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Ausgesperrt: Panne bei Tinder-Anmeldung über Facebook

Facebook hat seine APIs für einen besseren Datenschutz angepasst. Das hatte kurzfristig auch Folgen für Millionen von Tindernutzern.

© Flickr / freestocks.org, CC0 1.0

Kurz nach Ostern war der Log-In über Facebook plötzlich für kurze Zeit defekt. Millionen Menschen saßen vor ihrem Handy und konnten nicht mehr per Wischbewegung über ihre neue Liebe entscheiden.

Nutzer beim Öffnen automatisch ausgeloggt

Facebook hatte im Rahmen seines noch immer aktuellen Skandals um Datenschutz angekündigt, einige APIs zu überarbeiten. So sollte den betroffenen Apps der Zugriff auf Nutzerdaten erschwert werden. Diese Veränderung betraf auch die Schnittstelle zum Tinder-Log-In.


© Screenshot Twitter

Beim Öffnen der App wurden die über Facebook angemeldeten Nutzer automatisch aus der App ausgeloggt. Sie erhielten dann eine Aufforderung, sich bei Facebook einzuloggen, um Tinder nutzen zu können. Auf dem darauf folgenden Screen kam die Aufforderung, Facebook zusätzliche Genehmigungen zu erteilen. Wollte man dies tun, wurde man wieder wieder zurück zur Anmeldeaufforderung geschickt. Ein perfektes Szenario für Bill Murray und „Täglich grüßt das Murmeltier“.

Nur User betroffen, die sich über Facebook einloggen

Dieser Loop war in einem Bug begründet, der bei der Änderung der API aufgetreten war. Betroffen waren entsprechend auch nur Nutzer, die sich bei Tinder über Facebook angemeldet hatten. Alle anderen blieben von dieser Prozedur verschont.

Generell lässt sich darüber streiten, ob wir uns überall mit Facebook oder Google anmelden müssen. Auf der einen Seite erleichtert es natürlich den Alltag, wenn wir uns nicht 30 verschiedene Accounts merken müssen. Auf der anderen Seite geben wir so jedes Mal bekannt, wenn wir einen Service nutzen.

Bei der jetzigen Panne kommt hinzu, dass wir uns immer auf das Zusammenspiel beider Services verlassen müssen. Zugegeben sind Ausfälle bei Facebook und Google nicht oft zu erwarten, aber eine kleine Änderung im Code kann uns schon die Türen zu unserer Lieblingsapp verschließen.

Die Panne sorgte auf jeden Fall für einen deutlich erhöhten Datenverkehr auf Twitter. Viele ausgeloggte Nutzer machten ihrem Ärger über den Kurznachrichtendienst Luft. Einige fragten, wie sie denn ohne App die Liebe ihres Lebens finden sollten. Andere waren verzweifelt, weil sie sich mit einer Person verabredet hatten und bei einer Verspätung nicht mehr Bescheid geben konnten. Kurzum: Die Nutzer befanden sich wieder im Jahre 1995.

Tinder und Facebook konnten das Problem zum Glück innerhalb weniger Stunden beseitigen. Dem Liebesleben der Nutzer steht also nichts mehr im Wege.

Über Stephan Hütter

Stephan Hütter

Stephan Hütter ist ein Kind des Ruhrgebiets. Als gelernter Sportökonom schreibt er viel über Sport. Dabei hat es ihm vor allem das Sportsponsoring und dessen Einbindung in den Sales Funnel angetan. Seit seiner Selbstständigkeit beschäftigt er sich zudem mit dem Thema digitaler Lifestyle und den damit verbundenen neuen Karrieremöglichkeiten. Seit 2018 schreibt er für OnlineMarketing.de

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