Technologie

Apples WWDC: Ende für iTunes, Dark Mode für iOS und ein Mac für 6.000 US-Dollar

Bei der eigenen Entwicklerkonferenz präsentierte Apple erwartungsgemäß eine Menge Neuheiten. Für iTunes bedeuten sie das Aus. Voice ist auf dem Vormarsch.

© Apple

Die Erwartungen sind groß, wenn der CEO eines Unternehmens wie Apple die Bühne betritt, um über die aktuellsten Neuerungen zu sprechen, die weltweit so viele Menschen betreffen. Bei der WWDC in San José gab es diverse News zu verdauen: iTunes wird abgelöst, das iPad erhält ein eigenes Betriebssystem, ein hochprofessioneller neuer Mac kommt auf den Markt, die Apple Watch wird unabhängiger usw. Viel Neues, doch harmoniert alles mit den Vorstellungen von Tim Cook zur Privatsphäre?

Der Dark Mode für iOS 13 kommt

Schon vor der Präsentation auf der Entwicklerkonferenz wurden Screenshots des Dark Mode für iOS 13 geleakt. Das auch bei anderen Apps, Browsern etc. beliebte Feature soll vor allem Augen und Akku schonen. iPhone-X-Modelle mit Oled-Display werden mehr Batterielaufzeit haben, wenn der Dark Mode aktiviert ist.

iOS 13 Dark Mode (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Apple

Zudem soll die Gesichtserkennung bei iOS 13 bis zu drei Mal schneller vonstatten gehen, wie auch die WELT berichtet. App Downloads könnten mitunter doppelt so schnell und Updates auch bis zu 60 Prozent kleiner werden. Weitere Features, die für Nutzer von Interesse sein dürften, sind Songtextanzeigen bei Apple Music und insbesondere eine neue Rundumsicht bei der eigenen Karten-App. Diese stand Google Maps bisher in Sachen Usability in einigen Aspekten nach; das könnte sich nun ändern. Die vorgestellten Updates sollen in den USA in diesem Jahr zur Verfügung stehen, für uns in Deutschland und in anderen Ländern wird es aber erst 2020 dazu kommen.

iTunes wird durch einzelne Apps ersetzt

Als große Neuheit, in der Sache aber nicht überraschend, präsentiert Apple die Zerschlagung von iTunes. Die Multimedia-Verwaltungssoftware ist durchaus in die Jahre gekommen und inzwischen nicht mehr zeitgemäß, was die Nutzerfreundlichkeit angeht.

Mit dem neuen Betriebssystem macOS Catalina wird iTunes in den Ruhestand geschickt und durch die Apps Apple Music, Apple Podcasts und Apple TV ersetzt. Diese Apps eröffnen Nutzern die ganze Welt der Medien, 50 Millionen Songs, Playlists und Musikvideos bei Music oder personalisierte Empfehlungen und über 100.000 iTunes Filme und Serien bei Apple TV. Die Podcasts App bietet über 700.000 Sendungen und auch die Option, sich über neue Folgen benachrichtigen zu lassen. Zudem können Folgen nach Gastgeber, Gast oder Gesprächsthema gefunden werden.

Die Apple Podcasts App, © Apple

Werden diese Apps und Medien mit einem Mac verbunden, erscheinen sie direkt im Finder.

Außerdem gab Apple bekannt, dass Nutzer ihren Desktop erweitern können, indem das iPad als zweites Display verwendet wird. Craig Federighi, Senior Vice President für Software Engineering von Apple, erklärt:

Mit macOS Catalina bringen wir ganz neue Apps auf den Mac, angefangen mit eigenständigen Versionen von Apple Music, Apple Podcasts und der Apple TV App. Die Benutzer können jetzt mit Sidecar ihren Arbeitsbereich erweitern, wodurch es möglich ist, auf neue Art mit Mac Apps mit dem iPad und dem Apple Pencil zu interagieren.

 

Mac-Nutzer können ihren Arbeitsbereich erweitern, © Apple

Das Sidecar Feature ermöglicht auch mobil ein Arbeiten über verschiedene Displays und verschiedene Apps, gegebenenfalls mit dem Apple Pencil als Instrument. Es läuft über eine kabellose Verbindung.

iPad mit eigenem Betriebssystem

Neu bei Apple ist auch, dass das iPad nun ein eigenes Betriebssystem erhalten wird. Dieses basiert auf iOS und soll iPadOS heißen. Das Multitasking wurde dabei in den Mittelpunkt gestellt. Es kann mit Apps in mehreren Fenstern gearbeitet werden. Außerdem bringt es dank eines neuen Home-Bildschirms gleich mehr Informationen auf einen Blick für die Nutzer.

iPadOS mit mehr Informationen, © Apple

Der Apple Pencil soll mit dem System noch natürlicher eingesetzt werden können. Darüber hinaus kann auch innerhalb einer App dank Split View mit mehreren Dateien gearbeitet werden oder via Slide Over werden verschiedene Apps schnell gewechselt.

