E-Mail Marketing

Der neue Gmail „Unsubscribe“-Button – Für Nutzer ein Segen, doch für Marketer ein Grauen?

Google hat sich dazu entschlossen, einen Unsubscribe-Button für Newsletter bei Gmail einzubetten – mit weitreichenden Folgen.

Gmail-Logo

Google hat sich ein Beispiel an anderen Mailing-Plattformen genommen und möchte den „Unsubscribe“-Button für Newsletter einführen – der Roll-Out soll in Kürze stattfinden. Was für viele Nutzer wohl einfach nur als praktische Erweiterung angesehen wird, kann für Marketer zum Problem werden. Vor allem im Angesicht dessen, dass Umfragen jüngst ergaben, wie erfolgreich E-Mail-Marketing sein kann.

Einbruch der Newsletterempfänger?

Die Idee ist nicht neu, einigen Usern wurde die Option schon seit 2009 bereitgestellt, jetzt sollen alle Gmail-Anwender die Möglichkeit wahrnehmen können. Der Button wird automatisch rechts neben der E-Mail-Adresse der Marketer angezeigt, ohne dass die Nutzer tätig werden müssen:

Quelle: The Verge

Quelle: The Verge

Zuvor waren die meisten Unsubscribe-Links in kleiner Schriftgröße unten in der E-Mail versteckt. Dazu mussten sich die Nutzer oftmals noch mit ihren Kontodaten anmelden, um sich endgültig abzumelden. Diesen Aufwand scheute eine Vielzahl der Empfänger – zur Freude der Marketer. Der Vorgang wird zukünftig ohne Umwege direkt über Gmail automatisiert abgewickelt. Da das Austragen nun so einfach gemacht wird, ist zu erwarten, dass die Anzahl der Kunden, die einen Newsletter verweigern, drastisch ansteigen wird.

Schutz vor Spam

Elie Bursztein, Anti Fraud and Abuse Research Lead bei Google, betonte auf einer Konferenz für Marketer in San Francisco:

Wir möchten, dass unsere Nutzer keinen Spam erhalten, aber auch, dass ihr die Nutzer erreicht.

Google selbst sieht die Einführung des Buttons also weniger dramatisch. Laut Elie Bursztein gehe es darum, Spam besser aussortieren zu können. Wenn ein Nutzer sich bei einem Newsletter einträgt und später merkt, dass er die Mails doch nicht mehr erhalten möchte, markiert er oder sie die Nachricht als Spam. Das läge daran, dass die Unsubscribe-Links zu schwer zu finden seien. Letzten Endes landen daraufhin viele Unternehmen auf Spam-Listen und bekommen Schwierigkeiten, ihre Mails an Gmail-Accounts zu verteilen. Im Grunde genommen hilft der Button der Marketing-Branche demnach.

Ulf Richter, Geschäftsführer von optivo, stellte in einem unserer Interviews gerade erst heraus: „Newsletter und Kampagnenmails sind die Klammer, die alle Kanäle zusammenhält.“ Inwieweit das neue Feature Marketern helfen wird, die Klammer erfolgreich einzusetzen, bleibt abzuwarten.

Quelle: PCWorld & The Verge

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

2 Gedanken zu „Der neue Gmail „Unsubscribe“-Button – Für Nutzer ein Segen, doch für Marketer ein Grauen?

  1. beatrix pusnik

    Gestern habe ich von Ihrem Haus einen neunen Sicherheitscode 859105 über mein Smartphone bekommen und seither komme ich nicht mehr in meinen E-Mail account weder mit dem Pc noch mit Handy. Das Passwort hat sich ncht geändert. Bitte um Hilfe

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  2. Michael Marheine

    Das wirklich Schlimme ist, dass 90% der User den Begriff Spam nutzen, obwohl sie gar nicht wissen, was genau das ist. Jeder Marketer, der viel über Mails kommuniziert, bekommt regelmäßig auch Abmeldungen – soweit ist das auch ok, denn man kann ja auch seine Meinung ändern oder ein Thema wurde zwischenzeitlich weniger relevant für den Leser.

    Ganz oft erhalte ich allerdings Mailantworten, die mit Spam eigentlich meinen, dass ihnen zu häufig Mails zugestellt werden bzw. ihnen die Relevanz abhanden kam. Das ist aber kein Spam! Ich versende auf manchen Kanälen gar keine Angebote oder Werbung, weise nur auf neu online gegangene Artikel hin, die bei Anmeldung eines Lesers zumindest relevant für ihn waren. Mails dieser Art können nie Spam sein, wenn er sich per double-opt-in angemeldet hatte.

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