Social Media Marketing

Batman und das Durex-Debakel

Eine Social-Media-Kampagne des Kondomherstellers Durex ging nach hinten los – auch wegen Batman.

Durex-Logo

Das ging daneben. Beim Kondomhersteller Durex grämt man sich aktuell sicher angesichts der Tatsache, dass eine gut gemeinte Social-Media-Kampagne zum Rohrkrepierer wurde. Die Story dazu haben wir bei Bloomberg gefunden.

Was war passiert? Die Brand hatte kürzlich ihre Facebook-Fans um eine Abstimmung gebeten. Sie sollten einen Ort nennen, dessen Einwohner in Zukunft vom SOS-Kondom-Service von Durex profitieren sollten. Dieser Service sollte folgendermaßen aussehen: Paare im Liebesrausch sollten mithilfe einer App die gewünschten Gummis ordern können. Diese sollten dann so schnell wie möglich auch geliefert werden.

Eine nette Idee, doch die „Durex-Dussel“ hatten einen Fehler begangen: Statt den Usern einige Orte zu präsentieren, die nur noch ausgewählt werden müssen, hatten die Nutzer die freie Auswahl. Und die Mehrheit der Nutzer entschied sich für – Batman, einen Ort im Südosten der Türkei. (Und dieser hat übrigens nichts mit dem Comic-Helden im Fledermauskostüm zu tun.)  Am 7. April wurde der Gewinner bekannt gegeben – seitdem hat von den Verantwortlichen keiner mehr auf der Facebook-Seite etwas gepostet. Kein Wunder.

Batman ist muslimisch geprägt und man kann davon ausgehen, dass Themen wie Kondome und Sex in dieser Region deutlich weniger thematisiert werden als z. B. hierzulande. Besonders gefreut haben dürften sich die Batman-Bewohner über den Sieg auch nicht. Das lässt sich auch an einer Reaktion eines Batman-Einwohners gegenüber Bloomberg erkennen:

“I’m Kurdish, and I know how we are, so this is impossible. Our culture is religious.” 

Bei Durex hat man reagiert. Der SOS-Service wird nicht in Batman stattfinden. Noch wird er irgendwo anders stattfinden. Und bei Durex wird man sicher in Bezug auf weitere Social-Media-Kampagnen demnächst etwas vorsichtiger sein.

Es zeigt sich: Die Social-Media-Kampagne war nicht durchdacht. Lässt man den Nutzern zu viele Möglichkeiten, werden diese auch genutzt – und die Brand erreicht möglicherweise nicht das gewünschte Ziel.

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