Social Media Marketing

Definition von Relevanz: Einblicke in den Instagram Algorithmus

Auf einer Konferenz in New York hat ein Entwickler von Instagram erste Einblicke in die Funktionsweise des Algorithmus und somit in die Definition von Relevanz gegeben.

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Als der Algorithmus im vergangenen Jahr eingeführt wurde, hielt sich die Begeisterung der User in Grenzen. Zuviel Angst hatten sie vor einem Kontrollverlust über den Content, den sie auf der Plattform konsumieren. Doch je populärer Instagram wird, desto mehr steigt auch die Anzahl der Accounts, denen User folgen. Da kann eine Sortierung nach Relevanz schon sinnvoll sein. Mutmaßungen über die Funktionsweise des Algorithmus gab es derweil viele, handfeste Informationen hingegen sind rar. Bei der im Februar von Facebook in New York veranstalteten Entwicklerkonferenz „Machine Learning @Scale“ gab Instagram-Entwickler Thomas Dimson nun erstmals Einblicke in die Funktionsweise.

Warum Algorithmen nützlich sind

Auf der Konferenz trafen jede Menge hochkarätige Entwickler aufeinander, die Vortragsinhalte waren daher stark technisch ausgerichtet. Andrew Hutchinson, Head of Content und Social Media bei Social Media Today, hat den Vortrag über den Instagram Algorithmus verfolgt und seine Erkenntnisse veröffentlicht. Der Vortrag von Thomas Dimson widmet sich den Herausforderungen und Lösungsansätzen eines Algorithmus bei Instagram. Auch nennt er die Faktoren, die für die Definition von Relevanz eine tragende Rolle spielen.


Machine Learning  @Scale – Measurement & Analysis of Feed-ranking Models on Instagram


Dimson erklärt, wie die Algorithmen auf Social Media Plattformen im Allgemeinen funktionieren und welchen Zweck sie erfüllen: Mit wachsender Beliebtheit der Netzwerke und steigender Aktivität der User wird es für sie schwerer, relevante Inhalte zu sondieren. So habe Instagram in einer Studie herausgefunden, dass etwa 70 Prozent des Contents den User bei einem chronologischen Feed nie erreicht. Die zwei möglichen Lösungen für dieses Problem seien

  1. User zu zwingen, weniger Accounts zu folgen, so dass sie den für sie relevantesten Content nicht verpassen.
  2. einen Algorithmus zu implementieren, der basierend auf bestimmten Faktoren Content voranstellt, der für den User höchstwahrscheinlich relevant ist.

Bei lediglich zwei Auswahlmöglichkeiten ist es logisch, dass am Ende die realistischere von beiden in Betracht gezogen wird. Dass der Algorithmus schlussendlich auch gegen den Willen der meisten User ausgerollt wurde, liegt an einem vorangegangenen Test mit einer kleinen Usergruppe, der zu erstaunlichen Ergebnissen geführt hat. So konnte das Team einen signifikanten Anstieg wichtiger Schlüsselmetriken verzeichnen.

Bei der Algorithmus-Testgruppe stiegen Daily Active User, Impressions, Verweildauer und Uploads stark an. © Instagram

Die einzige Metrik, die sich verschlechterte, war laut Aussage Dimsons die Anzahl der durchgeführten Suchen. Dies wurde als gutes Zeichen gewertet, denn anscheinend wurden den Usern mehr Inhalte angezeigt, die sie andernfalls gesucht hätten.

Über die Definition von Relevanz: Who do you care about?

Darüber hinaus gibt Dimson auch die ausschlaggebenden Metriken preis, die über die Relevanz bestimmen. Die Parameter also, die über die Anordnung von Content im Newsfeed entscheiden. Per Definition sind dies „People you care about“. Die folgenden Signale sind demnach für ein vermeintliches Interesse ausschlaggebend:

  • User, deren Content du likst
  • User, mit denen du via Privatnachrichten interagierst
  • User, nach denen du suchst
  • User, die du im echten Leben kennst

Wie die jeweiligen Schlüsselmetriken nun gewichtet werden, ist nicht bekannt. Da es sich bei den genannten aber um dieselben Metriken handelt, die Instagram beim Testen des Algorithmus in Betracht zog, sollte zumindest annehmbar sein, dass diese auch heute noch Anwendung finden. Darüber hinaus gab Dimson an, dass eine Gewichtung gar nicht zwingend stattfindet. Eher fokussiere man sich bei der Messung auf das Engagement als Indikator. Dieses wird hierbei unterschiedlich ermittelt, wie die weiter oben genannten Signale aufzeigen.

Am Ende liegt es am User, wie sichtbar er ist

Obwohl der Vortrag sicherlich nicht alle offenen Fragen beantwortet, konnte Dimson spannende Insights in die Funktionsweise des Algorithmus geben und so zumindest zum Teil bestätigen, was User bezüglich der Definition von Relevanz lange spekuliert haben. Letztendlich liegt es am User, wie sichtbar er für seine Follower ist. Dabei kommt es in erster Linie darauf an, überzeugende Inhalte zu erstellen, die das Engagement fördern und auf diese Weise zu einem höheren Ranking führen.

Quelle: Social Media Today

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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