Mobile Marketing

Schluss mit den Ausreden: Mit App Shop und Retargeting neue Umsatzpotenziale heben

Können Unternehmen mit App Shops ihre Conversions steigern und ihren E-Commerce-Status aufpolieren? Diese Ansätze helfen weiter.

© Brooke Cagle - Unsplash

Mobile Commerce ist derzeit die am schnellsten wachsende Ausprägung des elektronischen Handels. Diese Entwicklung hängt unmittelbar mit dem immensen Anstieg des App-Einkaufs zusammen. Bereits 87 Prozent der mobilen Nutzer verbringen ihre Zeit mit Apps. Warum also vernachlässigen viele Marketer Apps sowohl für den Abverkauf als auch als Marketingkanal für Retargeting-Maßnahmen?

eMarketer prognostiziert, dass sich die Ausgaben für mobile Werbung im Jahr 2019 weltweit auf 232,34 Milliarden US-Dollar belaufen werden. Laut Statista soll sich der weltweite mobile Datenverkehr zwischen 2018 und 2021 fast verdreifachen. In einer sich so schnell entwickelnden und wettbewerbsintensiven Branche wie dem E-Commerce ist es eigentlich ein Muss für jeden Marketer, mit Trends und Veränderungen Schritt zu halten. Die Frage für Marketer auf der ganzen Welt lautet dabei nicht: „Sollen wir auf Mobilgeräte setzen?“, sondern: „Wie können wir das volle Umsatzpotenzial von Mobilgeräten nutzen?“ Heutzutage sollte jede Marke, insbesondere aus der E-Commerce-Branche, Apps als neuen Vertriebskanal und eine neue Form der Verbesserung des Kundenerlebnisses mit der Marke einsetzen.

Ausreden, die gegen den Einsatz von Apps sprechen, kann es eigentlich nicht geben. Dafür sprechen die Zahlen zu sehr für sich.

Mobile App vs. mobile-optimierte Website

Laut TechCrunch weisen mobile Apps nicht nur eine viel höhere Nutzungsrate als mobile-optimierte Websites oder Desktop-Web-Viewing auf, sondern können auch mit 100 bis 300 Prozent höheren Conversion-Raten punkten. Dieser Umsatzanstieg im Vergleich zu den Nicht-App-Vertriebskanälen ist auf ein höheres Volumen und eine höhere Besuchsfrequenz der Apps zurückzuführen. Wie aus einer Analyse von Bain & Co hervorgeht, durchlaufen Benutzer mobiler Apps die Customer Journey 3-mal schneller und sehen 4,2-mal so viele Produkte wie Nutzer anderer Kanäle.

Warum ist das so? Apps werden schneller ausgeführt und geladen. Menschen nutzen ihre mobilen Geräte und Apps sehr häufig und sind dabei nur einen Klick von ihrer Marke entfernt. Nach Angaben von App Annie stieg die Zeit, die für das Einkaufen auf Shopping-Apps verwendet wurde, im Jahr 2018 weltweit auf 18 Milliarden Stunden. Die Marketer haben mit der App eine Instant-Verbindung zum User, was ihnen eine Vielzahl von Möglichkeiten der Kontaktaufnahme bietet. Direkt über die App, aber auch über Push-Nachrichten, E-Mails, Benachrichtigungen usw. Und dies bringt uns zum wichtigsten Merkmal mobiler Apps und dem Hauptgrund für ihren Einsatz: Personalisierung – von der Bereitstellung passender Angebote und Updates über Treueprogramme bis hin zur Standortbestimmung und Überwachung der Nutzerinteraktion. Dennoch, viele Advertiser sind sich der Werbemöglichkeiten in der App-Umgebung gar nicht bewusst.

Mobile Conversions – immense Zuwächse kommen auf uns zu

Laut App Annie wird es 2019 zu einer 60-prozentigen Zunahme der App-Monetarisierung durch App-Werbung kommen. Laut Adjust, das weltweit 8 Milliarden App-Installationen analysiert hat, werden Apps innerhalb von 5,8 Tagen nach ihrer letzten Verwendung gelöscht. Dafür gibt es viele Gründe. Aber nicht nur das Löschen einer App aus Speicherplatzgründen, wegen Systemausfällen oder einer schlechten Benutzererfahrung, sondern auch einfach nur das Vergessen oder Nicht-Verwenden führen dazu, dass ein wichtiger Kommunikationskanal zum Nutzer abbricht.
Das bringt uns zum Thema Retargeting.