Das aktualisierte Slide Over Feature bei iPadOS, © Apple

Spannend ist auch, dass Textpassagen leichter markiert werden können und dass das System Websites als Desktopversion, aber für Touch optimiert und skaliert anzeigt. Auch für iPadOS soll es einen Dark Mode geben, dazu eigene Schriften und vieles mehr.

Die Apple Watch wird unabhängiger

Nicht nur das iPad, auch die Apple Watch soll als Gerät unabhängiger werden. Mit der Version watchOS 6 kommt der App Store erstmals direkt auf die Smartwatch. Entwickler können Apps nun ebenso nur für die Apple Watch erstellen. Neu sind unter anderem dynamische Ziffernblätter und weitere Anpassungsoptionen, Apps für Hörbücher und Sprachmemos, eine umfassende Zyklustracking App, eine Noise App mit Dezibelmesser und weitere ausführliche Gesundheits- und Fitnessoptionen.

Eine Zyklustracking App auf der Apple Watch, © Apple

Apple betont zudem, dass die Noise App keine Audiosignale der Umgebung speichert. Die Daten aller Gesundheitsfunktionen werden auf dem Gerät verschlüsselt und werden bei der Aktivierung von iCloud Backup auch in der iCloud verschlüsselt.

Apple TV wird persönlicher

Im Hinblick auf das Serien- oder Filmerlebnis ist Apple-Nutzern ebenfalls mehr Komfort sicher. Denn mit tvOS 13 werden Neuerscheinungen im Netflix-Stil auf dem Home Screen als Trailer abgespielt. Dazu kann jeder Nutzer sein eigenes, persönliches Seherlebnis über das System erfahren, kuratierte Empfehlungen inbegriffen. Auch Apple Music oder Apple Arcade lassen sich über tvOS 13 ansteuern – und das künftig ebenso mit Xbox One oder PlayStation 4 Controllern.

Im Herbst folgt dann noch der Start des eigenen Streamingdiensts Apple TV+, der dank hochkarätiger Schauspieler und Regisseure schon jetzt vielversprechend anmutet.

Der neue Mac Pro: 6.000 US-Dollar für Arbeit der Extraklasse

Der neue Mac Pro ist nur etwas für professionelle Nutzer. Immerhin kostet er knapp 6.000 US-Dollar. Dafür liefert er Xeon-Prozessoren auf Workstation-Niveau mit bis zu 28 Kernen, ein leistungsstarkes Speichersystem mit einer Kapazität von 1,5 TB, acht PCIe-Erweiterungssteckplätzen und die beste Grafikkarte der Welt, so Apple. Drei 8K ProRes RAW-Videostreams können parallel abgespielt werden. Das 6K 32 Zoll Retina Display überzeugt potentielle Käufer sicher genauso wie die Griffe für mehr Transportkomfort und ein abnehmbares Gehäuse für mehr direkten Zugriff auf das Gerät.

Benutzer können den Mac für ihre eigenen Ansprüche konfigurieren, dafür sorgen etwa die acht PCI Express-Erweiterungssteckplätze. Und Apples neue Beschleunigerkarte Afterburner kann 6,3 Milliarden Pixel pro Sekunde dekodieren. Alle relevanten Informationen zur bahnbrechenden neuen Mac Pro-Version fasst Apple selbst zusammen.

Weitere App News und die große Voice-Optimierung

Besonders in Sachen Voice hat sich Apple weiterentwickelt. Denn Nutzer können ihre sämtlichen Geräte allein mit der Stimme steuern. Das geht vom Nachrichtenschreiben bis zur Bildauswahl. Damit werden beeinträchtigte User dank Siris integrierter Spracherkennungstechnologie mit mehr Möglichkeiten ausgestattet.

Was die allgemeine Nutzung von Apps und Websites über Apple-Geräte angeht, können die Nutzer diese via „Bildschirmzeit“ in Stunden, Minuten usw. dargestellt bekommen. Die gesamte Nutzung kann Ende-zu-Ende verschlüsselt privat über die iCloud erfasst werden. Und die Gerätenutzung durch Kinder lässt sich zudem besser verwalten, was ihre Kontakte und ihre Nutzungszeit angeht.

Bildschirmzeit wird auf dem Mac angezeigt, © Apple

Es gibt zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen bei Apples Geräten und Software. Doch wie sieht es mit der Sicherheit aus? Das Unternehmen hat meist Verschlüsselungsoptionen bereitgestellt. Und bei einen Zugriff auf Benutzerdokumente müssen Apps sämtlich eine Erlaubnis einholen.

Über eine Bestätigung mit der Apple Watch können die Benutzer viele Sicherheitsabfragen gestatten, indem sie einfach auf die Seitentaste ihrer Apple Watch tippen,

heißt es bei Apple. Tim Cook hatte vor Kurzem erst bei einem CBS Interview erklärt, dass die Privatsphäre extrem wichtig ist, für die Demokratie und die Ausdrucksfähigkeit der Menschen.

Hoffen wir, dass Apple diesen Prinzipien treu bleibt. Denn die Features, ob Hardware oder Software, sind durchaus mehr als nur nützlich, sie sind fortschrittlich und für Millionen Menschen verlockend.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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