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#Dotard Trend: Kim Jong-uns kreative Beleidigung gegenüber Trump verblüfft das Social Web

Der Begriff „dotard“ ist keine Wortschöpfung des Diktators und – wenn es nach Twitter geht – eine treffende Bezeichnung für den US-Präsidenten.

© Monico Chavez - Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Besorgt blickt die Welt auf die angespannte Situation zwischen Nordkorea und den USA. Nicht wenige fürchten sich vor einem Atomkrieg. Jetzt meldete sich der nordkoreanische Diktator erneut mit einer hitzigen und bedrohlichen Ansprache an das Volk. Neben all der Besorgnis hinterlässt jedoch insbesondere ein bestimmtes Wort aus der Rede ein Stirnrunzeln auf den Gesichtern vieler Amerikaner: dotard.

Was ist ein „dotard“?

Der verbale Angriff des Führers Nordkoreas auf den US-amerikanischen Präsidenten ist seit der Ausstrahlung Thema in den Medien. Der Spiegel zitiert den markanten Satz Kims nach der nordkoreanischen Staatsagentur KCNA wie folgt:

Ich werde den geistig umnachteten senilen Amerikaner sicher und endgültig mit Feuer bändigen.

Die englische Übersetzung lautet nach der Washington Post:

I will surely and definitely tame the mentally deranged U.S. dotard with fire.

Neben den extremen physischen Drohungen fällt die außergewöhnliche Rhetorik des Diktators auf. Wahrscheinlich war hier schlicht ein gebildeter koreanischer Übersetzer am Werk, doch „Dotard“ hört man dieser Tage im englischen Sprachraum äußerst selten. Das Oxford Dictionary definiert den Begriff folgendermaßen:

An old person, especially one who has become weak or senile.

Ein Social-Trend wird geboren

Innerhalb kürzester Zeit schoss das Interesse an dem kaum gebräuchlichen Begriff in die Höhe.

Suchanfragen zu „dotard“ bei Google Trends, Screenshot 22.09.2017

Nachdem manche davon ausgegangen sind, dass dies eine Wortschöpfung sei aus „Donald“ und „Retard“ (englisch etwa „Schwachsinniger“ oder „geistig Zurückgebliebener“), belehrte sie das Wörterbuch eines Besseren. Sasha Lekach hat für Mashable ein paar Reaktionen aus dem Social Web zusammengetragen.

Twitter-User Tony Posnanski etwa plädiert für die Treffsicherheit des Begriffs:

Andere nehmen die Wortwahl zum Anlass, um sich über Trumps Bildungsferne lustig zu machen:

Wiederum andere erweitern die Definition des Wortes:

Vielleicht ist der Hype tatsächlich der ungenauen Übersetzung geschuldet. So oder so, nach „covfefe“ ist – zumindest auf Twitter – ein neuer Trend auf Kosten Trumps geboren. Auch hierzulande springen einige User bereits auf den Zug auf. Wir sind auf die nächsten kreativen Tweets gespannt (Twitter-Suche zu dotard). Bei all den Horrornachrichten aus der Pazifik-Region tut es schließlich gut, auch einmal über etwas schmunzeln zu können.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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