Mail Marketing auf animierte Gif-Grafiken. Die animierte E-Mail können Sie hier in Aktion sehen.

Leider unterstützen „Animated Gifs“ keinen Sound, weshalb Sie auf die Tonspur des Videoclips verzichten müssen. Vollständige Videos lassen sich auf diesem Weg also nicht einbinden, zumal die Animation aufgrund der Dateigröße kurz gehalten werden sollte. Die Kombination von Fake Playern und animierten Gif-Grafiken kann die Performance Ihrer E-Mail-Kampagnen trotz dieser technischen Einschränkungen deutlich erhöhen.
Eine weitere Möglichkeit bietet Google Mail: Sofern E-Mails einen Link zu Youtube-Videos enthalten, wird das entsprechende Video unterhalb der E-Mail angezeigt und kann dort direkt abgespielt werden (siehe auch: Google Mail integriert Youtube-Videos)

Ausblick

Während die oben geschilderten Möglichkeiten lediglich „Workarounds“ aufgrund der technischen Restriktionen bei der Darstellung von Mails sind, ist das Thema Video E-Mails – im wahrsten Sinne des Wortes – ständig in Bewegung. So können Kunden des Unternehmens Goodmail in den USA „echte“ Flash-Videos an Empfänger schicken, die ein E-Mail-Postfach von AOL verwenden. Künftig soll das Angebot um weitere E-Mail-Provider ergänzt werden. In Deutschland ermöglicht United Internet Media den Versand von Video-Mails an GMX- und Web.de-Nutzer.

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Über Nico Zorn

saphiron.de/

Nico Zorn ist Partner bei der Saphiron GmbH, einer Unternehmensberatung für Online-Marketingstrategien und Geschäftsentwicklung. Zuvor verantwortete er von 2004 bis 2008 das Online-Marketing bei einem mittelständischen Softwarehersteller in Bonn. Zorn beschäftigt sich seit über zehn Jahren intensiv mit dem Thema Online-Marketing und ist als Referent (u.a. Siegfried Vögele Institut, DDA, Versandhandelskongress) und Autor aktiv. Darüber hinaus veröffentlicht er seit 2003 den Branchendienst Email Marketing Blog.

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