Marketing Strategie

Digitale Arbeitswelt: Selbstvermarktung wird immer wichtiger

In einer aktuellen Studie widmet sich das Fraunhofer-Institut der Zukunft der Arbeit. Die Prognose: Die Grenzen zwischen den Branchen werden immer durchlässiger, das Arbeitsleben immer selbstständiger organisiert. In dieser neuen Arbeitswelt gewinnt das Selbstmarketing massiv an Bedeutung.

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Lange nur ein Thema für Spezialisten, hat die Debatte über die digitale Zukunft der Arbeit inzwischen die ganze Gesellschaft erfasst. Mal sorgt eine reißerische Prognose für Schlagzeilen, wie viele Jobs der Automatisierung zum Opfer fallen könnten – mal geht es darum, schon in Grundschulen Computer einzuführen, um die Kinder auf die Zukunft vorzubereiten. Regierung, Wirtschaft und Gewerkschaften, aber auch die Forschung sorgt sich darum, wie man die Menschen auf den digitalen Wandel vorbereiten kann. Eine Studie des Fraunhofer Instituts und der Vodafone Stiftung kommt nun zu dem Ergebnis: Skills in Selbstvermarktung können entscheidend werden, um in der Arbeitswelt von morgen Schritt halten zu können.

Mehr Outsourcing, mehr Selbstständigkeit

In die Zukunft könne man nicht sehen, so Dr. Simone Kimpeler vom Fraunhofer Institut. Dennoch lassen sich einige Entwicklungen beobachten, die das Berufsleben in den nächsten Jahren massiv verändern werden. So können in der digitalen Wirtschaft die Arbeitsprozesse in immer kleinere Einheiten unterteilt werden. Diese lassen sich flexibel managen und an externe Dienstleister auslagern – das reicht von eingekauftem Expertenwissen bis hin zur Auslagerung einfachster Tätigkeiten an eine Crowd von „Clickworkern“. Durch das zunehmende Outsourcing der Unternehmen gibt es immer weniger Festanstellungen und die Zahl der Freelancer wächst – eine Entwicklung, die durch sämtliche Hierarchiestufen und Berufsfelder geht. Die Folgen für die Arbeitswelt sind weitreichend.

Selbstvermarktung wird essenziell

Die Digitalisierung begünstigt also eine Arbeitswelt, in der immer mehr Menschen eigenständig an wechselnden Projektaufträgen arbeiten – um die sie sich immer wieder bewerben müssen. Das erfordert von den Arbeitnehmern nicht nur Skills in Selbstorganisation, sondern auch in Selbstvermarktung. Die Studie warnt eindringlich davor, dass hier eine Spaltung in Gewinner und Verlierer der Digitalisierung eintreten könnte. Im Vorteil sind alle, die ihre Kompetenzen und ihre Persönlichkeit online gut darstellen können und wissen, wie man sich vernetzt. Wer dieses digitale Know-how nie erlernt hat, droht abgehängt zu werden.

Für die Branche des Onlinemarketings ist das eine rosige Prognose: Der Zugewinn an Bedeutung wird aller Wahrscheinlichkeit nach viele neue Jobs und neuartige Berufsprofile schaffen. Dennoch ist auch die eigene Branche natürlich vor den Entwicklungen nicht gefeit –  wer in Zukunft erfolgreich Onlinemarketing betreiben will, wird damit zuerst bei sich selbst anfangen müssen.

Branchen werden durchlässiger

Die Digitalisierung sortiert auch die klassischen Branchen um bzw. macht sie durchlässiger, denn immer mehr Aufgabe werden mithilfe von Software erledigt, die branchenübergreifende Lösungen bereitstellt. Deshalb wird auch bei den Mitarbeitern branchenübergreifendes Know-how immer wichtiger. Das erleichtert es Arbeitnehmern einerseits, die Branche zu wechseln, sorgt aber gleichzeitig auch für höheren Konkurrenzdruck, da sich weniger spezialisierte Nischen behaupten.

Lebenslanges Lernen ist gefragt

Zusammengenommen bedeuten diese Entwicklungen, dass sich das Konzept der Berufsberatung grundlegend wandeln muss. Bisher sind vor allem jüngere Menschen die Zielgruppe, die am Startpunkt ihrer beruflichen Laufbahn stehen. In Zukunft werden auch andere Altersgruppen viel stärker von diesen Fragen betroffen sein. Auf dem digitalen Arbeitsmarkt der Zukunft werden immer mehr Menschen im Laufe ihres Lebens ihre Branche und ihren Beruf wechseln (müssen). Lebenslanges Lernen ist gefragt! Um das zu unterstützen, so die Autoren der Studie, sind auch Institutionen wie die Bundesagentur für Arbeit gefragt. Damit alle von der digitalen Zukunft profitieren können, ist auch der Staat gefragt, um die Gesellschaft auf den digitalen Wandel vorzubereiten.

Hier kann man die Studie kostenlos downloaden.

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