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Das Jahr des Vergessens – 345 Millionen Löschanträge bei Google für 2014

Google wurde im Jahr 2014 mit Anfragen zur Entfernung fraglicher Links überhäuft. Woher kommt das 75 prozentige Wachstum im Vergleich zum Vorjahr?

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Eine Auswertung von TorrentFreak ergibt, dass vergangenes Jahr mehr als 345 Millionen Anfragen bei Google eingingen, die sich dem Löschen fraglicher Links widmeten. Dies stellt eine 75 prozentige Steigerung im Vergleich zum Vorjahr dar.

345.169.134 Anfragen in einem Jahr

Eine offizielle Jahresbilanz bezüglich der Löschanträge zieht Google selbst zwar nicht, das Newsportal TorrentFreak, das die Brücke von Themen wie Copyright und Privatsphäre zu Filesharing zu schlagen versucht, orientierte sich jedoch an den wöchentlichen Berichten des Konzerns. Dabei kamen die Journalisten auf weltweit 345.169.134 Anträge für 2014 – 75 Prozent mehr noch als im Jahr 2013.

Google URLs 2014 takedown

Die Entwicklung der Löschanträge, © Google

Wer löscht warum?

TorrentFreak führt das enorme Wachstum auf den fortschreitenden Kampf gegen Raubkopierer zurück. 4shared.com, rapidgator.net und uploaded.net waren Hauptverantwortliche für die hohe Anzahl bei Google mit jeweils mehr als 5 Millionen betroffenen Links. Doch die Entwicklung hängt auch damit zusammen, dass die Weltbevölkerung allgemein in Bezug auf ihre Daten und Privatsphäre sensibler geworden ist. Außerdem ebnete ein entsprechendes Urteil im Mai hierzulande den Weg für eine unkomplizierte Abwicklung der Linkentfernung. Google veröffentlichte im Oktober bereits einen Report mit Insights für die Situation in Europa. Daraus ging hervor, dass die Deutschen nach den Franzosen am meisten Links beanstanden. Das bedeutet im Endeffekt mehr Arbeit für den Suchmaschinenriesen, der die Links überprüfen muss. Von den 345 Millionen Links 2014 wurde laut TorrentFreak die Mehrheit entfernt.

Google sieht sich selbst nicht als Stellschraube in der Copyright-Debatte und ließ dies auch in für sich typischer Manier verlauten:

Piracy often arises when consumer demand goes unmet by legitimate supply. As services ranging from Netflix to Spotify to iTunes have demonstrated, the best way to combat piracy is with better and more convenient legitimate services.

Die Industrie sollte sich also wie so oft ein Beispiel an Google nehmen und schlichtweg bessere Lösungen anbieten.

Quelle: TorrentFreak

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