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Angry Birds, Paper Toss oder Grindr: Viele Apps geben Daten an Dritte weiter, sind sammelwütig und schreiben den Datenschutz sehr klein

Viele Apps übermitteln zahlreiche persönliche Datensätze an Dritte. Für mehr Datenschutz gibt es hier einen Auszug dieser Apps.

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Apps – Praktische Helfer mit hohem Datenbedarf

Smartphone Apps sind nicht nur praktische Helfer im Alltag, sondern lassen sich auch ganz einfach und vor allem schnell herunterladen und installieren. Apps benötigen natürlich Zugriff auf bestimmte Daten, um ihren Dienst erfüllen zu können – Positionsdaten für Navigationsapps, das Adressbuch für den Messenger et cetera.

Neben dem Umstand, dass die meisten Nutzer nicht wissen, was die App mit diesen Daten weiterhin macht, verlangen zahlreiche Apps auch Zugriff auf Daten, die mit dem Dienst nur wenig bis gar nichts zu tun haben. Genau diese Problematik ruft neben dem Datenschutz auch das Fraunhofer SIT mit seinem neuen Web-Tracking-Report 2014 auf den Plan.

Informationen – Fast alles kann ausgelesen werden

Vom Datenschutz erst einmal abgesehen, findet ihr in folgender Übersicht Daten, die die verschiedenen Funktionen eines Smartphones an Apps übermitteln können:

  • Positionsdaten
  • Telefonnummer bzw. andere eindeutige Identifikatoren (IMEI etc.)
  • Kontakte
  • Kamera und Mikrophon
  • Browserhistorie und Bookmarks
  • Loglisten und SMS
  • Kalender und RSS Feeds

Datenschutz – Hier besser die Finger weglassen!

Grundsätzlich  muss also jeder bei der Benutzung von Apps mit entsprechenden Berechtigungen (es lohnt sich also, diese zur Abwechslung zu lesen) davon ausgehen, beim Gang zur Toilette mit Handynutzung sowohl Ton- als auch Bildmaterial unbewusst an Fremde zu übermitteln – inklusive der Angabe, wo dieses Material entstanden ist, natürlich.

Auf Grundlage des Web-Tracking-Reports 2014 des Fraunhofer SIT ist Smartphone Besitzern mit folgenden Apps also zu einem kritisches Hinterfragen der Nutzung  dieser zu raten:

  • TextPlus 4
    Die App hat eindeutige Identifikatoren, Vorwahl, Alter und Geschlecht an mehrere Dritte verschickt.
  • Pandora
    Die App hat Alter, Geschlecht, Aufenthaltsort und eindeutige Identifikatoren an mehrere Dritte verschickt.
  • Paper Toss
    Eindeutige Identifikatoren wurden an mehrere Dritte verschickt.
  • Grindr
    Eindeutige Identifikatoren, Geschlecht und der Aufenthaltsort wurden an verschiedene Dritte weitergegeben.
  • Angry Birds
    Die App hat eindeutige Identifikatoren und den Aufenthaltsort einer dritten Partei mitgeteilt.

Darüber hinaus wurde bei einer Untersuchung von 30 Android Apps festgestellt, dass 20 davon insgesamt 68 Stellen für den potenziellen Missbrauch von aus Sicht des Verbrauchers schützenswerten Daten aufweisen.

Bei einer Untersuchung von 1407 iOS Apps wurde festgestellt, dass 55 Prozent eindeutige Identifikatoren weitergeben. Ebenfalls häufig wird der Aufenthaltsort weitergegeben.

Insgesamt wirft der Report kein gutes Licht auf App Entwickler. Welche Erfahrungen habt ihr beim Thema Datenschutz und Apps gemacht? Achtet ihr aktiv darauf, welche Berechtigungen eine App fordert – und ergreift gegenfalls auch entsprechende Maßnahmen wie das Unterlassen der Installation derselbigen?

Über Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe

Fokusthemen auf OnlineMarketing.de: CRM, (Web) Analytics & E-Mail Marketing. Studium: B. A. in Business Administration, M. Sc. in E-Commerce. Mitglied der Digital Analytics Association Germany. Schnittstelle zwischen Marketing & IT mit einem Herz für Analytics. Derzeit tätig im Digital Push Marketing bei OTTO (GmbH & Co KG). Vorher im Solution Consulting der netnomics GmbH.

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