Social Media Marketing

Beeindruckender Journalismus auf Twitter: BBC legt Bericht über Hinrichtungen offen und geht viral

Dass Social Media nicht nur für die Verbreitung von Fake News verantwortlich, sondern auch für echten Journalismus ein mächtiges Tool sein kann, zeigt BBC auf Twitter.

BBC Africa auf Twitter.

Soziale Medien haben sich in der jüngsten Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Allen voran Facebook und Twitter haben seit geraumer Zeit mit einem Skandal nach dem anderen zu kämpfen. Während Facebook sich mit der Manipulation von Wahlen, Fake News und Befeuerung ethnischer Konflikte auseinandersetzen muss, kämpft Twitter schon lange den Kampf gegen (russische) Bots. Doch der aktuelle Fall der BBC zeigt, dass soziale Medien auch einen Zweck verfolgen können: So hat die britische Rundfunkanstalt einen Fall aufgeklärt, in dem zwei junge Frauen und zwei Kinder von Unbekannten erschossen worden sind. Das Video hatte in den sozialen Medien im Juli dieses Jahres die Runde gemacht. Nicht nur das Ursprungsvideo der Hinrichtung ging viral, sondern jetzt auch der Twitter Thread der BBC Africa, die diesen Weg der Veröffentlichung gewählt hatte.

Twitter als Plattform der Wahl für die schnellstmögliche Verbreitung

Lange war nicht klar, wer die Mörder der Frauen und Kinder waren, geschweige denn wo die Hinrichtung stattgefunden hatte. BBC Africa begann in dem Fall zu recherchieren und postete die Erkenntnisse nun am Montag in einem 30 Tweets starken Thread. In dem Thread lässt sich anhand jeder Menge Bildmaterial, der Nennung vieler Quellen und auf Basis von Online-Investigation, nachvollziehen, wie die Journalisten den Fall aufklären konnten.

Das Interessante hieran ist die gesamte Vorgehensweise, den Fall aufzudecken und ihn zu publizieren. Denn die BBC hat dabei keineswegs auf Profiwerkzeug zurückgegriffen: „The remarkable thing about this investigation is that they used tools available to all of us“, so CBS News Auslandskorrespondentin Debora Patta. Um die Stelle des Geschehens zu lokalisieren wurden Satellitenbilder sowie eine Quelle, die den Ort bestimmen konnte, zurate gezogen. Sie konnten aufgrund der Schatten im Video und dem Einsatz von Satellitenbildern sogar eine ungefähre Zeitspanne festlegen (zwischen März und April 2015). Das Spannende daran ist, dass mithilfe mehr oder minder einfacher technologischer und im Web zur Verfügung stehender Mittel aufgeklärt werden konnte, dass der Mord in Kamerun stattfand und die Täter dem ansässigen Militär angehören.

Ein weiterer nennenswerter Punkt ist die Art der Publikation. Zum einen wurde Twitter sicher nicht ohne Hintergrund als Plattform gewählt: Der Microblogging-Dienst steht für Echtzeit-Nachrichten und ist für eine rasante Verbreitung dieser bekannt. Seit der Veröffentlichung am Montag hat der Thread etwa 71.000 Likes und 4.100 Kommentare generiert und wurde über 55.000 Mal geshared. Dabei geht es jedoch nicht um den Erfolg des Postings, auch wenn dieser beeindruckend ist. Viel eher zeigen die bisherigen Reaktionen, dass Journalismus auch auf diese Weise funktioniert und Social Media einen ordentlichen Beitrag in der Verbreitung und Transparenz von News leisten kann. Zum anderen haben die Journalisten ihre Recherchemethoden auf der Plattform offengelegt und für jedermann nachvollziehbar Stück für Stück das Vorgehen dargelegt.

Der Thread lässt sich auf Twitter lesen, doch Vorsicht: Die Bilder und Videos sind nichts für Zartbesaitete.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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