Social Media Marketing

Beschluss: Brands sind für User-Posts verantwortlich

Das Advertising Standards Board in Australien sorgt mit einer Anordnung für reichlich Unruhe bei Unternehmen.

Facebook-Logo

Ein Beschluss des australischen Advertising Standards Board lässt Unternehmen in “Down Under” unruhig werden: Demnach tragen Brands und Unternehmen die Verantwortung für die Posts von Usern auf ihren Facebook-Seiten.

Wie der Sidney Morning Herald berichtet, hatte das australische Gremium entschieden, dass Facebook als Werbemedium zu behandeln sei – und nicht als reines Kommunikationsmedium. Demnach müssten die Unternehmen alle Kommentare überprüfen und klären, ob sich dahinter etwa sexistische oder rassistische Äußerungen verbergen.

Daraus ergibt sich, dass Unternehmen für die Posts und Kommentare ihrer Follower auf ihrer Facebook-Seite bestraft werden könnten.

Bereits im vergangenen Monat hatte das Advertising Standard Board ein diesbezügliches Urteil gefällt. Dabei ging es um die Facebook-Präsenz der Wodkamarke Smirnoff. Kommentare der Fans auf der Seite seien demnach als Werbung zu behandeln und die Unternehmen müssten hier nach den gleichen Prinzipien verfahren wie bei Ads.

Der Jurist John Swinson von King & Wood Mallesons erklärte gegenüber dem Sidney Morning Herald, dass die Entscheidung des Gremiums dazu führe, dass die Meinungen von Followern als Fakten anzusehen seien. Ein Beispiel: Wenn ein User auf der Smirnoff-Seite schreiben würde, dass Smirnoff der reinste russische Wodka sei und dass der Konsum desselben zu Erfolgen beim anderen Geschlecht führen würde, habe das Konsequenzen, wenn Smirnoff diesen Post nicht entfernen würde.

Smirnoff sei nämlich kein russischer Wodka, sondern komme aus Australien. Also wäre die Behauptung faktisch nicht korrekt. Die Behauptung, es sei der reinste Wodka könnte ebenfalls der Unwahrheit entsprechen. Und zu behaupten, dass der Erfolg bei der Damenwelt nach dem Genuss von Smirnoff größer sei, könne Probleme mit den Prinzipen des Werbekodex nach sich ziehen.

Noch ist unklar, wie sich das Urteil auswirkt. Können Brands wirklich jeden Post, der auf ihrer Facebook-Präsenz veröffentlich wird, so umfassend überprüfen? Aktuell scheint das sehr schwierig, fast unmöglich zu sein.

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