Social Media Marketing

Die EM-Fußballspielerinnen polarisieren auf Facebook

Am Freitag startete die Frauen Fußball EM. Doch wie präsent sind die deutschen Spielerinnen eigentlich auf Facebook? Wir machten den Check.

Lira Bajrmaj

Fatmire "Lira" Bajramajs
Facebook-Profilbild

Die deutschen Damen gehen im EM-Austragungsland Schweden als Titelverteidigerinnen ins Rennen. Doch sind die Fußballerinnen auch im Netz die Nummer Eins? 18 Spielerinnen des Kaders der deutschen Nationalmannschaft haben eine eigene Fanpage. Doch sind sie ähnlich wie die Männer auch bei Facebook aktiv und welche Dame ist die populärste?

Wer hat die meisten Likes auf Facebook?

 

Lira BajramajFatmire Bajramaj hat mit 69.000 mit Abstand die größte Fanbase. Die aus Albanien stammende Mittelfeldspielerin weiß mit ihren Facebook-Posts zu polarisieren: Sie beinhalten Nachrichten von einem guten Freund, den man lange nicht gesehen hat, fröhliche Statusupdates, interessierte Fragen, schöne Bilder – und die Texte sind meistens auf Deutsch und Albanisch verfasst. Dieses Bild postete Bajrmaj am 26. Juni 2013:
Célia Okovino da MbabiMit über 50.000 weniger Fans auf Platz Zwei folgt Célia Okoyino da Mbabi. Sie hat rund 17.000 “Gefällt mir”. Die Stürmerin betreibt eine andere PR als ihre Kollegin. Auf Célias Seite erscheinen hauptsächlich Infos zum Spielplan, Spielverlauf, Spielerkolleginnen und ihrem ehrenamtlichen Engagement. Von ihrem Privatleben gibt sie wenig bis gar nichts preis.
Simone LaudehrSimone Laudehr hat im Gegensatz zu ihren Teammitgliedern erst zur Europameisterschaft wieder begonnen, aktiver zu posten. Der Post davor war über ein Jahr alt und vom 9. Januar 2012:Simone LaudehrHier rief Laudehr dazu auf, dass sie nur noch 195 Fans bis zur 12.000 benötige. Heute, anderthalb Jahre später, hat sie 12.565 likes, allerdings ohne ihnen irgendeinen Content zur Verfügung zu stellen. Es ist durchaus überraschend, dass sie mit der passiven Haltung zu den einzigen drei Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft gehört, die eine fünfstellige Fanzahl aufweisen können.

Wie gut kommen die Posts an?

Die höchste Engagementrate haben Nadine Keßler mit 7,2 Prozent und Dzsenifer Marozsan mit 4,4 Prozent. Die Posts der beiden kommen also besonders gut an, werden häufig kommentiert, geteilt und geliked. Zum Vergleich: Der Schnitt aller Spielerinnen liegt bei 1,6%.Nadine Keßler gehört zu den emotionalen Spielerinnen, sie teilt Gefühle und Gedanken, bleibt aber stets nah an der Fußball-Thematik. Außerdem postet sie im Schnitt 1,8 mal am Tag und liegt damit an der Spitze aller 18 Seiten, die durchschnittlich täglich 0,4 Posts absetzen.

Dzsenifer Marozsan öffnet ihr Facebook-Album ins Private: Sie postet Bilder, Erinnerungen und Videos aus ihrem Privat- wie aus ihrem Sportlerleben. Wie bei den anderen ziehen die Fotos, auf denen sie selbst zu sehen ist, am besten.

Gibt es Reaktionen der Fans?

Alle 18 Spielerinnen zusammen kommen gerade mal auf einen durchschnittlichen Servicelevel-Wert von 10 Prozent. Das heißt, nur etwa jeder zehnte Post, der von Usern geteilt wird, wird von der Fanpage geliked, kommentiert oder gelöscht. Der Rest wird einfach ignoriert. Viele haben die Funktion, dass Fans auf die Seite posten dürfen von vornherein deaktiviert. Das Gespräch mit den Fans steht bei den 18 DFB-Damen also nicht an erster Stelle.
Bei den Inhalten stehen Fotos, auf die die Spielerinnen selbst zu sehen sind, hoch im Kurs – sowohl im Training als auch im Privatleben.
In den allermeisten Fällen setzen sich die aktiven Fans zur Hälfte aus Männern und Frauen zusammen, wobei Torfrau Nadine Angerer, eigentlich eine der bekanntesten Persönlichkeiten aus dem Frauenfußball, mit 20 Prozent die wenigsten männlichen Fans aufzuweisen hat und Svenja Huth mit 68 Prozent die meisten Männer anspricht. Offenbar gefällt Männern wie Frauen die Verbindung aus Sportnachrichten und privaten Schnappschüssen.
Am Sonntag haben die deutschen Fußballdamen ihre ersten Sieg gegen Island eingefahren – Mittwoch geht es gegen Norwegen. So gut wie alle Spielerinnen posten ihre Erlebnisse aus Schweden. Es wird spannend zu verfolgen, inwieweit die Europameisterschaft die Fanzahlen der Spielerinnen auf Facebook ansteigen lässt.

Über Heiko Sellin

Heiko Sellin

Heiko Sellin hat an der Hochschule Mittweida seinen Bachelor in Sportjournalistik und -management absolviert. Bevor er zu OnlineMarketing.de gestoßen ist, war er für das Hamburger Abendblatt als freier Mitarbeiter tätig und hospitierte beim NDR-Fernsehen und Sport1.

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Ein Gedanke zu „Die EM-Fußballspielerinnen polarisieren auf Facebook

  1. Ted K. Ortiz

    Von solchen Fanzahlen können die anderen nur träumen. Weit dahinter auf Platz Zwei folgt Célia Okoyino da Mbabi mit über 16.000 Fans. Die Stürmerin fährt eine andere Strategie als ihre Kollegin Fatmire Bajramaj. Bei ihr gibt es hauptsächlich Infos zu Spielplan, Spielverlauf und Spielerinnenkarriere, zu ihrem ehrenamtlichen Engagement und zu ihren Plänen. Private Bilder sucht man vergeblich.

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