Conversions steigern und abgeschaltete App-User reaktivieren

Marken setzen Retargeting erfolgreich ein, um aktive Käufer oder hinfällige Benutzer dazu zu bewegen, zurückzukehren und den Kauf in ihren Online-Shops abzuschließen. In nur wenigen Jahren wurde es zu einem unverzichtbaren, alltäglichen Werkzeug im Marketing. Viele Advertiser verwenden Retargeting jedoch nicht für mobile Einkaufsanwendungen.

Dabei ist die Funktionsweise von In-App-Retargeting dieselbe wie beim herkömmlichen Retargeting. User, die sich Produkte in der App angeschaut haben, werden auf anderen Websites oder Apps wiedergefunden und zum Kauf der Produkte mit für sie relevanten Produkten bewegt. Retargeting-Kampagnen können aber auch eine App-Marketingstrategie ergänzen, um Benutzer zu erreichen, die nicht auf Push-Benachrichtigungen reagieren oder nicht erreicht werden können. Laut Accengage hatten 2018 nur 44 Prozent der iOS-Nutzer ihre Push-Benachrichtigungen überhaupt aktiviert. Der Technologieanbieter für Push-Benachrichtigungen berichtet davon, dass bereits wöchentliche Benachrichtigungen dazu führen, dass 10 Prozent der Nutzer ihre Push-Benachrichtigungen deaktivieren und 28 Prozent der Apps nach 30 Tagen gar gänzlich deaktiviert werden und damit für Push-Nachrichtigen nicht mehr erreichbar sind. Ohne Retargeting wäre die Wiederansprache dieser User erstmal nicht mehr möglich.

Wie gut das In-App-Retargeting funktioniert, zeigt sich am Beispiel von Lazada, einer der größten E-Commerce-Shops für den südostasiatischen Markt.
Das Unternehmen hatte umfängliche Zielsetzungen beim Start seines In-App-Retargetings. Aktive User sollten aufgefordert werden, einen Kauf in der App zu tätigen, inaktive User in aktive Käufer verwandelt werden, und es galt, die generelle Nutzung der App-Shopping-Plattform zu steigern.

Die In-App-Marketingmaßnahmen zahlten sich für Lazada aus: Die Reichweite der Kampagnen hat erheblich zugenommen und die Zahl der täglich aktiven Nutzer der App stieg massiv an. Alle Metriken der letzten Monate führten zu einer kontinuierlichen Zunahme der Nutzerbindung. Gleichzeitig verringerten sich die Kosten pro Besuch der Shopping App (Cost-per-Visit) um 60 Prozent.

Keine Angst vor Veränderung – Die Integration ist der einfachste Teil

Viele Marketer scheuen die Integration des Retargeting-Tools in ihre Apps. Fälschlicherweise gehen sie davon aus, dass es sich dabei um einen komplexen Prozess handelt, ähnlich aufwendig wie bei der Integration eines Webshops. Das Gegenteil ist der Fall: Etablierte Retargeting-Anbieter sind bereits bei vielen App-Plattformen angebunden. Wenn der Marketer ebenfalls eine Anwendung auf einer dieser Plattformen eingerichtet hat, dauert die Integration des Retargeting-Tools nur ein paar Sekunden.

Fazit: Um keine Wettbewerbsvorteile zu verlieren, sollten Marketer nicht nur aufhören, den App Shop als Vertriebskanal zu ignorieren, sondern gleichermaßen das dazugehörige Retargeting etablieren, wie sie es von der Vermarktung ihres E-Shops kennen. Einen wirklichen Unterschied zum Webshop-Retargeting gibt es nicht, abgesehen von der wachsenden Zahl von Käufern über den mobilen Kanal. Statista-Daten zeigen, dass 67 Prozent der Nutzer Produkte aufgrund ihrer Erfahrung mit mobilen Apps gekauft haben. Außerdem weisen Compuware-Analysen aus, dass 85 Prozent der Verbraucher Apps gegenüber mobilen Websites bevorzugen. Warum weiter abwarten? Dein Kunde warten darauf, dass du mit deiner Marke unter seinem Daumen sichtbar wirst.

Über Tomasz Hada

https://www.rtbhouse.com/de/

Tomasz Hada wechselte im Dezember 2017 seine Position im Unternehmen RTB House vom Business Development Manager für den deutschen Markt zum Deutschland Geschäftsführer. Er verantwortet seitdem die strategische Steuerung der Vertriebsaktivitäten von RTB House auf dem deutschsprachigen Markt. Zuvor arbeitete Hada über zwei Jahre als Management Consultant bei McKinsey & Company. Dort beriet er Kunden aus unterschiedlichsten Branchen zu Themen rund um digitale Strategien und operative Exzellenz. Er absolvierte die Wirtschaftsuniversität Breslau.

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