Big Data

Datenspeicherung neu gedacht: Riesige Türme sollen Hunderttausend Servern Platz bieten

Wohin mit all den Daten? Zwei Italiener haben einen ungewöhnlichen Vorschlag für neue Serverfarmen. Dieser gewinnt mit der fortwährenden Digitalisierung wieder an Aktualität.

© eVolo Skyscraper Competition / Mercuri Merletti

2,5 Trillionen Bytes an Daten werden jeden Tag generiert. Für alle, die selten mit dieser Zahl zu tun haben: Eine Trillion hat 18 Nullen. Irgendwo müssen diese Daten gespeichert werden. Egal ob auf dem heimischen Rechner oder in einer Cloud-Lösung, am Ende liegen die Daten auf einem physischen Server. Obwohl die Größe von Speichermedien rasant abnimmt, benötigt diese riesige Zahl an Daten immer noch sehr viel Platz.

Bisherige Gebäude benötigen viel Fläche

Die meisten Server-Farmen sind nach dem Prinzip der Zweckmäßigkeit erbaut. Sie sind meist nur wenige Stockwerke hoch, haben dafür aber häufig eine Grundfläche von mehreren 10.000 Quadratmetern. Diese klassische Bauweise verbraucht nicht nur viel Platz, sondern auch viel Energie. Schließlich benötigt jeder Server Strom und eine Kühlung, um nur zwei Faktoren zu nennen.

Neuer Ansatz von zwei italienischen Architekten

Vor dem Hintergrund der fortwährenden Digitalisierung und der anhaltenden Energieprobleme, gewinnt ein Vorschlag der italienischen Architekten Valeria Mercuri und Marco Merletti wieder an Bedeutung. Sie haben das Konzept der Server-Farm neu gedacht und einen Server-Wolkenkratzer daraus gemacht, wie WIRED zu berichten weiß.

Dem knappen Platz am Boden wollen sie durch einen Bau in die Vertikale begegnen. So sollen ihre Türme bis zu 300 Meter hoch werden und bis zu 400.000 Server beheimaten. Die Form der Türme muss man sich so vorstellen, als wenn man ein Motherboard zu einer Zigarre faltet. An der Außenseite des Turmes befinden sich Container, in denen die Server jeweils eines Mieters untergebracht sind. Dank der modularen Bauweise können die Container beliebig umgebaut werden.

© eVolo Skyscraper Competition / Mercuri Merletti

Das Innere der Türme ist hohl, dort soll die Logistik ablaufen. Durch die offene Röhre können Techniker an die Server gelangen und diese so einfach warten und notfalls reparieren. Zudem soll die Wärme der Server durch den Schacht automatisch nach oben abgeleitet werden.

Der richtige Standort soll für Kühlung und saubere Energie sorgen

Das Problem der ausreichenden Kühlung wollen die Architekten durch eine entsprechende Standortwahl lösen. Sie haben dafür Island vorgesehen. Dort könnten im Winter die kalten Winde einen Großteil der Kühlung übernehmen.

Die für den Betrieb notwendige Energie wollen die Italiener aus Islands geothermischen und hydroelektrischen Anlagen beziehen. Dies soll saubere und kostengünstige Energie für die Türme garantieren.

Für ihren Entwurf erhielten Mercuri und Merletti beim jährlichen Hochhauswettbewerb der Zeitschrift eVolo den dritten Platz. Trotz seiner Aktualität ist eine Umsetzung aber weiterhin fraglich.

Über Stephan Hütter

Stephan Hütter

Stephan Hütter ist ein Kind des Ruhrgebiets. Als gelernter Sportökonom schreibt er viel über Sport. Dabei hat es ihm vor allem das Sportsponsoring und dessen Einbindung in den Sales Funnel angetan. Seit seiner Selbstständigkeit beschäftigt er sich zudem mit dem Thema digitaler Lifestyle und den damit verbundenen neuen Karrieremöglichkeiten. Seit 2018 schreibt er für OnlineMarketing.de

Ein Gedanke zu „Datenspeicherung neu gedacht: Riesige Türme sollen Hunderttausend Servern Platz bieten

  1. Hanspeter Peterhans

    Naja, da gibt es einige Konzepte, welche Serverfarmen unterwasser vorsehen, welche höchstwahrscheinlich einiges günstiger und näher umzusetzen sind als irgendwo fernab in Insland…

    Antworten

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