Technologie

Chrome warnt User vor versteckten Kosten auf Websites

Mit dem Start von Chrome 71 im Dezember wird Googles Browser Nutzer über etwaige nicht klar offengelegte Kosten bei Websites informieren.

Screenshot YouTube, © Google Chrome

Beim Surfen auf diversen Websites müssen sich die Nutzer inzwischen häufig durch einen Dschungel von Informationshinweisen klicken. Ob zum Datenschutz, zur Newsletteranmeldung oder ähnlichem. Da klickt man gern auf den einen oder anderen Button, ohne alle Zusatzinformationen studiert zu haben. Damit die Nutzer auf diesem Wege nicht in Kostenfallen tappen, warnt Chrome ab Dezember vor Websites, bei denen versteckte Kosten vorhanden sein könnten.

Ungenügende Informationen zur Registrierung führen zum Warnhinweis

Gerade bei mobilen Seiten werden die User oft gebeten ihre Telefonnummer anzugeben, um Inhalte sehen zu können. Google zufolge erleben Millionen Nutzer, dass dabei oft keine ausreichenden Informationen auf den ersten Blick ersichtlich sind, die über eine etwaige Registrierung aufklären. Doch, wie Engadgets AJ Dellinger berichtet, können leichtfertig angegebene Telefonnummern bei Seiten zu unerwünschten Kosten führen. Denn bei manchen Modellen der Registrierung reicht schon die Nummer, um diese Zahlungen einzufordern; selbst wenn die Zustimmung sich anscheinend nicht explizit auf ein solches Modell bezogen hat. In Deutschland wird dies nicht so drastisch sein, weil die DSGVO solchen Praktiken schon einen Riegel vorschiebt. Trotzdem liest nicht jeder User alle Bestimmungen dazu im Detail, besonders wenn sie komplex gestaltet sind.

Daher reagiert Google mit einem neuen Feature im Browser Chrome. Ab der Version 71, die im Dezember kommt, müssen die Websites Informationen dazu, wie viel Kosten eine Registrierung dem User verursachen würde, direkt in den Sign-Up-Prozess integrieren. Dabei müssen die Zahlungsstrukturen klar verständlich sein. Sofern diese Aufklärung – die nebenbei bemerkt nur seriös ist – nicht befolgt wird, gibt Chrome dem Nutzer ein deutliches Warnsignal.

Chromes Warnung vor etwaigen versteckten Kosten im Registrierungsprozess, © Google

Im Anschluss an die Wanrung haben die User die Möglichkeit die Seite zu meiden oder dennoch zu besuchen. Zumindest aber wissen sie besser über deren mögliche profitorientierte Absichten Bescheid.

Webmaster werden informiert, wenn sie Googles Vorgaben nicht einhalten. Gehen sie auf diese aber nicht ein, wird ihre Seite weiterhin als eine gewissermaßen unsichere Quelle dargestellt. Somit sind die Seitenbetreiber in der Pflicht ihre Monetarisierungsabsichten klar zu formulieren oder sie müssen andernfalls auf deutlich mehr Traffic bei Chrome verzichten. Auf diese Weise schützt Google die Nutzer seines Browsers und unterstützt zugleich nicht nur ein transparenteres Web, sondern auch seriöse und nachvollziehbare Registrierungsprozesse.

Überhaupt müssen Webmaster sich beim marktführenden Browser Chrome um eine gute UX bemühen, da unter anderem auch eine einzige unangemessene Ad zur Blockade des gesamten Werbeinventars führen kann. Die User dürften sich über das neueste Feature jedenfalls freuen; denn versteckte Kosten im Netz will man nicht erst im Nachhinein zu spüren bekommen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.