Social Media Marketing

Beef bei Burger King: Art Director roastet Fastfood-Kette bei Instagram

Penisse, Penisse, Penisse. Die Instagramseite des Burgerbraters wird mit Phallus-Symbolen geflutet – dagegen tun kann er kaum etwas.

Burger King hat sich mit dem falschen Kreativen angelegt. © Burger King, Instagram

Der Vorwurf wiegt schwer: Burger King soll sich für seine Ads bei den Ideen des bekannten Art Directors Pablo Rochat bedient haben. Doch statt den Fast Food-Laden dafür vor Gericht zu zerren, hat der Kreative einen anderen Weg gefunden Rache zu üben, der für das Unternehmen schmerzhafter sein dürfte.

Penisse für Gerechtigkeit

Für Künstler dürfte der Diebstahl geistigen Eigentums ein Problem sein, mit dem sie sich regelmäßig herumschlagen müssen. Pablo Rochat entschied sich im Fall Burger Kings jedoch für einen anderen Weg.

Burger King recently stole my content for their IG ads. Instead of taking legal action, i drew a big fat penis and tagged them so it would show up on their ‘tagged photos’ page. Take that Burger King.

Statt Burger King dafür zu verklagen, versah er die Erwähnungen auf der Instagramseite des Unternehmens kurzerhand mit einem riesigen Penis. Der Weg zahlte sich für ihn bislang aus. Am Dienstag postete er den Vorfall auf verschiedenen Kanälen und erhielt dafür eine Welle der Solidarität.

Seinem Ärger über den Ideenklau macht er auf Burger Kings Instagramseite Luft. © Tina Bauer | OnlineMarketing.de

Seitdem folgen immer weitere Darstellungen von Penissen auf dem Mentions Feed der internationalen Instagramseite Burger Kings. Neben einzelnen Bildern, die Phallus-Symbole zeigen, etwa von Kakteen, finden sich allerdings auch große, zusammenhängende Mosaike zwischen Burger essenden, normalen Menschen. Das meiste davon sogar auffallend in der orangefarbenen Corporate Identity des Unternehmens.

Starke Ähnlichkeit zwischen den Arbeiten des Kreativen und den Instagram Ads

Pablo Rochat kreiert unter anderem Tap-and-Hold-Spiele auf Instagram. Dabei postet er etwa Animationen in seinen Stories und fordert die Nutzer auf, diese mit einem Tap auf das Display einzufrieren. Ein Beispiel zeigt ein Katzenportrait deren Gesicht, also Augen, Nase und Mund, ihre Position verändern. Das Ergebnis kann mitunter verstörend oder lustig aussehen. Neben der Katze hat er dies auch bereits mit Animationen von Kim Kardashian oder Albert Einstein veröffentlicht. In einem Interview mit Vice erzählt er, dass er das Konzept zwar nicht erfunden, sich mit dieser Art von Arbeiten aber einen Namen als Kreativer gemacht habe und damit auch bekannt geworden sei. Vor diesem Hintergrund weist die Instagram Ad der Schweizer Niederlassung Burger Kings zu den Arbeiten Rochats eine unverkennbare Ähnlichkeit auf.

Links Pablo Rochat, rechts Burger King.

Nachdem diese nicht die erste schlechte Erfahrung mit Unternehmen war, die jedoch bisher nur darin resultiert sind, geghosted zu werden, entschied er sich dafür, nicht zu klagen und die Verantwortlichen auch nicht zur Rede zu stellen.

Der kreative Ansatz zahlt sich aus. Burger King erhält seither fast minütlich neue Phallus-Symbole auf seinem Feed in den Erwähnungen. Dem Unternehmen bleibt derweil nichts anderes übrig, als das Thema auszusitzen. Andernfalls lassen sich die Erwähnungen auch ausschalten, dann aber muss der Fast Food-Riese gänzlich auf User Generated Content verzichten. Eine Zwickmühle, in die er sich selbst hineinmanövriert hat.

„Actually I don’t think the first set of panels were funny enough. May I try again, @burgerking? Phallic Imagery“, liest es sich auf den insgesamt 18 zusammenhängenden Bildern auf dem Mentions Grid Burger Kings.

Rache ist kreativ

Mit der Aktion will Rochat lediglich auf lustigem und kreativem Wege Rache üben und auch andere damit unterhalten – so wie er es üblicherweise hält. „I felt that because they took an idea that I worked hard to develop on my own, I gave myself permission to get back at them in a creative way that really wouldn’t hurt them too much but would be fun and entertaining for everyone. The most important takeaway that I want people to get from this is that the best revenge is creative“, gab er gegenüber Vice an. Die nicht süße, sondern kreative Rache dürfte sitzen – immer mehr internationale Medien berichten über den Rachefeldzug des Künstlers. Während dieser Beifall erntet, fällt für Burger King öffentlichkeitswirksam eine Menge Häme ab.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 bei OnlineMarketing.de, seit 2019 Senior Content Manager.

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