Suchmaschinenmarketing

Emojis in den SERPs: Marketingoption oder Spielerei?

In den Google SERPs werden Emojis nun wieder angezeigt. Die Snippets einiger Seiten lassen sich womöglich optimieren. Welche Zeichen bislang häufig auftauchen.

© Flickr / Iain Heath,CC0 1.0

Seit einigen Wochen sind bei Google wieder Emojis in den SERPs zu finden. Damit stellt sich die Frage, ob diese Option für Marketer wirklich Aufmerksamkeit bringen kann – und ob diese positiv bewertet wird. Zumindest erweitert sich das SEM um einen zeitgemäßen Aspekt.

Vielfältigere SERPs?

Im Jahr 2015 hatte Google entschieden, die Bildschriftzeichen, die sich längst in Social Media und Chats etabliert hatten, aus den SERPs zu verbannen. Somit sollte Usern nicht unnötig Zeit genommen werden, hieß es damals.

Doch nun sind die Emojis zurück. Auch Search Engine Roundtable berichtete und fügte eine Bestätigung Googles bei. In dieser heißt es, ein Feature für Snippets bei Google sei hinzugefügt worden, welches ermöglicht, Emojis dort einzufügen, wo sie relevant, nützlich oder spaßig seien. Wann das der Fall ist, scheint dabei jedoch sehr subjektiv zu sein. So können Emojis für den einen zwar auffallen und ansprechend sein, jedoch in der Masse für den anderen durchaus auch nervig.

Eine Vielzahl von Emojis in Snippet und Titel kann auch abschrecken, Screenshot Google

Tatsächlich fallen bei manchen Suchanfragen aber auch weniger aufdringliche Zeichen auf.

Emojis in Snippets bei der Suchanfrage zum Telefonbuch, Screenshot Google

Hieran lassen sich zwei Dinge ablesen. Erstens finden sich die Emojis bis dato meist in den Snippets und weniger in den Titeln. Zweitens finden vor allem simple Sonderzeichen oft Verwendung, um die jeweilige Dienstleistung zu verdeutlichen (☎) oder ihre Funktionalität zu unterstreichen (✓). Und hier gewinnt Das Telefonbuch ein optisches Übergewicht, das Googles Anforderungen zu entsprechen scheint.

Da man bei Google auch anstelle von Worten Emojis (wie ?) für die Suchanfrage selbst nutzen kann, können sich einige Seiten mit der Verwendung eben solcher in den Vordergrund stellen, was der nächste Screenshot zeigt.

Suchen User per Emoji, kann ein Vorteil für die Seiten entstehen, die diesen zum Beispiel im Titel aufweisen, Screenshot Google

Dennoch, die eher pragmatischen Emojis haben bislang am meisten Verwendung in SERPs gefunden – noch.

Eine Analyse der Emojis in SERPs

Johannes Beus von SISTRIX hat sich die Mühe gemacht und 250 Millionen Suchtreffer in einer Woche bei Google ausgewertet. Dabei ging er auf Desktop und Mobile ein. Ihm fiel auf, dass im Snippet selbst deutlich mehr Emojis eingesetzt werden als im Titel.

Im Snippet finden sich deutlich mehr Emojis als im Titel, © SISTRIX

Auffällig ist, dass im Mobile Bereich tatsächlich insgesamt noch weniger Emojis verwendet werden. Seine Liste der häufigsten Emojis zeigt einen deutlichen Gewinner: ✓. Mancher sieht hierin vielleicht weniger einen Emoji als einfach ein Sonderzeichen.

Die am meisten verwendeten Emojis in SERPs (nach Beus’ Analyse), © SISTRIX

Aber auch die anderen häufig verwendeten Zeichen sind eher zurückhaltend.

Neuer Schritt im Marketing?

Da es schon zuvor Emojis bei Googles Suchergebnisseiten gab, ist die Wiedereinführung kaum bahnbrechend für Marketer. Es zeigt sich jedoch, dass ihr Einsatz unter Umständen einen Mehrwert haben kann. Das könnte sich bei Nischen Sites so darstellen, dass im Titel Emojis gewählt werden, mit denen eine etwaige Zielgruppe eine Suchanfrage ausführt. Diese Praktik ist noch nicht gängig, könnte sich aber im Umkehrschluss stärken, wenn mehr Emojis verwendet werden. Passend zur Marke gewählte oder wirklich informative Emojis können einen optischen Vorteil verschaffen. Bis hierhin werden dazu meist die Snippets als bester Ort angesehen.

Auf Instagram beispielsweise lässt sich mit Emojis mehr Interaktion generieren, und für einige User, die an diese Bildschriftzeichen gewöhnt sind, dürfte auch ein etwas aufregenderer Einsatz von Emojis in SERPs von Interesse sein. Doch das Emoji Marketing ist kein Selbstzweck. Wie Google vorgibt, sollte es relevant, nützlich oder spaßig sein; und trotz subjektiver Betrachtung gilt es hier die User zu verstehen und mit Nuancen und Feingefühl zu arbeiten. Noch sind die Möglichkeiten, sich in den SERPs abzuheben relativ groß. Der Einsatz von Emojis ist noch kein viel beachtetes Mittel. Doch um dem User in einem Dschungel aus Zeichen und Bildern, Angeboten und Ads kein Ärgernis, sondern klickbaren Mehrwert zu präsentieren, ist ein umsichtiger (und vielleicht auf Analysen beruhender) Einsatz vonnöten. Dann lässt sich auch das SEM stützen.

Quelle: Johannes Beus, SISTRIX

2 Gedanken zu „Emojis in den SERPs: Marketingoption oder Spielerei?

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